Im Rahmen der Grundsatzdebatte hat Christian Lindner die Idee der politischen Salons umgesetzt. Beim ersten Liberalen Salon ging es um den künftigen Kurs Europas. Doch große Themen und große Herausforderungen für Liberale gibt es viele. Dazu gehört auch die Bildung. Denn: Bildung, Wissen und Kreativität entscheiden darüber, ob unsere Kinder die Chancen ihres selbstbestimmten Lebens tatsächlich nutzen können. Ebenso entscheiden sie über die Wohlfahrt unserer Gesellschaft in einer globalisierten Welt. Für die FDP ist Bildung deshalb die soziale Frage der Gegenwart – und die zentrale Frage der Zukunft.
Doch das Bildungssystem in Deutschland ist seit Jahren eine Baustelle: "Ungerechte Zugangschancen, Kindergärten, Schulen und Hochschulen, die durch Bürokratie und Vorschriften 16 verschiedener Gesetzgeber gefesselt sind, mittelmäßige PISA-Ergebnisse und ein katastrophaler baulicher Zustand der Bildungseinrichtungen sind nur einige der Symptome, die viele Eltern und Kinder viel zu gut kennen", hieß die Ausgangsthese für den zweiten Liberalen Salon.
FDP-Generalsekretär Christian Lindner lud den ehemaligen Direktor des Internats Schloss Salem, Bernhard Bueb, und den Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, ein, um mit ihnen und den knapp hundert Gästen im Thomas-Dehler-Haus diverse Fragen rund um die Bildung in Deutschland zu diskutieren: "Wie schaffen wir für alle Kinder gleiche Chancen am Start? Wie bringen wir das deutsche Bildungssystem jenseits ideologischer Debatten in Form für das 21. Jahrhundert? Wie können wir den Bildungsföderalismus in Deutschland verteidigen und gleichzeitig weiterentwickeln?"
Diese Fragen bildeten die Grundlage für die "erste Diagnoserunde", die Lindner mit den Worten "unsere Kinder haben dieses System nicht verdient", einleitete. Der Verfasser der Streitschrift „Lob der Disziplin“, Bueb, legte als erster seine Vorstellung von einer umfassenden Bildung dar. „Wenn wir Freiheit und Wohlstand in Deutschland sichern wollen, müssen die deutschen Schulen Kindern unabhängig von ihren Eltern zu Selbstvertrauen und Selbstdisziplin verhelfen.“
Bueb, der auf dem Standpunkt steht, dass Bildung auf Selbstvertrauen beruht, kritisierte, dass Lehrer in Deutschland nur akademisch bilden, nicht aber die Charakterstärke. "Deswegen brauchen wir Ganztagesschulen. Ein Großteil der Lehreraufgabe ist psychologische Betreuung, nur wenig Wissensvermittlung."
Auch Ulrich Schneider findet, dass "Kinder Spaß haben, Erfolg haben müssen". Und dieser Erfolg hänge vom Lehrer ab. Es ist "höchste Zeit ist, dass wir die bürokratischen Verkrustungen unseres Bildungssystems aufbrechen und unsere Schulen zurück von der grünen Wiese mitten ins Leben holen.“ Seiner Ansicht nach "kriegen wir das Riesenpotenzial nicht zusammen."
Das betrifft vor allem auch die Eltern. "Sie haben zu wenig Mitbestimmung, was ihre Kinder lernen. Nach dem Elternwillen wird nicht gefragt."
In der darauffolgenden munteren Diskussionrunde kristallisierte sich eines heraus: An der Grundschule gab es nicht viel auszusetzen, erst danach setzen die Problem im Bildungssystem ein.
Ulrich Schneider bemängelte die mangelnde Durchlässigkeit des Systems. Auch Bueb sieht das so. Er wünscht sich, dass unser Bildungssystem wie ein "großer Garten ist". Leider würden die Lehrer in Deutschland "nicht vom Kind her, sondern von der Prüfungsordnung her" denken. "Deswegen wurden von Eltern die Reformschulen gegründet. Hier wird vom Kind her gedacht."
Charakterbildung statt reiner akademischer Bildung. Dies war eine der Hauptforderungen Buebs zur Bekämpfung des deutschen Bildungsdefizits. Dabei solle nicht die Wissensvermittlung im Vordergrund stehen, sondern das Lernen durch Erfahrung, durch das Spiel, durch sinnvolle Arbeit für die Gesellschaft, durch die Gemeinschaft mit anderen. "Wir leiden an der rein akademischen Bildung." Er fordert für die Zukunft eine stärkere Gewichtung der Charakterbildung - und die brauche ein große Gemeinschaft.
"Es braucht die Ganztagesschule, in der auch Sport und Musik angeboten werden - damit macht Schule viel mehr Spaß". Auch für Lehrer könne, so Bueb, die ganztägige Gemeinschaft mit den Schülern nur von Vorteil sein.
Sowohl Bueb als auch Schneider sind der festen Überzeugung, dass das Schulsystem in einer Hinsicht umgekrempelt werden muss: Autonomie für Schulen und Lehrer. "Wir brauchen Vielfalt und Experimente", so Schneider. Deswegen müsse man Schulen privat organisieren und staatlich finanzieren, pflichtete Bueb ihm bei. Schulen müssten in Wettbewerb zueinander stehen. "Wir wollen Bürgerschulen. Die FDP sollte sich diesem Aufgabenfeld zuwenden", lautete der Schlussappell Schneiders. MEHR ZUM THEMA:
Doch das Bildungssystem in Deutschland ist seit Jahren eine Baustelle: "Ungerechte Zugangschancen, Kindergärten, Schulen und Hochschulen, die durch Bürokratie und Vorschriften 16 verschiedener Gesetzgeber gefesselt sind, mittelmäßige PISA-Ergebnisse und ein katastrophaler baulicher Zustand der Bildungseinrichtungen sind nur einige der Symptome, die viele Eltern und Kinder viel zu gut kennen", hieß die Ausgangsthese für den zweiten Liberalen Salon.
Kinder haben unser Bildungssystem nicht verdient
FDP-Generalsekretär Christian Lindner lud den ehemaligen Direktor des Internats Schloss Salem, Bernhard Bueb, und den Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, ein, um mit ihnen und den knapp hundert Gästen im Thomas-Dehler-Haus diverse Fragen rund um die Bildung in Deutschland zu diskutieren: "Wie schaffen wir für alle Kinder gleiche Chancen am Start? Wie bringen wir das deutsche Bildungssystem jenseits ideologischer Debatten in Form für das 21. Jahrhundert? Wie können wir den Bildungsföderalismus in Deutschland verteidigen und gleichzeitig weiterentwickeln?"
Diese Fragen bildeten die Grundlage für die "erste Diagnoserunde", die Lindner mit den Worten "unsere Kinder haben dieses System nicht verdient", einleitete. Der Verfasser der Streitschrift „Lob der Disziplin“, Bueb, legte als erster seine Vorstellung von einer umfassenden Bildung dar. „Wenn wir Freiheit und Wohlstand in Deutschland sichern wollen, müssen die deutschen Schulen Kindern unabhängig von ihren Eltern zu Selbstvertrauen und Selbstdisziplin verhelfen.“
Plädoyer für Ganztagsschulen
Bueb, der auf dem Standpunkt steht, dass Bildung auf Selbstvertrauen beruht, kritisierte, dass Lehrer in Deutschland nur akademisch bilden, nicht aber die Charakterstärke. "Deswegen brauchen wir Ganztagesschulen. Ein Großteil der Lehreraufgabe ist psychologische Betreuung, nur wenig Wissensvermittlung."
Auch Ulrich Schneider findet, dass "Kinder Spaß haben, Erfolg haben müssen". Und dieser Erfolg hänge vom Lehrer ab. Es ist "höchste Zeit ist, dass wir die bürokratischen Verkrustungen unseres Bildungssystems aufbrechen und unsere Schulen zurück von der grünen Wiese mitten ins Leben holen.“ Seiner Ansicht nach "kriegen wir das Riesenpotenzial nicht zusammen."
Das betrifft vor allem auch die Eltern. "Sie haben zu wenig Mitbestimmung, was ihre Kinder lernen. Nach dem Elternwillen wird nicht gefragt."
Schule vom Kinde her denken
In der darauffolgenden munteren Diskussionrunde kristallisierte sich eines heraus: An der Grundschule gab es nicht viel auszusetzen, erst danach setzen die Problem im Bildungssystem ein.
Ulrich Schneider bemängelte die mangelnde Durchlässigkeit des Systems. Auch Bueb sieht das so. Er wünscht sich, dass unser Bildungssystem wie ein "großer Garten ist". Leider würden die Lehrer in Deutschland "nicht vom Kind her, sondern von der Prüfungsordnung her" denken. "Deswegen wurden von Eltern die Reformschulen gegründet. Hier wird vom Kind her gedacht."
Charakterbildung statt reiner akademischer Bildung. Dies war eine der Hauptforderungen Buebs zur Bekämpfung des deutschen Bildungsdefizits. Dabei solle nicht die Wissensvermittlung im Vordergrund stehen, sondern das Lernen durch Erfahrung, durch das Spiel, durch sinnvolle Arbeit für die Gesellschaft, durch die Gemeinschaft mit anderen. "Wir leiden an der rein akademischen Bildung." Er fordert für die Zukunft eine stärkere Gewichtung der Charakterbildung - und die brauche ein große Gemeinschaft.
"Es braucht die Ganztagesschule, in der auch Sport und Musik angeboten werden - damit macht Schule viel mehr Spaß". Auch für Lehrer könne, so Bueb, die ganztägige Gemeinschaft mit den Schülern nur von Vorteil sein.
Schulen in die Freiheit entlassen
Sowohl Bueb als auch Schneider sind der festen Überzeugung, dass das Schulsystem in einer Hinsicht umgekrempelt werden muss: Autonomie für Schulen und Lehrer. "Wir brauchen Vielfalt und Experimente", so Schneider. Deswegen müsse man Schulen privat organisieren und staatlich finanzieren, pflichtete Bueb ihm bei. Schulen müssten in Wettbewerb zueinander stehen. "Wir wollen Bürgerschulen. Die FDP sollte sich diesem Aufgabenfeld zuwenden", lautete der Schlussappell Schneiders. MEHR ZUM THEMA:





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Wirtschaftliche Freiheit
“Wie ersichtlich, basiert die wirtschaftliche Freiheit auf dem Grundsatz des freien Wettbewerbes. Er ist der zentrale Freiheitsbegriff, um den sich alle anderen Freiheiten anordnen. Frei ist, wer wirtschaftlich frei ist; und wirtschaftlich frei ist, wer sich ungehindert am Wettbewerb beteiligen kann. Umgekehrt ist unfrei, wer an der Teilnahme am Wettbewerb gehindert oder gar vom Wettbewerb ausgeschlossen ist. Wirtschaftliche Freiheit und damit das Fundament der Freiheit überhaupt ist nichts anderes als das Recht zur Beteiligung am Wettbewerb. Was dagegen heute die so genannte Freiheit ausmacht, ist die Freiheit politischer Art, die vorwiegend darin besteht, bei irgendeiner Abstimmung, die meist zu Unrecht die Bezeichnung “Wahl” führt, Ja oder Nein sagen oder irgendeinen Zettel abgeben zu dürfen. Diese politische Freiheit ist vergleichsweise bedeutungslos; sie kann, ebenso wie die persönliche Freiheit und die Freiheit der Religionsausübung, ohne die wirtschaftliche Freiheit gewährt werden und ist dann ein Torso. Während die wirtschaftliche Freiheit nach dem Gesagten die persönliche Freiheit automatisch mit einschließt, können umgekehrt – wie das Vorhandensein des Proletariats schlagend beweist – persönliche, religiöse und politische Freiheitsrechte bestehen, zugleich aber die entscheidende wirtschaftliche Freiheit der Beteiligung am Wettbewerb vorenthalten und damit der wirtschaftlichen Ausbeutung der Freiheitsberaubten Tür und Tor geöffnet werden.” Otto Valentin, aus “Die Lösung der Sozialen Frage”, 1952 Das ist auf den Punkt gebracht das ganze Dilemma der “Liberalen” des 21. Jahrhunderts: Sie haben vergessen, was Freiheit überhaupt bedeutet, und sie haben nie begriffen, wie die zentrale Freiheit, die wirtschaftliche Freiheit in einem monopolfreien Markt (echte Soziale Marktwirtschaft), zu verwirklichen ist. Die Ordoliberalen der 1950er Jahre kannten wenigstens noch die richtige Definition der Sozialen Marktwirtschaft: eine freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus, die den Sozialstaat gar nicht nötig hat, weil sie prinzipbedingt für natürliche Vollbeschäftigung sorgt, unabhängig vom jeweiligen Stand der Technologie. Daraus wurde, wie wir wissen, eine kapitalistische Marktwirtschaft mit angehängtem Sozialstaat – und wäre es auch dann geworden, wenn die Ordoliberalen ihre damaligen Forderungen einer “umfassenden Antimonopolgesetzgebung” und so genannter “Korrekturen der Einkommensverteilung” in vollem Umfang hätten durchsetzen können! Ein monopolfreier Markt, in der jeder freien Zugang zum Wettbewerb hat, lässt sich nicht durch Verbote realisieren, denn diese können den Wettbewerb nur noch weiter einschränken! Diese Vorgehensweise, nach der die heutigen “Liberalen” – so wie alle anderen politischen Parteien – ausschließlich verfahren, ist eben nicht liberal, sondern entspricht ganz im Gegenteil der kurzsichtigen Denkweise des Sozialismus: “Aus dem offenkundigen Versagen des historischen Liberalismus erwuchs die sozialistische Bewegung mit dem Ziel, die missbrauchten Freiheitsrechte einzuschränken zugunsten der Gesamtheit und besonders zugunsten der wirtschaftlich Schwachen. Diese Zielsetzung beruht jedoch auf einem Denkfehler; denn der historische Liberalismus versagte nicht, weil er zuviel, sondern weil er zuwenig Freiheit verwirklichte.” Dr. Ernst Winkler, aus “Theorie der Natürlichen Wirtschaftsordnung”, 1952 Die “Liberalen” rudern zurück und nicht nach vorn. Um nach vorn in Richtung Freiheit und Marktgerechtigkeit zu kommen, muss die Marktwirtschaft vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus befreit werden; aber nicht durch eine Einschränkung der Freiheitsrechte in Richtung planwirtschaftliche Diktatur (Totalitarismus bzw. Staatskapitalismus), sondern durch die Beseitigung der beiden primären Monopole Geld und Boden, die seit jeher die wirtschaftliche Freiheit – von einem Krieg bis zum nächsten – einschränken, und die den “Denkfehler Sozialismus” überhaupt erst haben entstehen lassen! Der “Liberale”, der gar nicht weiß, was wirtschaftliche Freiheit bedeutet, missbraucht die Reste, die es davon noch gibt, um unverdiente Knappheitsgewinne (Zinsen, Renditen und private Bodenrenten) auf Kosten der Mehrarbeit anderer zu erpressen, und nennt das dann “Freiheit”. Dass der “Rest” der Gesellschaft das nicht mehr versteht und dann aus lauter Verzweiflung den “Denkfehler Sozialismus” wählt, sollte einleuchten. Und es sollte ebenfalls einleuchten, dass die Eliminierung des Privatkapitalismus nicht etwa den technologischen Fortschritt hemmt, sondern ganz im Gegenteil diesen erst entfesselt, weil verdiente Knappheitsgewinne aufgrund technischer Innovation (der eigentliche Antrieb unternehmerischen Handelns) jetzt nicht mehr durch unverdiente Knappheitsgewinne von “großen Investoren” geschmälert werden. Die echte Soziale Marktwirtschaft entspricht exakt der Natürlichen Wirtschaftsordnung, die Silvio Gesell bereits 1916 vollständig und widerspruchsfrei beschrieben hatte: http://www.deweles.de/files/soziale_marktwirtschaft.pdf Über alles andere braucht niemand mehr nachzudenken, denn es hat mit wirtschaftlicher Freiheit nichts zu tun. PS: Was hilft einem Menschen die "Bildung", wenn er noch nicht einmal weiß, was Freiheit ist?