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    Liberale Bürgermeister: Helmut Behrendt

    Helmut Behrendt

    (10.02.2011) Als Teilnehmer der Protestbewegung in der Wendezeit sei Helmut Behrendt "über Nacht und per Zufall", wie er selber schreibt, Bürgermeister von Zerbst in Sachsen-Anhalt geworden. Ganz offensichtlich nicht zum Nachteil der Bürger. Diese wählten den 62-jährigen Ingenieurpädagogen seit Mai 1990 dreimal wieder. Zuletzt 2008 mit stolzen 67 Prozent für weitere sieben Jahre. Kein Wunder bei seinem Engagement für Stadt und Leute.

Was reizt Sie an Ihrer Aufgabe als Bürgermeister?

Die Vielseitigkeit der Aufgaben und der ständige Kontakt mit Menschen. Man muss über den Dingen stehen, ohne selbst alles machen zu wollen, denn dann verliert man den Überblick. Arbeit und Aufgaben an die zuständigen Mitarbeiter/innen verteilen, kontrollieren, analysieren und nach lösbaren Wegen suchen.

Warum treten Sie für die FDP an?

Mein Vater hatte eine Landwirtschaft und war dementsprechend nicht sozialistisch, sondern wirtschaftlich ausgerichtet. Sein liberaler freiheitlicher Standpunkt, der in unserer Familie kein braunes oder rotes Gedankengut zuließ, prägte mich politisch wie auch menschlich. Mit 22 Jahren trat ich 1970 der LDPD bei, auch mit dem Ziel, einer SED-Mitgliedschaft aus dem Weg zu gehen.

Was zeichnet Ihre Stadt aus?

Ein gut ausgeprägter Mittelstand, solide Finanzpolitik. Eine der geringsten Arbeitslosenzahlen in Sachsen-Anhalt. Ein breit gefächertes Gemeinwesen das funktioniert. Eine stabile Wirtschaftspolitik ist dafür die Basis. Zerbst/Anhalt ist Mittelzentrum. Freizeit, Kultur, Schule und Sport sind die so genannten weichen Standortfaktoren auch für die Ansiedlung und Verbleib von Unternehmen in Zerbst/Anhalt.

Was liegt Ihnen in Ihrer Stadt am meisten am Herzen?

Der soziale Frieden muss gesichert werden. Stabilität und Kontinuität sind die Basis. Alle Beteiligten mit ins Boot nehmen.
Erfolge und die Entwicklung in unserer Stadt sind immer ein Gemeinschaftswerk der Bürgerschaft mit ihren Vereinen, Organisationen, Institutionen, Stadtrat, Kirchen, Wirtschaft, Schulen und Verwaltung.

Haben Sie ein politisches Vorbild?

Da wären einige zu nennen: Unter anderen Walther Rathenau, Theodor Heuss oder Hans-Dietrich Genscher und nicht zu vergessen Helmut Kohl.

Wie verbringen Sie am liebsten Ihre Freizeit?

Zum Entspannen in der warmen Jahreszeit auf der Terrasse mit vielen Pflanzen und Blumen herum. Ansonsten vor dem „Heimkino“ auf der Couch. Aktuelle Berichte, Reise- und Auslandsberichte und vor allem Sportsendungen sind hier meine Themen. „Wer nicht richtig faulenzen kann, kann auch nicht richtig arbeiten“.

Haben Sie ein Lieblingszitat?

Zur Kritikfähigkeit: „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“.

Zur politischen Auseinandersetzung der Spruch von John F. Kennedy: „Vergib deinen Feinden, aber vergiss niemals ihre Namen“

Sonstige Bemerkungen?

Die Wendezeit 1989 bleibt unvergessen. Man hat damals jede neue Nachricht regelrecht aufgesogen. Man sprang von Zimmer zu Zimmer, um Radio- wie Fernsehsender gleichzeitig zu empfangen. Es waren spannende Wochen und Monate. Man fand keine Zeit oder Interesse beziehungsweise Andacht, die Wohnung mal aufzuräumen. Dann die Teilnahme an der Protestbewegung in unserer Stadt und plötzlich bin ich im Frühjahr 1990 über Nacht, mehr durch Zufall, zum Bürgermeister geworden (damals gewählt durch die neu konstituierende Stadtverordnetenversammlung).

Und am 14. Juli 1990 konnte ich zum Parteitag des Bundes Freier Demokraten (BFD) den Außenminister Hans-Dietrich Genscher in unserer Zerbster Stadthalle empfangen. MEHR ZUM THEMA:

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