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    Brüderle: Vollbeschäftigung in Deutschland möglich

    Rainer Brüderle Rainer Brüderle

    (01.09.2010) Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland setzt sich fort. Dies schlägt sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) ist davon überzeugt, dass es gelingen kann, in Deutschland wieder zur Vollbeschäftigung zu kommen. Allerdings müsse hierzu auf die Marktentwicklung beim Fachkräfteangebot reagiert werden, so der Liberale.

Auf Einladung von Wirtschaftminister Brüderle berieten am Dienstag in Berlin Arbeitgeber- und Branchenverbände den Personalmangel in der deutschen Wirtschaft. Zu den Teilnehmern zählten DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann, Handwerkspräsident Otto Kentzler, Chemiearbeitgeber-Chef Eggert Voscherau, der Präsident des Verbands der Automobilindustrie, Matthias Wissmann, und Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Im Anschluss an das Gespräch zeigte sich Brüderle optimistisch, dass in überschaubarer Zeit weniger als drei Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos sein werden. Eine Schlüsselrolle auf dem Weg zur angestrebten Vollbeschäftigung kommt seiner Meinung nach der Bekämpfung des Fachkräftemangels in einigen Branchen zu.

Vorhandene Potentiale ausschöpfen und durch kluge Zuwanderung ergänzen

Die IT-Branche habe sogar im Krisenjahr 2009 etwa 20.000 offene Stellen nicht besetzen können. Zudem fehlten derzeit etwa 36.000 Ingenieure. Auch im Gesundheitsbereich drohe in zehn Jahren ein Mangel von 80.000 Pflegekräften, erklärte Brüderle im „Handelsblatt“ . Besonders der Mittelstand ist betroffen, weil dort auch guter Nachwuchs fehlt. Auch im Bereich Handwerk wird zum Jahresende mit etwa 10.000 unbesetzten Ausbildungsplätzen gerechnet. Nicht zuletzt wegen demographischer Entwicklungen werde sich die Situation in den kommenden Jahren noch verschärfen. „Für eine Vollbeschäftigung müssten aber frühzeitig die Weichen gestellt werden, damit der Aufschwung nicht am ´Fachkräftemangel in bestimmten Sektoren` zum Erliegen kommen", so Brüderle.

"Wir müssen Auszubildende finden, um die Ausbildungsplätze für die Fachkräfte von morgen und übermorgen abbilden zu können", sagte der Minister. Hierzu müssen unter anderem die Bildungsangebote verbessert und die Integration von Migranten vorangebracht werden. Für Brüderle ist klar, dass darüber hinaus die "Entwicklung einer klugen Zuwanderung" in Angriff genommen werden muss. „Wir müssen zum einen die vorhandenen, vielfältigen Potenziale in unserem eigenen Land besser ausschöpfen, zum anderen aber auch qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland gewinnen.“

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