Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg präsentierte am Montag fünf mögliche Vorschläge zur Reform der Bundeswehr. In seinem favorisierten Modell soll die Wehrpflicht zwar im Grundgesetz erhalten, aber Mitte kommenden Jahres ausgesetzt werden. Das hat natürlich auch Folgen für den zivilen Ersatzdienst. Familienministerin Kristina Schröder möchte den drohenden Mangel an Zivildienstleistenden durch einen freiwilligen Zivildienst kompensieren.
Diese Position findet auch die Unterstützung des FDP-Zivildienstexperten Florian Bernschneider. Er erinnert daran, dass sich die FDP-Bundestagsfraktion immer gegen Zwangsdienste und für Freiwilligkeit ausgesprochen habe.
Eine Stärkung des freiwilligen Engagements im Zuge einer Aussetzung der Wehrpflicht wäre dementsprechend ein klares Zeichen liberaler Politik. Wie eine weitere Stärkung von freiwilligem, bürgerschaftlichen Engagement gerade von jungen Menschen erreicht werden könne, werde die christlich-liberale Koalition daher nun mit Ruhe und Sorgfalt in den nächsten Wochen klären.
Für die FDP-Bundestagsfraktion ist die Planungssicherheit für die Träger der bestehenden (Jugend-)Freiwilligendienste dabei essentiell und müsse gewährleistet bleiben, so Bernschneider.
Mit den Freiwilligendiensten, wie dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ), existiere bereits ein erfolgreiches und etabliertes System, das die Liberalen auch weiterhin fördern möchten. „Doppelstrukturen bedeuten nur neue Bürokratie. Dies wäre dem Ziel, junge Menschen für bürgerschaftliches Engagement zu begeistern und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihren Horizont und ihre persönlichen Fähigkeiten zu erweitern, abträglich. Das sollte unbedingt vermieden werden“, so Bernschneider.
Die FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger wies derweil im "Hamburger Abendblatt" Befürchtungen zurück, ein Ende der Wehrpflicht gefährde die sozialen Dienste. "Es gibt genügend Vorschläge, wie die sozialen Dienste trotz Aussetzung der Wehrpflicht ohne Nachteile erhalten bleiben", so Homburger. "Die FDP will die Freiwilligendienste stärken, denn es gibt viele junge Menschen, die ein freiwilliges soziales Jahr leisten wollen - deutlich mehr, als es Plätze gibt." MEHR ZUM THEMA:
Diese Position findet auch die Unterstützung des FDP-Zivildienstexperten Florian Bernschneider. Er erinnert daran, dass sich die FDP-Bundestagsfraktion immer gegen Zwangsdienste und für Freiwilligkeit ausgesprochen habe.
Eine Stärkung des freiwilligen Engagements im Zuge einer Aussetzung der Wehrpflicht wäre dementsprechend ein klares Zeichen liberaler Politik. Wie eine weitere Stärkung von freiwilligem, bürgerschaftlichen Engagement gerade von jungen Menschen erreicht werden könne, werde die christlich-liberale Koalition daher nun mit Ruhe und Sorgfalt in den nächsten Wochen klären. Für die FDP-Bundestagsfraktion ist die Planungssicherheit für die Träger der bestehenden (Jugend-)Freiwilligendienste dabei essentiell und müsse gewährleistet bleiben, so Bernschneider.
Mit den Freiwilligendiensten, wie dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ), existiere bereits ein erfolgreiches und etabliertes System, das die Liberalen auch weiterhin fördern möchten. „Doppelstrukturen bedeuten nur neue Bürokratie. Dies wäre dem Ziel, junge Menschen für bürgerschaftliches Engagement zu begeistern und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihren Horizont und ihre persönlichen Fähigkeiten zu erweitern, abträglich. Das sollte unbedingt vermieden werden“, so Bernschneider.
Die FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger wies derweil im "Hamburger Abendblatt" Befürchtungen zurück, ein Ende der Wehrpflicht gefährde die sozialen Dienste. "Es gibt genügend Vorschläge, wie die sozialen Dienste trotz Aussetzung der Wehrpflicht ohne Nachteile erhalten bleiben", so Homburger. "Die FDP will die Freiwilligendienste stärken, denn es gibt viele junge Menschen, die ein freiwilliges soziales Jahr leisten wollen - deutlich mehr, als es Plätze gibt." MEHR ZUM THEMA:





Kommentare
Jugendfreiwilligendienste...
Sehr geehrter Herr Gymka, vielen Dank für Ihre Nachricht vom 25. August 2010, in der Sie sich zu den Jugendfreiwilligendiensten äußern. Es ist unbestritten, dass die Anzahl der angebotenen Jugendfreiwilligendienstplätze die Nachfrage bei Weitem nicht decken kann. Offizielle Statistiken des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gehen von ca. 80 000 Bewerbern pro Jahr aus. Es ist bekannt, dass es angesichts der begrenzten Platzzahl auch Mehrfachbewerbungen gibt. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass lediglich 5 Prozent eines Jahrgangs durch die Träger angesprochen werden. Das heißt, dass die Mehrzahl der Jugendlichen über das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) nicht informiert ist. Meiner Meinung nach wäre es ein fatales Signal, wenn die Politik die Bereitschaft junger Menschen, sich für das Gemeinwesen einzusetzen, nicht in angemessener Weise fördert und anerkennt. Deshalb setzt sich die FDP-Bundestagsfraktion für den Ausbau des Platzangebotes ein und möchte die Jugendfreiwilligendienste auch qualitativ durch verbesserte Bildungs- und Anerkennungsmöglichkeiten stärken. Zu Ihrer Einschätzung FSJler bekämen „Hungerlöhne“ für ihren Einsatz, möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei den Jugendfreiwilligendiensten nicht um Beschäftigungsverhältnisse handelt. Formal gesehen erhalten die Freiwilligen also keinen „Lohn“. Sie erhalten ein Taschengeld, zu deren Zahlung der Träger durch das Jugendfreiwilligendienstegesetz (JFDG) verpflichtet ist. Während des Dienstes erhalten die Freiwilligen außerdem Unterkunft und Verpflegung, sie werden durch den Träger in der gesetzlichen Kranken-, Renten-, Unfall-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung versichert und haben Anspruch auf Kindergeld. Die Freiwilligen sind während ihrer Dienstzeit also rundherum abgesichert. Die Jugendfreiwilligendienste geben Jugendlichen die Möglichkeit, sich in einem strukturierten Rahmen über einen längeren Zeitraum für gemeinnützige Zwecke zu engagieren. Sie basieren auf der Idee eines Gebens und Nehmens, bei dem auch die Freiwilligen profitieren. Denn das FSJ und FÖJ sind wichtige Orientierungs- und Bildungsjahre für junge Menschen, in denen sie sich berufliche, soziale und kulturelle Kompetenzen aneignen können. Die Jugendfreiwilligendienste dienen also nicht dazu staatliche Fürsorge zu ersetzen, sondern sind in erster Linie Lern- und Bildungsangebote für junge Menschen. Dies wird auch dadurch garantiert, dass Freiwillige arbeitsmarktneutral eingesetzt werden müssen. Das heißt, sie leisten unterstützende Tätigkeiten und dürfen keine hauptamtlich Beschäftigten ersetzen. Rein zahlenmäßig wäre das auch gar nicht möglich, denn im Bereich der sozialen Dienstleistungen arbeiten 3,5 Millionen hauptamtlich Beschäftigte. Ich hoffe, ich konnte Ihnen verdeutlichen, dass die Jugendfreiwilligendienste dazu dienen, das bürgerschaftliche Engagement junger Menschen zu unterstützen. Mit freundlichen Grüßen Florian Bernschneider