Die Südamerikareise führte den Außenminister in dieser Woche nach Chile, Argentinien, Uruguay und Brasilien. Der Außenminister hat es zu einer seiner Hauptaufgaben gemacht, die oft vernachlässigte Zusammenarbeit Deutschlands mit den Staaten Lateinamerikas auszubauen.
Ausbau der Energieversorgung mit Hilfe deutscher Unternehmen

Deutsch-brasilianische Verhandlungen In Brasilien traf Westerwelle zunächst in der Hauptstadt Brasilia mit seinem Amtskollegen Celso Amorim und dem Industrieminister Miguel Jorge zusammen. Im Gespräch mit Jorge stand der Ausbau der wirtschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Besonderes Interesse bestehen bei der Entwicklung erneuerbarer Energien, der Nutzung der Kernenergie und beim Ausbau der Infrastruktur in Brasilien.
Westerwelle warb für eine Beteiligung deutscher Unternehmen an den entsprechenden Ausschreibungen. "Wir Deutsche haben die Technologie und hervorragende Firmen, die dabei unterstützen können, diese Projekte zu verwirklichen". Westerwelle verwies auch auf den technologischen Vorsprung deutscher Firmen in der Nukleartechnik und bei den erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind.
Beide Länder teilen außenpolitische Positionen

Auch ein Besuch bei Siemens do Brasil stand auf dem Programm, (c) photothek.de Gegenüber Außenminister Amorim betonte Westerwelle, er wolle die Partnerschaft mit Brasilien weiter ausbauen. Brasilien sei ein Land mit "enormer Autorität in der Welt", mit dem die wesentlichen globalen Fragen abgestimmt werden müssten. In der Abrüstungspolitik teilten beide die Vision einer atomwaffenfreien Welt. Mit Blick auf den Nahostkonflikt zeigten sich beide Außenminister besorgt über den neuerlichen Siedlungsbau der israelischen Regierung. Westerwelle kommentierte die Entscheidung als "das falsche Signal zur falschen Zeit". Die so genannte Roadmap sehe das Einfrieren von Siedlungsaktivitäten vor.
Am Donnerstag reiste Westerwelle nach São Paulo weiter, wo er mit Staatspräsident Lula da Silva zusammen traf. Zum Abschluss seiner Reise besuchte Westerwelle am Freitag Rio de Janeiro, wo er sich über den Stand der Vorbereitungen für die künftigen Sportereignisse im Land informierte. Brasilien trägt 2014 die Fußball-WM und 2016 die Olympischen Sommerspiele aus.
Uruguay: Westerwelles Interesse gilt auch den kleinen Staaten

Westerwelle trifft seinen uruguayischen Amtskollegen Almagro Am Dienstag hatte Westerwelle Station in Uruguay gemacht. Mit dem Besuch in dem kleinen, wirtschaftlich aufstrebenden Land zeigte Westerwelle sein Interesse auch an den weniger mächtigen Staaten des Kontinents. In Montevideo traf Westerwelle mit dem neuen uruguayischen Staatspräsidenten José Mujica und mit Außenminister Luis Almagro zusammen.
Am Dienstag traf Westerwelle in Montevideo mit seinem Amtskollegen Almagro und dem linksgerichteten Präsident Mujica zusammen. Der ehemalige Guerillakämpfer Mujica betonte die Rolle Deutschlands als wichtigsten Partner in der EU. Es sei das europäische Land mit dem höchsten Anteil an den uruguayischen Exporten.
Zusammenarbeit auf Energie und Infrastruktur ausweiten
Westerwelle warb dafür, die Kooperation mit Uruguay "auf die Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts" auszudehnen. Dabei seien die verstärkte Zusammenarbeit bei Infrastrukturprojekten und die gemeinsame Entwicklung erneuerbarer Energien von beiderseitigem Interesse.
Westerwelle sagte, Deutschland wolle auch "Beziehungen zu Uruguay, die weit über das Wirtschaftliche hinausgehen". Die politischen, kulturellen und wissenschaftlichen Beziehungen sollten intensiviert werden.
Mit Blick auf Rechtsstaatlichkeit, Rechtssicherheit und Demokratie betonte Westerwelle die Wertegemeinschaft zwischen beiden Ländern. Mit seinem Amtskollegen Almagro unterzeichnete der Außenminister unter anderem ein bilaterales Doppelbesteuerungsabkommen.
Durch seinen Besuch in Uruguay setzte Westerwelle ein Zeichen für die Stärkung der Partnerschaft Deutschlands mit den kleineren und mittleren Ländern des Kontinents. "Ich habe mich entschieden, bei meiner Antrittsreise auf dem Kontinent absichtsvoll nicht nur die großen Länder zu besuchen, sondern auch die mittleren und kleineren Staaten", so Westerwelle.
Am Abend setzte Westerwelle seine einwöchige Reise mit einem Besuch in Brasilia fort. Dort wird er unter anderem mit dem brasilianischen Außenminister Celso Amorim und dem Minister für Entwicklung, Industrie und Außenhandel, Miguel Jorge, sprechen. Am Freitag fliegt der deutsche Tross weiter nach Rio de Janeiro.
Argentinien und Deutschland bauen Beziehungen aus

Westerwelle besichtigt in Argentinien ein Volkswagen-Werk Vor seinem Halt in Uruguay hatte Westerwelle Argentinien besucht. In Buenos Aires versicherte der Außenminister, das Verhältnis zu Argentinien liege für Deutschland in "einem strategischen Interesse". Mit Präsidentin Christina Kirchner vereinbarte Westerwelle den Ausbau der Handelsbeziehungen und die Förderung des wissenschaftlichen Austauschs.
Gegenüber seinem Amtskollegen Jorge Taiana und Präsidentin Kirchner betonte Westerwelle, es sei "eine strategische Entscheidung der Bundesregierung, das Verhältnis zwischen Deutschland und Argentinien zu intensivieren". Er begrüßte die wirtschaftliche Entwicklung Argentiniens. Dabei appellierte Westerwelle zugleich an die Regierung, die hohen Auslandsschulden des Landes zu begleichen.
Um die wissenschaftliche Zusammenarbeit zu verstärken, riefen Westerwelle und Kirchner das Projekt eines gemeinsamen Hochschulzentrums ins Leben. Mit Unterstützung deutscher Unternehmen sollen binationale Studien- und Promotionsprogramme eingerichtet werden.
Westerwelle sichert Chile Unterstützung zu

Der Außenminister übergibt deutsche Hilfsgüter Als erste Station hatte Westerwelle Chile besucht, wo am 27. Februar ein verheerendes Erdbeben rund eine halbe Millionen Häuser zerstört hatte. Etwa 500 Menschen kamen dabei ums Leben. Westerwelle sicherte in Santiago seinem Amtskollegen Fernández die Solidarität Deutschlands zu. "Wir wollen zeigen, dass wir unsere Freunde in der Stunde der Not nicht vergessen", so der Minister. "Wir werden Chile unterstützen, nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten." Mit im Gepäck hatte Westerwelle neben Finanzhilfen auch Hilfsgüter wie Zelte, Decken und Stromaggregate. MEHR ZUM THEMA:
Ausbau der Energieversorgung mit Hilfe deutscher Unternehmen

Deutsch-brasilianische Verhandlungen In Brasilien traf Westerwelle zunächst in der Hauptstadt Brasilia mit seinem Amtskollegen Celso Amorim und dem Industrieminister Miguel Jorge zusammen. Im Gespräch mit Jorge stand der Ausbau der wirtschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Besonderes Interesse bestehen bei der Entwicklung erneuerbarer Energien, der Nutzung der Kernenergie und beim Ausbau der Infrastruktur in Brasilien.
Westerwelle warb für eine Beteiligung deutscher Unternehmen an den entsprechenden Ausschreibungen. "Wir Deutsche haben die Technologie und hervorragende Firmen, die dabei unterstützen können, diese Projekte zu verwirklichen". Westerwelle verwies auch auf den technologischen Vorsprung deutscher Firmen in der Nukleartechnik und bei den erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind.
Beide Länder teilen außenpolitische Positionen

Auch ein Besuch bei Siemens do Brasil stand auf dem Programm, (c) photothek.de Gegenüber Außenminister Amorim betonte Westerwelle, er wolle die Partnerschaft mit Brasilien weiter ausbauen. Brasilien sei ein Land mit "enormer Autorität in der Welt", mit dem die wesentlichen globalen Fragen abgestimmt werden müssten. In der Abrüstungspolitik teilten beide die Vision einer atomwaffenfreien Welt. Mit Blick auf den Nahostkonflikt zeigten sich beide Außenminister besorgt über den neuerlichen Siedlungsbau der israelischen Regierung. Westerwelle kommentierte die Entscheidung als "das falsche Signal zur falschen Zeit". Die so genannte Roadmap sehe das Einfrieren von Siedlungsaktivitäten vor.
Am Donnerstag reiste Westerwelle nach São Paulo weiter, wo er mit Staatspräsident Lula da Silva zusammen traf. Zum Abschluss seiner Reise besuchte Westerwelle am Freitag Rio de Janeiro, wo er sich über den Stand der Vorbereitungen für die künftigen Sportereignisse im Land informierte. Brasilien trägt 2014 die Fußball-WM und 2016 die Olympischen Sommerspiele aus.
Uruguay: Westerwelles Interesse gilt auch den kleinen Staaten

Westerwelle trifft seinen uruguayischen Amtskollegen Almagro Am Dienstag hatte Westerwelle Station in Uruguay gemacht. Mit dem Besuch in dem kleinen, wirtschaftlich aufstrebenden Land zeigte Westerwelle sein Interesse auch an den weniger mächtigen Staaten des Kontinents. In Montevideo traf Westerwelle mit dem neuen uruguayischen Staatspräsidenten José Mujica und mit Außenminister Luis Almagro zusammen.
Am Dienstag traf Westerwelle in Montevideo mit seinem Amtskollegen Almagro und dem linksgerichteten Präsident Mujica zusammen. Der ehemalige Guerillakämpfer Mujica betonte die Rolle Deutschlands als wichtigsten Partner in der EU. Es sei das europäische Land mit dem höchsten Anteil an den uruguayischen Exporten.
Zusammenarbeit auf Energie und Infrastruktur ausweiten
Westerwelle warb dafür, die Kooperation mit Uruguay "auf die Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts" auszudehnen. Dabei seien die verstärkte Zusammenarbeit bei Infrastrukturprojekten und die gemeinsame Entwicklung erneuerbarer Energien von beiderseitigem Interesse.
Westerwelle sagte, Deutschland wolle auch "Beziehungen zu Uruguay, die weit über das Wirtschaftliche hinausgehen". Die politischen, kulturellen und wissenschaftlichen Beziehungen sollten intensiviert werden.
Mit Blick auf Rechtsstaatlichkeit, Rechtssicherheit und Demokratie betonte Westerwelle die Wertegemeinschaft zwischen beiden Ländern. Mit seinem Amtskollegen Almagro unterzeichnete der Außenminister unter anderem ein bilaterales Doppelbesteuerungsabkommen.
Durch seinen Besuch in Uruguay setzte Westerwelle ein Zeichen für die Stärkung der Partnerschaft Deutschlands mit den kleineren und mittleren Ländern des Kontinents. "Ich habe mich entschieden, bei meiner Antrittsreise auf dem Kontinent absichtsvoll nicht nur die großen Länder zu besuchen, sondern auch die mittleren und kleineren Staaten", so Westerwelle.
Am Abend setzte Westerwelle seine einwöchige Reise mit einem Besuch in Brasilia fort. Dort wird er unter anderem mit dem brasilianischen Außenminister Celso Amorim und dem Minister für Entwicklung, Industrie und Außenhandel, Miguel Jorge, sprechen. Am Freitag fliegt der deutsche Tross weiter nach Rio de Janeiro.
Argentinien und Deutschland bauen Beziehungen aus

Westerwelle besichtigt in Argentinien ein Volkswagen-Werk Vor seinem Halt in Uruguay hatte Westerwelle Argentinien besucht. In Buenos Aires versicherte der Außenminister, das Verhältnis zu Argentinien liege für Deutschland in "einem strategischen Interesse". Mit Präsidentin Christina Kirchner vereinbarte Westerwelle den Ausbau der Handelsbeziehungen und die Förderung des wissenschaftlichen Austauschs.
Gegenüber seinem Amtskollegen Jorge Taiana und Präsidentin Kirchner betonte Westerwelle, es sei "eine strategische Entscheidung der Bundesregierung, das Verhältnis zwischen Deutschland und Argentinien zu intensivieren". Er begrüßte die wirtschaftliche Entwicklung Argentiniens. Dabei appellierte Westerwelle zugleich an die Regierung, die hohen Auslandsschulden des Landes zu begleichen.
Um die wissenschaftliche Zusammenarbeit zu verstärken, riefen Westerwelle und Kirchner das Projekt eines gemeinsamen Hochschulzentrums ins Leben. Mit Unterstützung deutscher Unternehmen sollen binationale Studien- und Promotionsprogramme eingerichtet werden.
Westerwelle sichert Chile Unterstützung zu

Der Außenminister übergibt deutsche Hilfsgüter Als erste Station hatte Westerwelle Chile besucht, wo am 27. Februar ein verheerendes Erdbeben rund eine halbe Millionen Häuser zerstört hatte. Etwa 500 Menschen kamen dabei ums Leben. Westerwelle sicherte in Santiago seinem Amtskollegen Fernández die Solidarität Deutschlands zu. "Wir wollen zeigen, dass wir unsere Freunde in der Stunde der Not nicht vergessen", so der Minister. "Wir werden Chile unterstützen, nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten." Mit im Gepäck hatte Westerwelle neben Finanzhilfen auch Hilfsgüter wie Zelte, Decken und Stromaggregate. MEHR ZUM THEMA:




