"Ein großer Mann ist von uns gegangen, eine große liberale Persönlichkeit", schreibt der FDP-Ehrenvorsitzende Hans-Dietrich Genscher über seinen Freund und politischen Mitstreiter. Der Gestalter der deutschen Nachkriegsgeschichte habe in der sozialen Marktwirtschaft stets auch die ethische Verantwortung der Handelnden gesehen. "So wurde er zum Vorbild".
Genscher nannte den ehemaligen Wirtschaftsminister "Patriot im besten Sinne des Wortes". Die Zusammenführung der deutschen Liberalen in West und Ost unter seinem Vorsitz sei "die Krönung seines politischen Lebenswerkes" gewesen. "Daran, dass es dazu kommen würde, hat er nie gezweifelt", so Genscher.
Im Interview mit dem "Deutschlandfunk" bezeichnete Genscher Graf Lambsdorff als "ganz verlässlichen Freund, ernsthaften aber von Heiterkeit erfüllten Menschen und Politiker, der seine Verantwortung kannte". Er habe in "großer Tapferkeit" die Lasten getragen, die ihm aufgetragen wurden.
Lambsdorff sei ein Wirtschaftsliberaler aus ganzem Herzen gewesen. Für ihn sei "die Marktwirtschaft keine Straßenverkehrsordnung für wirtschaftliches Geschehen" gewesen, sondern eine ethische Verantwortung. Sein Einsatz für eine gerechte Entschädigung der NS-Zwangsarbeiter lobte Genscher als eine seiner größten Leistungen.
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