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    Kambodscha: Der erste Schritt zur Versöhnung

    Zu 35 Jahren Haft verurteilt: Kaing Guek Eav alias Duch Zu 35 Jahren Haft verurteilt: Kaing Guek Eav alias Duch (27.07.2010) Mit dem ersten Urteil gegen ein führendes Mitglied der Pol-Pot-Diktatur in Kambodscha hat das Land begonnen, seine schreckliche Geschichte aufzuarbeiten: Von 1975 bis 1979 töteten die Kommunisten der Roten Khmer fast zwei Millionen Menschen. Der Projektleiter der Stiftung für die Freiheit für Kambodscha, Moritz Kleine-Brockhoff, sprach im ''Deutschlandfunk'' von einem "ersten Schritt auch zur Versöhnung". Auch der Menschenrechtsbeauftragte Löning und FDP-Fraktionsvize Koppelin begrüßten das Urteil.
35 Jahre Haft lautet das Urteil für Kaing Guek Eav alias Duch. Das internationale Gericht in Phnom Penh sah es für erwiesen an, dass unter seiner Aufsicht rund 14.000 Menschen in einem Foltergefängnis zu Tode kamen. Der Prozess war der erste seiner Art. Vier weitere Mitglieder der Pol-Pot-Diktatur sitzen in Untersuchungshaft. Der Beginn der Verhandlung wird für kommendes Jahr erwartet.

Moritz Kleine-Brockhoff, seit vergangenem Jahr der Projektleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Kambodscha, hält den Prozess für "unheimlich wichtig, weil das Volk sich erstmals wirklich richtig mit der Vergangenheit auseinandersetzt". Die Pol-Pot-Zeit sei in Kambodscha lange Zeit ein Tabuthema gewesen. In der Gesellschaft sei Gewalt auch noch weit verbreitet, weil die Vergangenheit schlecht aufgearbeitet ist, sagte Kleine-Brockhoff dem "Deutschlandfunk". In dem Tribunal sieht er "den ersten Schritt auch zu Versöhnung".

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP)
Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP)
Der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, Markus Löning (FDP), begrüßte, dass das Khmer-Rouge-Tribunal einen der Verantwortlichen für die Massaker des Pol-Pot-Regimes zur Verantwortung gezogen hat. "Tribunale wie dieses sind ein Signal an die Opfer und ihre Angehörigen: Euer Leid wird nicht ungesühnt bleiben. Und sie sind ein klares Signal an die Täter: Ihr werdet damit nicht ungestraft davonkommen! Sie sind daher auch ein wichtiges Instrument des internationalen Menschenrechtsschutzes. Deutschland hat deswegen die Einrichtung des Tribunals politisch und finanziell maßgeblich unterstützt."


Koppelin: Tribunal leistet wichtigen Beitrag für die Aufarbeitung der Schreckenherrschaft

FDP-Fraktionsvize Jürgen Kopplein nahm als stellvertretender Vorsitzender der ASEAN-Parlamentariergruppe mehrfach als Beobachter am UN-Tribunal teil. Für ihn hat das Urteil gegen den Folterchef "nur Symbolwert". Wichtigstes Ergebnis des Prozesses sei die teilweise Aufarbeitung der Schreckensherrschaft der Roten Khmer. "Dafür hat das UN-Tribunal, an dem sich auch Deutschland finanziell und personell beteiligt hat, einen wichtigen Beitrag geleistet", zeigte sich Koppelin zufrieden.

Mit dem Urteil gegen Folterchef Duch sieht Koppelin den Aufarbeitungsprozess jedoch nicht zu Ende. "Die weiteren Angeklagten, darunter der ehemalige Staatschef Khieu Samphan, müssen vor dem UN-Tribunal in Phnom Penh ihr Gerichtsverfahren erhalten." MEHR ZUM THEMA:

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