Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) lebt jedes sechste Kind in Deutschland in relativer Armut. Deutschland zahle den Eltern zwar mehr staatliche Beihilfen als die meisten anderen OECD-Mitglieder, dennoch gehe es den Kindern teilweise schlechter, heißt es in dem in Berlin vorgestellten OECD-Kinderbericht. "Deutschland sollte seine Transfers stärker auf bedürftige Kinder und deren Familien konzentrieren. Außerdem sollten Dienstleistungen wie Kinderbetreuung und Ganztagsschulen weiter ausgebaut werden", fordert Monika Queisser, Leiterin der OECD-Abteilung für Sozialpolitik bei der Präsentation der Studie.
Aus Sicht der kinder- und jugendpolitischen Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Miriam Gruß, bestätigt die OECD-Studie, was Familien tagtäglich spürten. Nämlich, dass Schwarz-Rot bisher in der Familienpolitik kaum etwas bewegt habe. Konkret kritisiert sie, dass es keinen Sinn mache, das Kindergeld „um lächerliche zehn Euro zu erhöhen, wenn eine durchschnittliche vierköpfige Familie durch die Steuererhöhungen der Großen Koalition jährliche Mehrbelastungen von 1600 Euro schlucken muss“.
Gruß verwies auf das Steuerkonzept der Liberalen. Dort wolle die FDP-Bundestagsfraktion vor allem Familien entlasten und durch die Einführung von Bildungs- und Betreuungsgutscheinen dafür sorgen, dass die Leistungen direkt bei den Kindern ankommen. Zudem sollen die Betreuungsplätze flächendeckend ausgebaut werden, „um Eltern die Möglichkeit zu geben, erwerbstätig zu sein“.
Zudem würden sich die Liberalen, um die Bedeutung der vorschulischen Bildung zu unterstreichen, auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene für die schrittweise Abschaffung der Elternbeiträge für die Kinderbetreuung einsetzen.




