Meinhardt: Die Haltung der SPD ist an Doppelzüngigkeit nicht zu überbieten.
Auf die Anfrage der SPD-Haushaltspolitikers Klaus Hagemann veröffentlichte das Bildungsministerium die Zahlen für das Deutschlandstipendium. Demnach vergab Schavans Haus nur die Hälfte der möglichen Stipendien. Hagemann diagnostizierte daraufhin einen "glatten Fehlstart" des Stipendienprogramms.
Der bildungspolitische Sprecher der FDP Bundestagsfraktion Meinhardt verteidigte das Deutschlandstipendium gegen die Vorwürfe der Opposition, die zur Verfügung gestellten Mittel würden nicht genutzt. Er gab zu bedenken, "dass Dreiviertel aller Hochschulen sich beteiligen und über ein Drittel das Kontingent voll erfüllt hat". Den Sozialdemokraten warf Meinhardt Heuchelei und Doppelzüngigkeit vor; die stillschweigende Unterstützung für das Stipendienprogramm im Bundestag und in Nordrhein-Westfalen stehe im Widerspruch zu den jetzt vorgebrachten Vorwürfen.
Kämpfer: Hochschulleitungen verhindern Stipendien
Mit Kristina Kämpfer (LHG) haben sich nun die Studenten zu Wort gemeldet. Ihrer Ansicht nach "schaden die Hochschulleitungen nicht nur ihren Studierenden sondern auch der eigenen Hochschulfinanzierung", wenn sie sich nicht am Stipendienprogramm beteiligen. Statt durch die Vergabe von Stipendien das Universitätsprofil zu schärfen und sich als attraktiver Studienort zu präsentieren, ziehen es immer noch 25 Prozent der Universitäten vor, keine Deutschlandstipendien zu vergeben.
Kämpfer sieht die Ursache in veralteten Strukturen und konstatiert, dass "moderne Hochschulpolitik Hochschulleitungen braucht, die bereit sind, neue Wege für eine nachhaltige Finanzierung und bessere Studienbedingungen zu gehen."
Talentförderung: Leistung zählt. Engagement zählt. Persönlichkeit zählt.
Bildung und Forschung sind ein Schwerpunkt der schwarz-gelben Regierungspolitik. Das lässt sich nicht zuletzt daran ablesen, dass die Bildungsausgaben 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro steigen werden. Davon sollen 36 Millionen Euro in die Finanzierung des Deutschlandstipendiums fließen.
Das Deutschlandstipendium soll Studenten, die sonst möglicherweise aus finanziellen Gründen nicht studieren würden, die Entscheidung für ein Hochschulstudium erleichtern. Förderungswürdig sind Studenten, die sich entweder durch herausragende akademische Leistungen auszeichnen, großes soziales Engagement vorweisen können oder auf Grund besonderer Lebensumstände.
Die Förderung in Höhe von 300 Euro stammt zur Hälfte aus Sponsorengeldern, die durch die Universitäten eingeworben werden, und zur anderen Hälfte aus Fördermitteln der Bundesregierung. Die Vernetzung der Universitäten mit der Wirtschaft und dem gesellschaftlichen Umfeld kommt insbesondere Hochschulen in strukturschwachen Gebieten zugute.
Das Ziel ist, den Zugang zu einer akademischen Ausbildung zu ermöglichen, unabhängig von der sozialen Herkunft. MEHR ZUM THEMA:




