Seit dem 1. Mai können Arbeitskräfte aus acht osteuropäischen Ländern ihre Dienste auch in Deutschland anbieten. Arbeitnehmerfreizügigkeit lautet das Motto. Das heißt: Die Bewohner dieser Staaten können unabhängig von ihrem Wohnort in jedem EU-Land arbeiten – zu denselben Konditionen, wie die einheimischen Arbeitskräfte. Ein Umstand, der in Deutschland mit gemischten Gefühlen betrachtet wird.

Rainer Brüderle Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP im Bundestag, Johannes Vogel, glaubt nicht an negative Auswirkungen für Deutschland. Vielmehr seien sich alle Experten einig, dass die Freizügigkeit eher Chancen für den deutschen Arbeitsmarkt eröffne.
Hierzu verwies Wirtschaftminister Rainer Brüderle (FDP) auf den wachsenden Bedarf an Fachkräften. In einem Teil der Republik herrsche bereits Vollbeschäftigung. „Wenn wir die Fachkräfte nicht bekommen, dann können wir unsere Wachstumschance nicht nutzen. Wenn ich den Ingenieur nicht habe, kann ich auch die Arbeitnehmer nicht einstellen“, gab der Liberale in der „ARD-Tagesschau“ zu bedenken.

Johannes Vogel Arbeitsmarktexperte Vogel kritisierte, dass immer so getan werde, als ob eine „dunkle Wolke aus dem Osten“ komme. Es sei aber nicht damit zu rechnen, dass durch die Öffnung Dumping-Löhne eingeführt würden. Derlei Bedrohungsszenarien würden auch vom „gebetsmühlenhaften Wiederholen“ nicht wahrer. Es seien außerdem nicht die Geringqualifizierten, die ihre Heimatländer verlassen und im Ausland arbeiten wollten. „Bei unseren europäischen Nachbarn, die ihre Arbeitsmärkte zu Recht früher geöffnet haben, kann man zudem studieren, dass gerade die jungen, motivierten und gut ausgebildeten wandern und dann weitere Arbeitsplätze schaffen“, erklärte Vogel.
Jetzt grundsätzliche Ängste vor Zuwanderung auch noch zu schüren, sei unverantwortlich, sagte der Liberale. Denn zur Bewältigung des drohenden Fachkräftemangels werde die erweiterte Arbeitnehmerfreizügigkeit auf die EU-Oststaaten allein nicht ausreichen. Zur Sicherung des zukünftigen Wohlstands und der Arbeitsplätze für die Menschen in Deutschland müssen alle Möglichkeiten genutzt werden, erklärte Vogel. „Hierzu gehören neben der Qualifikation im Inland auch mehr gesteuerte Zuwanderung von außerhalb der EU und konkretes Werben um die klügsten Köpfe der Welt!“

Philipp Rösler Der designierte FDP-Parteichef Philipp Rösler (FDP) erwartet von der Freizügigkeit positive Effekte für den deutschen Arbeitsmarkt. Eine Verdrängungskonkurrenz für gering Qualifizierte oder eine Abwärtsspirale bei den Löhnen dürfe und werde es nicht geben, erklärte er im Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“.
Auf den Mangel an Fachkräften in der Pflegebranche werde sich die neue Regelung jedoch kaum auswirken. Der Gesundheitsminister geht davon aus, dass Fachkräfte aus Osteuropa berufliche Perspektiven eher in anderen europäischen Ländern suchen. Zudem dürfe man gerade in einem so sensiblen Bereich wie der Pflege auch mögliche Sprachbarrieren und kulturelle Hürden nicht unterschätzen, so Rösler.

Christel Happach-Kasan Für die Landwirtschaft sieht die agrarpolitische Sprecherin der FDP im Bundestag, Christel Happach-Kasan, gute Chancen durch die Ausweitung der Arbeitnehmerfreizügigkeit. Gerade in saisonal bedingt arbeitsreichen Zeiten seien die Landwirte auf zusätzliche Arbeitskräfte angewiesen. Gerade im Obst- und Gemüsebau, aber auch im Weinbau, sei die Arbeit ohne zusätzliche Saisonkräfte bislang nicht zu bewältigen gewesen, betonte die FDP-Landwirtschaftsexpertin. MEHR ZUM THEMA:
Mehr Chancen als Risiken für den deutschen Arbeitsmarkt

Rainer Brüderle Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP im Bundestag, Johannes Vogel, glaubt nicht an negative Auswirkungen für Deutschland. Vielmehr seien sich alle Experten einig, dass die Freizügigkeit eher Chancen für den deutschen Arbeitsmarkt eröffne.
Hierzu verwies Wirtschaftminister Rainer Brüderle (FDP) auf den wachsenden Bedarf an Fachkräften. In einem Teil der Republik herrsche bereits Vollbeschäftigung. „Wenn wir die Fachkräfte nicht bekommen, dann können wir unsere Wachstumschance nicht nutzen. Wenn ich den Ingenieur nicht habe, kann ich auch die Arbeitnehmer nicht einstellen“, gab der Liberale in der „ARD-Tagesschau“ zu bedenken.
Schüren von Ängsten vor Zuwanderung ist unverantwortlich

Johannes Vogel Arbeitsmarktexperte Vogel kritisierte, dass immer so getan werde, als ob eine „dunkle Wolke aus dem Osten“ komme. Es sei aber nicht damit zu rechnen, dass durch die Öffnung Dumping-Löhne eingeführt würden. Derlei Bedrohungsszenarien würden auch vom „gebetsmühlenhaften Wiederholen“ nicht wahrer. Es seien außerdem nicht die Geringqualifizierten, die ihre Heimatländer verlassen und im Ausland arbeiten wollten. „Bei unseren europäischen Nachbarn, die ihre Arbeitsmärkte zu Recht früher geöffnet haben, kann man zudem studieren, dass gerade die jungen, motivierten und gut ausgebildeten wandern und dann weitere Arbeitsplätze schaffen“, erklärte Vogel.
Jetzt grundsätzliche Ängste vor Zuwanderung auch noch zu schüren, sei unverantwortlich, sagte der Liberale. Denn zur Bewältigung des drohenden Fachkräftemangels werde die erweiterte Arbeitnehmerfreizügigkeit auf die EU-Oststaaten allein nicht ausreichen. Zur Sicherung des zukünftigen Wohlstands und der Arbeitsplätze für die Menschen in Deutschland müssen alle Möglichkeiten genutzt werden, erklärte Vogel. „Hierzu gehören neben der Qualifikation im Inland auch mehr gesteuerte Zuwanderung von außerhalb der EU und konkretes Werben um die klügsten Köpfe der Welt!“
Fachkräftemangel in der Pflege

Philipp Rösler Der designierte FDP-Parteichef Philipp Rösler (FDP) erwartet von der Freizügigkeit positive Effekte für den deutschen Arbeitsmarkt. Eine Verdrängungskonkurrenz für gering Qualifizierte oder eine Abwärtsspirale bei den Löhnen dürfe und werde es nicht geben, erklärte er im Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“.
Auf den Mangel an Fachkräften in der Pflegebranche werde sich die neue Regelung jedoch kaum auswirken. Der Gesundheitsminister geht davon aus, dass Fachkräfte aus Osteuropa berufliche Perspektiven eher in anderen europäischen Ländern suchen. Zudem dürfe man gerade in einem so sensiblen Bereich wie der Pflege auch mögliche Sprachbarrieren und kulturelle Hürden nicht unterschätzen, so Rösler.
Arbeitnehmerfreizügigkeit hilft der deutschen Landwirtschaft

Christel Happach-Kasan Für die Landwirtschaft sieht die agrarpolitische Sprecherin der FDP im Bundestag, Christel Happach-Kasan, gute Chancen durch die Ausweitung der Arbeitnehmerfreizügigkeit. Gerade in saisonal bedingt arbeitsreichen Zeiten seien die Landwirte auf zusätzliche Arbeitskräfte angewiesen. Gerade im Obst- und Gemüsebau, aber auch im Weinbau, sei die Arbeit ohne zusätzliche Saisonkräfte bislang nicht zu bewältigen gewesen, betonte die FDP-Landwirtschaftsexpertin. MEHR ZUM THEMA:
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