„Das öffentliche Ansehen der Bundeskanzlerin ist groß“, schreibt Genscher in seinem Beitrag. „Umso unverständlicher, dass gerade sie zur Zielscheibe der Kritik aus der eigenen Partei und aus der Schwesterpartei wird.“ Das große Vertrauen der Wählerschaft in die schwarz-gelbe Koalition dürfe nun nicht „im eigenen Hause als Zufallserfolg herabgesetzt“ werden. Stattdessen müsse man, wie in der Koalitionsvereinbarung gefordert, Mut zur Zukunft zeigen. „Ein bisschen mehr ‚Ja, wir können es’, wäre schön“, so der ehemalige Bundesaußenminister.
Das anstehende Treffen der drei Parteivorsitzenden von Union und FDP als Krisengipfel zu bezeichnen, ist nach Ansicht Genschers eine „in hohem Maße überflüssige Dramatisierung“. Ein solches Treffen sei zu Jahresanfang eine Selbstverständlichkeit, und an dem Willen der Kanzlerin und des Vizekanzlers zur Zusammenarbeit bestehe kein Zweifel.
„Alles in allem, ein Vorbildstart war es nicht“, schließt Genscher. Aber die schon gezeigten Leistungen sollten nicht unter den Teppich gekehrt werden. „Nicht vergessen sollte man, dass der Kampf um die Mitte erfolgreich war.“
MEHR ZUM THEMA:




