Wenige Tage vor dem Fachkräfte-Gipfel der Bundesregierung schlägt die Wirtschaft Alarm. Nach der jüngsten Erhebung des Bundesverbands der Industrie und der Arbeitgebervereinigung BDA erreicht der Mangel bei Fachleuten aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik ein Zehn-Jahres-Hoch: 150.000 Qualifizierte fehlen hier. Die Liberalen fordern seit Monaten eine Öffnung des Arbeitsmarkts für qualifizierte Zuwanderer, um dem teilweise gravierenden Fachkräftemangel zu begegnen.
Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sieht den Fachkräftemangel mit großer Sorge. Im Vorfeld des Fachkräfte-Gipfels in Meseberg, schlägt er vor, die Einkommensgrenze von 66 000 Euro, die Ausländer im Jahr verdienen müssen, damit sie sich in Deutschland niederlassen dürfen, abzusenken. "2009 haben gerade mal 169 Fachkräfte diese Möglichkeit genutzt. Man muss sich das mal vorstellen: 169 Leute in einem Jahr!", sagte er dem "Spiegel". Es sei eine der wichtigsten Herausforderungen für die Koalition, dazu beizutragen, dass diese Lücke geschlossen wird.
Rösler will den Forderungen der Wirtschaft folgen und sich für schnelle Zuwanderungserleichterungen für Fachkräfte aus dem Ausland einsetzen. "Für das Gedeihen Deutschlands können wir auf qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland nicht verzichten."
Nach Ansicht der Liberalen kann der Fachkräftemangel zu einer gefährlichen Wachstumsbremse werden. FDP-Generalsekretär Christian Lindner betonte vor diesem Hintergrund, dass Deutschland sich diesem "dringenden Problem stellen muss." Aufgrund des demografischen Wandels werde sich der Fachkräftemangel noch weiter verschärfen, ist er überzeugt.
Auch die Änderung der Arbeitnehmerfreizügigkeit habe daran nichts geändert. Deutschland habe mit der Öffnung der Arbeitsmärkte für osteuropäische Arbeiter zu lange gezögert. Viele Fachkräfte seien schon lange vorher in andere europäische Länder ausgewandert. Hier müsse Deutschland eindeutig mehr tun, um seine Attraktivität zu steigern. "Die Regierung sollte die Weichen für eine neue Zuwanderung stellen", so Lindner.
"Hin zu einer gezielten Steuerung und Einladung", setzt er sich für eine gesteuerte Zuwanderung ein. Das bedeutet: Nicht das deutsche Sozialsystem soll Ansporn sein, in die Bundesrepublik einzuwandern, sondern die Karrierechancen für Fachkräfte. Besonders wichtig sei hierbei die Beseitigung bürokratischer Hemmnisse. "Deutschland muss attraktiver werden."
In einem Gastbeitrag für die ''Financial Times Deutschland" führt er aus, wie die demografische Entwicklung die Lage verschärfen wird. So sei der Anteil der 15- bis 30-jährigen an der Bevölkerung in den vergangenen Jahren von über 30 auf knapp 20 Prozent geschmolzen. Parallel dazu wächst der Anteil der über 50-jährigen Erwerbspersonen kontinuierlich an - 2015 werde er 35 Prozent betragen. "Man muss kein Prophet sei, um vorherzusehen, dass dieser Trend Auswirkungen auf unser Sozialsystem und auf die Situation am Arbeitsmarkt haben wird", so Lindner.
Er ist überzeugt, dass Wirtschaft und Staat effizienter und produktiver werden müssen: Weniger Erwerbstätige müssen pro Kopf mehr erwirtschaften. Dafür muss das durchschnittliche Qualifikationsniveau gehoben werden - durch bessere Erstausbildung und lebenslange weitere Qualifikation. Aber all das werde letztlich nicht reichen: Aus Langzeitarbeitslosen werden keine Spitzeningenieure und IT-Fachleute. "Deutschland braucht deshalb eine aktive, gesteuerte Zuwanderungspolitik." MEHR ZUM THEMA:
Lücke muss geschlossen werden
Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sieht den Fachkräftemangel mit großer Sorge. Im Vorfeld des Fachkräfte-Gipfels in Meseberg, schlägt er vor, die Einkommensgrenze von 66 000 Euro, die Ausländer im Jahr verdienen müssen, damit sie sich in Deutschland niederlassen dürfen, abzusenken. "2009 haben gerade mal 169 Fachkräfte diese Möglichkeit genutzt. Man muss sich das mal vorstellen: 169 Leute in einem Jahr!", sagte er dem "Spiegel". Es sei eine der wichtigsten Herausforderungen für die Koalition, dazu beizutragen, dass diese Lücke geschlossen wird.
Rösler will den Forderungen der Wirtschaft folgen und sich für schnelle Zuwanderungserleichterungen für Fachkräfte aus dem Ausland einsetzen. "Für das Gedeihen Deutschlands können wir auf qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland nicht verzichten."
Linder: Deutschland muss attraktiver werden
Nach Ansicht der Liberalen kann der Fachkräftemangel zu einer gefährlichen Wachstumsbremse werden. FDP-Generalsekretär Christian Lindner betonte vor diesem Hintergrund, dass Deutschland sich diesem "dringenden Problem stellen muss." Aufgrund des demografischen Wandels werde sich der Fachkräftemangel noch weiter verschärfen, ist er überzeugt.
Auch die Änderung der Arbeitnehmerfreizügigkeit habe daran nichts geändert. Deutschland habe mit der Öffnung der Arbeitsmärkte für osteuropäische Arbeiter zu lange gezögert. Viele Fachkräfte seien schon lange vorher in andere europäische Länder ausgewandert. Hier müsse Deutschland eindeutig mehr tun, um seine Attraktivität zu steigern. "Die Regierung sollte die Weichen für eine neue Zuwanderung stellen", so Lindner.
"Hin zu einer gezielten Steuerung und Einladung", setzt er sich für eine gesteuerte Zuwanderung ein. Das bedeutet: Nicht das deutsche Sozialsystem soll Ansporn sein, in die Bundesrepublik einzuwandern, sondern die Karrierechancen für Fachkräfte. Besonders wichtig sei hierbei die Beseitigung bürokratischer Hemmnisse. "Deutschland muss attraktiver werden."
Mehr Mut bei der Zuwanderung
In einem Gastbeitrag für die ''Financial Times Deutschland" führt er aus, wie die demografische Entwicklung die Lage verschärfen wird. So sei der Anteil der 15- bis 30-jährigen an der Bevölkerung in den vergangenen Jahren von über 30 auf knapp 20 Prozent geschmolzen. Parallel dazu wächst der Anteil der über 50-jährigen Erwerbspersonen kontinuierlich an - 2015 werde er 35 Prozent betragen. "Man muss kein Prophet sei, um vorherzusehen, dass dieser Trend Auswirkungen auf unser Sozialsystem und auf die Situation am Arbeitsmarkt haben wird", so Lindner.
Er ist überzeugt, dass Wirtschaft und Staat effizienter und produktiver werden müssen: Weniger Erwerbstätige müssen pro Kopf mehr erwirtschaften. Dafür muss das durchschnittliche Qualifikationsniveau gehoben werden - durch bessere Erstausbildung und lebenslange weitere Qualifikation. Aber all das werde letztlich nicht reichen: Aus Langzeitarbeitslosen werden keine Spitzeningenieure und IT-Fachleute. "Deutschland braucht deshalb eine aktive, gesteuerte Zuwanderungspolitik." MEHR ZUM THEMA:




