Im Interview plädierte der rechtspolitische Sprecher der FDP-Bundesfraktion für eine Therapiepflicht bei Sexualdelikten. Mit einer sexualmedizinischen Therapie ließe sich auf Täter weit besser einwirken als durch jede Strafverschärfung, erklärte er. Hierzu verwies er auf das erfolgreiche Berliner Beratungsprojekt ‚Kein Täter werden’ für pädophile Männer. Dies sei ein Erfolgsmodell, das deutschlandweit Schule machen sollte, findet Ahrendt.
Zudem sollen anonyme Anlaufstellen für Opfer und Zeugen sexueller Übergriffe eingerichtet werden. "Dem Projekt ‚Kein Täter werden’ muss ein Projekt ‚Kein Opfer werden’ gegenüberstehen.", betonte Ahrendt. Dieses Angebot könnte beispielsweise von den Jugendämtern oder der Kriminalitätsopferhilfe "Weißer Ring" getragen werden, schlug der Liberale vor.
Die Pläne sind Teil eines FDP-Eckpunktepapiers, das die Liberalen im April mit ihren Koalitionspartnern beraten wollen. Am Mittwoch werden sich Bundestag und Bundeskabinett mit Konsequenzen aus dem aktuellen Missbrauch-Skandal befassen.
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