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  • FDP | Das aktuelle Interview

    Fachkräftevakuum: Hochqualifizierte Pfleger besser bezahlen

    Pflegerin im Gespräch mit Bewohner (02.09.2010) Gesundheitsminister Phillip Rösler (FDP) will den Pflegeberuf attraktiver machen, um dem Arbeitskräftevakuum von geschätzten 300.000 fehlenden Stellen entgegen zu wirken. Dazu gehört auch eine Entlastung der Mitarbeiter von Bürokratie und pflegefremden Tätigkeiten. Im „Ärzte Zeitung“- Interview rät er den Pflegeorganisationen mit Blick auf drohende Fachkräfteengpässe, hochqualifizierten Pflegern „gute Gehälter“ zu zahlen.
Zudem hält der Liberale es für fragwürdig, die unbesetzten Stellen durch die Vergaben von Pflege-Greencards auszufüllen. Rösler macht darauf aufmerksam, dass selbst wenn ausländische Pflegekräfte die nötige fachliche Qualifikation mitbrächten, nicht selten das Problem mangelnder Sprachkenntnisse bestehen bleibe. Sprache sei aber „von entscheidender Bedeutung im Umgang mit pflegebedürftigen Menschen“. „Es gibt nichts Wichtigeres in der Pflege als der persönliche und menschliche Kontakt“. Deswegen sei er skeptisch, ob das Problem mit einer Greencard in den Griff zu kriegen sei.

Im Verlauf des Interviews stellte der Minister noch einmal heraus, dass seine Gesundheitsreform auf liberalen Grundprinzipien beruhe. Dies zeigten beispielsweise Maßnahmen zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes. „Hier kommt es erstmalig zu Vertragsverhandlungen. Wir brechen das Preismonopol der Pharmaindustrie und kommen dauerhaft zu mehr Wettbewerb auch in diesem Bereich. Wenn das keine liberale Handschrift ist“, so Rösler.

Sonderabgabe soll „Preisschaukelei“ der Pharmakonzerne unterbinden

Phillip Rösler
Phillip Rösler
Laut „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) plant der Liberale, Pharmaunternehmen durch eine Sonderabgabe zur Rechenschaft ziehen, wenn diese das Arzneimittel-Sparpaket der schwarz- gelben Regierungskoalition durch „Preisschaukelei“ umgehen.

Einige Unternehmen hatten die Preise für ihre Medikamente kurz vor Inkrafttreten der neuen Regeln um zehn Prozent angehoben, um sie zwei Wochen später wieder zu senken. Dadurch sparten sie den Zwangsrabatt, durch den die Regierung eigentlich dem Krankenkassendefizit entgegenwirken wollte.

Die "SZ“ berichtet, der Gesundheitsminister werde daher den Rabatt, den die Pharmahersteller den Krankenkassen gewähren müssen, bei den betreffenden Firmen auf insgesamt 20,5 statt 16 Prozent anheben. Dies hätte für „Schummler“ zusätzliche Abgaben in Millionenhöhe zur Folge.

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