Seit Jahren fordern die Liberalen die Aussetzung der Wehrpflicht, jetzt ist auch dieses Ziel erreicht: Die Wehrpflicht wird zum 1. Juli 2011 ausgesetzt und die Truppe von 240.000 auf bis zu 185.000 Soldaten verkleinert. Dies sei nicht allein der Verdienst von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) stellt Homburger im Interview mit der „Neuen Passauer Presse klar. Auf Initiative der Liberalen sei im Koalitionsvertrag die Verkürzung der Wehrdienstzeit auf sechs Monate durchgesetzt worden. Diese habe zu dem „beabsichtigen Rutschbahneffekt“ geführt, durch den im Verteidigungsministerium der "Umdenkprozess" erst in Gang gebracht wurde, so die Vorsitzende der FDP im Deutschen Bundestag.
Am 3. Januar haben nun die letzten jungen Männer ihren Wehrdienst in den Kasernen angetreten. Vom 1. März an werden nur noch Freiwillige einberufen, Mitte des Jahres werden Wehr- und Zivildienstpflicht dann für unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Hellmut Königshaus Eine „gewisse Wehmut“ empfindet Hellmut Königshaus schon, angesichts der „wahrscheinlich letzten Einberufung“. Der Liberale wurde vor rund 40 Jahren selbst als Wehrpflichtiger zur Bundeswehr eingezogen und setzt sich heute als Wehrdienstbeauftragter der Bundesregierung für die Belange der deutschen Soldaten ein. Auch wenn er nachempfinden kann, dass mit Blick auf die bevorstehende Aussetzung einige junge Männer nur widerwillig ihren Dienst antreten, warnt der „Anwalt der Soldaten“ davor, unbegründet vom Dienst fernzubleiben. „Noch gilt die Wehrpflicht“, unterstreicht Königshaus in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“.
Die Bundeswehrführung habe allerdings signalisiert, bei begründeten Bitten - beispielsweise bei Überschneidungen mit dem Studien- oder Ausbildungsbeginn - flexibel zu reagieren und die Wehrpflichtigen vom Dienst zurückzustellen. Königshaus ist überzeugt, dass dieser großzügige Kurs beibehalten werde, um jungen Leuten soziale Härten zu ersparen.
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