In den untersuchten Schulbüchern wird zum Beispiel vielfach der Eindruck erweckt, die „soziale Frage“ hätte erst mit der Industrialisierung begonnen. Die vorherige, oft bedrückende Situation der Landbevölkerung wird dagegen meist verschwiegen. Ein Buch weist neben einer unreflektierten Darstellung des Kommunismus eine Darstellung der Marxschen Revolutionstheorie auf, die unkritisch unter Verwendung der marxistischen Terminologie der DDR als „wissenschaftlicher Sozialismus“ dargestellt wird.
Doch auch positive Beispiele zeigt die Studie auf: So wird die „Planwirtschaft“ nicht allein aufgrund ihrer ökonomischen Folgen – von der verdeckten Arbeitslosigkeit bis zur Vergeudung von Ressourcen – kritisiert, sondern auch wegen ihrer verheerenden Auswirkungen auf die Zivilgesellschaft und das kulturelle Leben.
Autor der Studie ist Justus Lenz, Mitarbeiter der Universität Erfurt und der Thüringer Zweigniederlassung des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts. Herangezogen hat er Schulbücher der Fächergruppen Geographie/Erdkunde, Geschichte, Politik/Sozialwissenschaft und Wirtschaft, 52 aus Deutschland, 21 aus der deutschsprachigen Schweiz, allesamt neueren Datums.
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