In ihrem Integrationsprogramm setzt die Bundesregierung voll auf das Thema Bildung. Neben Sprachförderungen im frühsten Kindesalter will die christlich-liberale Koalition die Integrationskurse, bestehend aus Sprach- und Orientierungskursen, optimieren und ausbauen. Statt bisher 45, sollen Migranten künftig in 60 Stunden mehr über die "Funktionsweise des demokratischen Rechtsstaates" erfahren und einen "stärkeren Bezug zum Arbeitsmarkt" erhalten. Zudem sollen mehr Lehrer mit ausländischen Wurzeln die Vielfalt in der Schule bewusst machen, heißt es in dem Programm, das der "Welt" vorliegt.
Unser Ziel muss sein, eine neue deutsche Identität der bunten Republik zu etablieren

Christian Lindner "Deutschland redet mittlerweile offen und problembewusst über Integration", konstatierte FDP-Generalsekretär Christian Lindner im Interview mit den "Stuttgarter Nachrichten". Und zwar nicht erst seitdem Thilo Sarrazin sein umstrittenes Buch verkauft. Lindner verweist lieber auf das aktuelle Buch der verstorbenen Jugendrichterin Kirsten Heisig. Diese habe gezeigt, "wie man über dieses Thema besser schreiben kann". Sie benenne eindeutige Defizite in der Integrationspolitik - "konstruktiv und respektvoll". Denn bei aller Kritik verfolge man doch das Ziel, "dass aus Migranten Mitbürger werden, die alle Aufstiegs- und Lebenschancen haben", so Lindner.
Der FDP-Generalsekretär zeigte sich jedoch besorgt, dass "eine inakzeptabel große Zahl von Zuwanderern ohne jeden Schul- oder Berufsabschluss bleibt und ihre einzige Lebensperspektive der
Bezug von Transferleistungen ist". Lindner plädierte dafür, aus Kindergärten in sozialen Brennpunkten Familienzentren zu machen, wo Angebote zur Sprachförderung und Integration weiter intensiviert würden.
Von schrillen Tönen in der aktuellen Integrationsdebatte will sich Lindner nicht beirren lassen. "In dieser Frage verbietet sich jeder Populismus." Die Bundesregierung sollte umgehend einen Aktionsplan mit konkreten Zielen zur Integration vorlegen. "Es geht um Maßnahmen wie eine intensivere Sprachförderung, lokale Bildungsbündnisse und Weiterqualifikation. Unser Ziel muss sein, eine neue deutsche Identität der bunten Republik zu etablieren."
Auch FDP-Chef Guido Westerwelle machte im Interview mit der ''Passauer Neuen Presse'' auf das Engagement der Koalition bei diesem Thema aufmerksam. "Diese Bundesregierung hat beim Thema Integration eine klare Linie. Wir machen Angebote, aber wir fordern auch Integrationsbereitschaft ein." Das Erlernen der Sprache und das Akzeptieren der Werteordnung seien dazu die Voraussetzung.
Deutschland braucht qualifizierte Zuwanderer
Mit Blick auf den Facharbeitermangel in Deutschland forderte Lindner ein "intelligent gesteuertes, an den deutschen Interessen ausgerichtetes Zuwanderungskonzept". Schon heute koste dieser Mangel an Facharbeitern ein Prozent der Wirtschaftsleistung - das sind 20 bis 25 Milliarden Euro im Jahr. Angesichts des demographischen Wandels erwartet Lindner, dass bessere Bildung und Ausbildung allein nicht ausreichen.
Der Liberale schlägt dazu vor, die Einkommensgrenze für eine dauerhafte Arbeitserlaubnis von 66.000 auf 40.000 Euro zu senken. "Und wir brauchen ein Einwanderungssystem nach Punkten. Das lässt eine präzise Steuerung zu."
Rückendeckung erhält Lindner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Dieses fordert eine deutlich offensivere Einwanderungspolitik. Angesichts der Überalterung der Gesellschaft benötige Deutschland netto mindestens 500.000 mehr Menschen pro Jahr, um die Wirtschaftskraft dauerhaft zu sichern. MEHR ZUM THEMA:
Unser Ziel muss sein, eine neue deutsche Identität der bunten Republik zu etablieren
Christian Lindner "Deutschland redet mittlerweile offen und problembewusst über Integration", konstatierte FDP-Generalsekretär Christian Lindner im Interview mit den "Stuttgarter Nachrichten". Und zwar nicht erst seitdem Thilo Sarrazin sein umstrittenes Buch verkauft. Lindner verweist lieber auf das aktuelle Buch der verstorbenen Jugendrichterin Kirsten Heisig. Diese habe gezeigt, "wie man über dieses Thema besser schreiben kann". Sie benenne eindeutige Defizite in der Integrationspolitik - "konstruktiv und respektvoll". Denn bei aller Kritik verfolge man doch das Ziel, "dass aus Migranten Mitbürger werden, die alle Aufstiegs- und Lebenschancen haben", so Lindner.
Der FDP-Generalsekretär zeigte sich jedoch besorgt, dass "eine inakzeptabel große Zahl von Zuwanderern ohne jeden Schul- oder Berufsabschluss bleibt und ihre einzige Lebensperspektive der
Bezug von Transferleistungen ist". Lindner plädierte dafür, aus Kindergärten in sozialen Brennpunkten Familienzentren zu machen, wo Angebote zur Sprachförderung und Integration weiter intensiviert würden.
Von schrillen Tönen in der aktuellen Integrationsdebatte will sich Lindner nicht beirren lassen. "In dieser Frage verbietet sich jeder Populismus." Die Bundesregierung sollte umgehend einen Aktionsplan mit konkreten Zielen zur Integration vorlegen. "Es geht um Maßnahmen wie eine intensivere Sprachförderung, lokale Bildungsbündnisse und Weiterqualifikation. Unser Ziel muss sein, eine neue deutsche Identität der bunten Republik zu etablieren."
Auch FDP-Chef Guido Westerwelle machte im Interview mit der ''Passauer Neuen Presse'' auf das Engagement der Koalition bei diesem Thema aufmerksam. "Diese Bundesregierung hat beim Thema Integration eine klare Linie. Wir machen Angebote, aber wir fordern auch Integrationsbereitschaft ein." Das Erlernen der Sprache und das Akzeptieren der Werteordnung seien dazu die Voraussetzung.
Deutschland braucht qualifizierte Zuwanderer
Mit Blick auf den Facharbeitermangel in Deutschland forderte Lindner ein "intelligent gesteuertes, an den deutschen Interessen ausgerichtetes Zuwanderungskonzept". Schon heute koste dieser Mangel an Facharbeitern ein Prozent der Wirtschaftsleistung - das sind 20 bis 25 Milliarden Euro im Jahr. Angesichts des demographischen Wandels erwartet Lindner, dass bessere Bildung und Ausbildung allein nicht ausreichen. Der Liberale schlägt dazu vor, die Einkommensgrenze für eine dauerhafte Arbeitserlaubnis von 66.000 auf 40.000 Euro zu senken. "Und wir brauchen ein Einwanderungssystem nach Punkten. Das lässt eine präzise Steuerung zu."
Rückendeckung erhält Lindner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Dieses fordert eine deutlich offensivere Einwanderungspolitik. Angesichts der Überalterung der Gesellschaft benötige Deutschland netto mindestens 500.000 mehr Menschen pro Jahr, um die Wirtschaftskraft dauerhaft zu sichern. MEHR ZUM THEMA:





