„An manchen Schulen sind Deutsche inzwischen die Minderheit. Es hilft der Integration, wenn dort Deutsch nicht nur im Unterricht gesprochen wird, sondern auch auf dem Pausenhof“, regte Lindner an. Es gebe schon einige Schulen, die mit dieser Regelung gute Erfahrungen gemacht hätten.
Mit Blick auf den Fachkräftemangel sprach sich Lindner im ''Deutschlandfunk'' für einen Aktionsplan im Bereich der Integration aus. Damit soll zum einen Bildungschancen verbessert und Sanktionsmaßnahmen geprüft, zum anderen die Zuwanderung für Hochqualifizierte erleichtert werden. Unterstützung kommt von der Bundesagentur für Arbeit und Wirtschaftsverbänden.
Nach Ansicht der Liberalen führt nicht zuletzt der demographische Wandel dazu, dass man künftig verstärkt auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen sein wird. Geregelt werden sollte diese qualifizierte Zuwanderung durch die Einführung eines Kriterienkatalogs. Mit diesem Punktesystem, das Kriterien wie Sprachkenntnisse, Ausbildung und die Arbeitsmarktlage berücksichtigt, könne gezielt der Wirtschaftsstandort gestärkt werden. Zugleich sei dabei aber auch ein liberales Bleiberecht, Chancengerechtigkeit im Bildungswesen und ein Abbau von bürokratischen Schranken beim Ausländer- und Arbeitsmarktrecht notwendig.
Wirtschaftsverbände und die Bundesagentur für Arbeit (BA) teilen diese Forderung. Die Union dagegen sperrt sich, weil sie entsprechendes Personal aus Langzeitarbeitslosen rekrutieren will. BA-Chef Frank-Jürgen Weise hält dies jedoch für unrealistisch. "Fachkräfte für sehr qualifizierte Jobs sind aus dieser Gruppe kaum zu gewinnen", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".
Deutschland muss für die die besten Talente weltweit attraktiv werden

Christian Lindner FDP-Generalsekretär Christian Lindner empfiehlt der Koalition die Integrationsdebatte zu nutzen, um einen konkreten Aktionsplan aufzustellen. Damit sollen Bildungschancen verbessert und bestehende Sanktionsmaßnahmen auch zur Anwendung gebracht werden. Darüber hinaus will Lindner die Einkommenshürde für Neuzuwanderer reduzieren. Diese liege gegenwärtig so hoch, dass sie kein Absolvent aus dem Ausland erreichen könne. "Das wäre ein konkreter erster Schritt in die richtige Richtung", so Lindner im "Deutschlandfunk".
Lindner stellt klar, dass es nicht um die Zuwanderung in unsere Sozialsysteme, "sondern um die aktive Mitarbeit auf hochqualifizierten Stellen an unserer Zukunft" gehe. Eine fordernde Integrationspolitik und eine gesteuerte Zuwanderung dienten beide deutschen Interessen. "Deshalb müssen wir über ein Punkte-System für die Zuwanderung neu beraten.“
Wir brauchen eine gesteuerte Zuwanderung, egal aus welchem Kulturkreis
FDP-Arbeitsmarktexperte Johannes Vogel plädiert für eine gesteuerte Zuwanderung nach Deutschland anhand eines Punktesystems. Maßstab soll dabei der Bedarf und die Qualifikation sein. "Wir brauchen in Deutschland nicht weniger, sondern erheblich mehr gesteuerte Zuwanderung, egal aus welchem Kulturkreis", so Vogel.
Die jüngsten Äußerungen von CSU-Chef Horst Seehofer, der einen "Zuwanderungsstopp aus anderen Kulturkreisen" gefordert hatte, stoßen bei den Liberalen auf Kritik. Lindner rät dazu, die Äußerungen des CSU-Vorsitzenden vor dem Hintergrund der Umfragen seiner Partei zu sehen. "Sie haben weniger mit den Erfordernissen des Arbeitsmarktes als mit der Positionierung der Konservativen zu tun. Die Forderungen sind zu pauschal, weil sie nicht zwischen einem ungelernten Arbeiter aus Anatolien und einer Ärztin aus dem Iran unterscheiden."
Westerwelle plädiert für fordernde Integration
In der aktuellen Debatte zur Integration der in Deutschland lebenden Migraten spricht sich Außenminister Guido Westerwelle für eine "fordernde Integration" aus. Einwanderer müssten "unser Wertesystem akzeptieren", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Westerwelle lehnt es zugleich "mit Entschiedenheit ab, mit kultureller Herkunft oder angeblicher religiöser Identität zu erklären, wenn Minderheiten diskriminiert oder Frauen und Mädchen unterdrückt werden". Integration habe "nichts Romantisches, sondern etwas sehr Forderndes".
Homburger: Integration ist keine Einbahnstraße
Mit Blick auf die Rede von Bundespräsident Christian Wulff erklärt die FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger im Interview mit der ''Neuen Osnabrücker Zeitung'', dass dieser erneut den Impuls für einen Dialog gesetzt habe. "Die Debatte dürfen wir nicht Polarisierern wie Thilo Sarrazin überlassen", so Homburger. Zugleich sei aber auch klar, dass Integration keine Einbahnstraße sei. "Wer in unser Land kommt, muss die Bereitschaft mitbringen, sich zu integrieren. Ein Zuwanderer muss die deutsche Sprache erlernen und unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung wie auch unser Rechtssystem akzeptieren", erklärt Homburger. "Wir müssen beim Thema Integration endlich von den alten Reflexen wegkommen und sachlich miteinander reden." Sie verweist darauf, dass die Regierung aus Union und FDP die Mittel für Integrationskurse aufgestockt hat. So werden 2010 dafür 218 Millionen Euro bereit gestellt - 44 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Dazu kommen jetzt noch einmal 15 Millionen Euro. MEHR ZUM THEMA:
Mit Blick auf den Fachkräftemangel sprach sich Lindner im ''Deutschlandfunk'' für einen Aktionsplan im Bereich der Integration aus. Damit soll zum einen Bildungschancen verbessert und Sanktionsmaßnahmen geprüft, zum anderen die Zuwanderung für Hochqualifizierte erleichtert werden. Unterstützung kommt von der Bundesagentur für Arbeit und Wirtschaftsverbänden.
Nach Ansicht der Liberalen führt nicht zuletzt der demographische Wandel dazu, dass man künftig verstärkt auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen sein wird. Geregelt werden sollte diese qualifizierte Zuwanderung durch die Einführung eines Kriterienkatalogs. Mit diesem Punktesystem, das Kriterien wie Sprachkenntnisse, Ausbildung und die Arbeitsmarktlage berücksichtigt, könne gezielt der Wirtschaftsstandort gestärkt werden. Zugleich sei dabei aber auch ein liberales Bleiberecht, Chancengerechtigkeit im Bildungswesen und ein Abbau von bürokratischen Schranken beim Ausländer- und Arbeitsmarktrecht notwendig.
Wirtschaftsverbände und die Bundesagentur für Arbeit (BA) teilen diese Forderung. Die Union dagegen sperrt sich, weil sie entsprechendes Personal aus Langzeitarbeitslosen rekrutieren will. BA-Chef Frank-Jürgen Weise hält dies jedoch für unrealistisch. "Fachkräfte für sehr qualifizierte Jobs sind aus dieser Gruppe kaum zu gewinnen", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".
Deutschland muss für die die besten Talente weltweit attraktiv werden

Christian Lindner FDP-Generalsekretär Christian Lindner empfiehlt der Koalition die Integrationsdebatte zu nutzen, um einen konkreten Aktionsplan aufzustellen. Damit sollen Bildungschancen verbessert und bestehende Sanktionsmaßnahmen auch zur Anwendung gebracht werden. Darüber hinaus will Lindner die Einkommenshürde für Neuzuwanderer reduzieren. Diese liege gegenwärtig so hoch, dass sie kein Absolvent aus dem Ausland erreichen könne. "Das wäre ein konkreter erster Schritt in die richtige Richtung", so Lindner im "Deutschlandfunk".
Lindner stellt klar, dass es nicht um die Zuwanderung in unsere Sozialsysteme, "sondern um die aktive Mitarbeit auf hochqualifizierten Stellen an unserer Zukunft" gehe. Eine fordernde Integrationspolitik und eine gesteuerte Zuwanderung dienten beide deutschen Interessen. "Deshalb müssen wir über ein Punkte-System für die Zuwanderung neu beraten.“
Wir brauchen eine gesteuerte Zuwanderung, egal aus welchem Kulturkreis
FDP-Arbeitsmarktexperte Johannes Vogel plädiert für eine gesteuerte Zuwanderung nach Deutschland anhand eines Punktesystems. Maßstab soll dabei der Bedarf und die Qualifikation sein. "Wir brauchen in Deutschland nicht weniger, sondern erheblich mehr gesteuerte Zuwanderung, egal aus welchem Kulturkreis", so Vogel.
Die jüngsten Äußerungen von CSU-Chef Horst Seehofer, der einen "Zuwanderungsstopp aus anderen Kulturkreisen" gefordert hatte, stoßen bei den Liberalen auf Kritik. Lindner rät dazu, die Äußerungen des CSU-Vorsitzenden vor dem Hintergrund der Umfragen seiner Partei zu sehen. "Sie haben weniger mit den Erfordernissen des Arbeitsmarktes als mit der Positionierung der Konservativen zu tun. Die Forderungen sind zu pauschal, weil sie nicht zwischen einem ungelernten Arbeiter aus Anatolien und einer Ärztin aus dem Iran unterscheiden."
Westerwelle plädiert für fordernde Integration
In der aktuellen Debatte zur Integration der in Deutschland lebenden Migraten spricht sich Außenminister Guido Westerwelle für eine "fordernde Integration" aus. Einwanderer müssten "unser Wertesystem akzeptieren", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Westerwelle lehnt es zugleich "mit Entschiedenheit ab, mit kultureller Herkunft oder angeblicher religiöser Identität zu erklären, wenn Minderheiten diskriminiert oder Frauen und Mädchen unterdrückt werden". Integration habe "nichts Romantisches, sondern etwas sehr Forderndes".
Homburger: Integration ist keine Einbahnstraße
Mit Blick auf die Rede von Bundespräsident Christian Wulff erklärt die FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger im Interview mit der ''Neuen Osnabrücker Zeitung'', dass dieser erneut den Impuls für einen Dialog gesetzt habe. "Die Debatte dürfen wir nicht Polarisierern wie Thilo Sarrazin überlassen", so Homburger. Zugleich sei aber auch klar, dass Integration keine Einbahnstraße sei. "Wer in unser Land kommt, muss die Bereitschaft mitbringen, sich zu integrieren. Ein Zuwanderer muss die deutsche Sprache erlernen und unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung wie auch unser Rechtssystem akzeptieren", erklärt Homburger. "Wir müssen beim Thema Integration endlich von den alten Reflexen wegkommen und sachlich miteinander reden." Sie verweist darauf, dass die Regierung aus Union und FDP die Mittel für Integrationskurse aufgestockt hat. So werden 2010 dafür 218 Millionen Euro bereit gestellt - 44 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Dazu kommen jetzt noch einmal 15 Millionen Euro. MEHR ZUM THEMA:




