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    Kirchen wollen enger mit Staatsanwaltschaft kooperieren

    Sabine Leutheusser-Schnarrenberger Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

    (16.04.2010) Am Donnerstag trafen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und Erzbischof Robert Zollitsch in Berlin zusammen, um bei einem ersten Meinungsaustausch die Differenzen der vergangenen Wochen auszuräumen. Die Liberale zog im Interview mit dem ''Deutschlandfunk'' eine positive Bilanz aus dem Treffen. Nun sei endlich klar, "dass ganz eng mit den Staatsanwaltschaften zusammengearbeitet werden muss". "Dies sei "ein gravierender Unterschied", erklärte sie.

Die Kritik der Justizministerin an den trägen Kooperationsbestrebungen bei der Aufklärung der Missbrauchsanschuldigen in kirchlichen Bildungseinrichtungen hatte zu einem Zwist zwischen der Liberalen und dem Freiburger Erzbischof geführt. Nachdem der Streit mittlerweile beigelegt wurde, trafen sich beide Parteien zu einem ersten Sondierungsgespräch.

Der Freiburger Erzbischof Zollitsch, erschien in Begleitung des Beauftragten der deutschen Bischofskonferenz für Missbrauchsfragen, Bischof Stephan Ackermann, dem Sekretär der deutschen Bischofskonferenz, Hans Langendörfer, und dem Leiter des katholischen Büros in Berlin, Prälat Karl Jüsten. Auf Seiten des Bundesjustizministeriums nahmen zudem Staatssekretärin Birgit Grundmann und der Parlamentarische Staatssekretär Max Stadler (FDP) an den Gesprächen teil.

Leutheusser-Schnarrenberger: Ein gravierender Unterschied zur früheren Einstellung

Zollitsch erläuterte zu Beginn des Treffens im Bundesjustizministerium die von der katholischen Kirche ergriffenen Maßnahmen. Die Bistümer hätten bereits seit längerem jeweils eigene Ansprechpartner benannt, an die sich Betroffene mit ihren Anliegen wenden können. Außerdem besteht seit Ende März eine kostenfreie Telefon Hotline für die Mißbrauchsopfer. Die zuständigen Gremien arbeiten zudem an einer Änderung der innerkirchlichen Leitlinien zum Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs, um die Staatsanwaltschaften bei Verdachtsfällen künftig frühzeitig miteinzubinden.

Leutheusser-Schnarrenberger begrüßte die Bemühungen von Seiten der katholischen Kirche. Die Liberale sieht dies als Beweis dafür, dass sich die Kirche inzwischen ernsthaft mit der Aufarbeitung befasst. So sei nun klar, dass ganz eng mit der Staatsanwaltschaft zusammengearbeitet werden müsse und Informationen zügig übermittelt werden, fügte sie hinzu. Dies sei "ein gravierender Unterschied" zur früheren Einstellung, betonte die Justizministerin.

Beide Seiten wollen in enger Kooperation mit den Opfern die Aufklärung der vergangenen Fälle entschlossen voranzutreiben. "Im Mittelpunkt dieser Aufarbeitung müssen dabei immer die Opfer stehen, denen großes Leid zugefügt worden ist und die zum Teil als Erwachsene bis heute darunter leiden. Sie haben ein Recht auf eine ehrliche Aufklärung", machte die Liberale deutlich. MEHR ZUM THEMA:

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