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Im Interview sprach der Parteichef auch über die aktuelle Situation und die Perspektiven seiner Partei. Die Liberalen seien seit 2009, sowohl in der Koalition als auch im Bundesrat, häufig "gegen Prellböcke gelaufen", stellte Rösler fest. Gleichzeitig seien Erfolge, wie die Abschaffung von ELENA oder die Senkung der Neuverschuldung nicht ausreichend kommuniziert worden. Das Rezept für den Weg aus dem Umfragetief sei "solide, wirksame Arbeit".

Rösler erklärte, dass das Parteiprofil als bürgerliche Mittelstands- und Bürgerrechtspartei allmählich wieder schärfer werde und das neue Leitmotiv Wachstum außerdem eine große Bandbreite von Themen anspreche. "Wir waren uns in der FDP noch nie so einig, dass wir alle vor den Karren müssen, ehe einer wieder hoch auf den gelben Wagen kann", unterstrich der Vizekanzler.

Bei der Aschermittwochskundgebung seiner Partei im niederbayerischen Dingolfing sagte Rösler, die Regierung sei nicht gewählt worden, um sich "in der Öffentlichkeit schön zu streiten", sondern um die Probleme des Landes zu lösen. Gleichzeitig betonte er: "Wenn man uns droht, lassen wir uns davon nicht einschüchtern, sondern wir werden nur noch größer", warnte der Bundeswirtschaftsminister die Union.

Man könne eine Wahl oder ein Amt verlieren, "aber man darf niemals seine Überzeugung verlieren", sagte Rösler unter dem Jubel der 400 Parteianhänger im Saal. "Wer sich selbst zum Weißwürstchen macht, darf sich nicht wundern, dass er als solches verspeist wird", fügte Rösler hinzu.

Jetzt gehen wir nach vorn



Die bayerische FDP hatte ihren Bundesvorsitzenden Philipp Rösler beim Politischen Aschermittwoch mit stürmischem Beifall empfangen. Die Landesvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sagte vor den 400 Parteianhängern in Dingolfing, Rösler habe die Stürme bei der Suche nach einem neuen Bundespräsidenten "standfest überstanden". Aber sie versuchte auch, die Wogen nach dem Koalitionskrach mit der Union zu dämpfen: "Weder Drohgebärden noch Triumphgeheul ist jetzt das Gebot der Stunde". Man habe eine "nicht ganz einfache Situation insgesamt gut gemeinsam gemeistert."

Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch sagte, es sei Röslers Verdienst, dass Deutschland mit Gauck einen Bundespräsidenten bekomme, der von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung getragen werde. "Jetzt wird umgelegt, jetzt gehen wir nach vorn", sagte Heubisch.

Keine Leistung ohne Gegenleistung



Der Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler forderte in seiner viel umjubelten Rede von Griechenland, seine Reformversprechen endlich umzusetzen. "Wir werden uns nicht länger erpressen lassen." Er mahnte: "Keine Leistung ohne Gegenleistung - auch das geht im Rahmen der europäischen Solidarität!" Griechenland habe seine Partner in der Eurokrise immer wieder nur vertröstet. Manches Entwicklungsland tue mehr. "So wird man die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht steigern können", sagte Rösler.

Rösler kritisierte aber auch die Finanzbranche, die viele Jahre mit griechischen Wertpapieren viel Geld verdient habe. Es sei gut, dass private Gläubiger bei der Rettung des hoch verschuldeten Landes einen Beitrag leisten müssten. "Die lassen wir nicht aus dieser Verantwortung heraus." Rösler kritisierte zudem sehr spekulative Leerverkäufe und den Hochfrequenzhandel, bei dem Maschinen in Millisekunden Millionen Wertpapiere kaufen und abstoßen können. Jeder Kaufmann bekomme dabei eine Gänsehaut. "Mit sozialer Marktwirtschaft hat das nichts zu tun."

Hart ins Gericht ging Rösler mit SPD und Grünen. "Schulden haben eine Doppelfarbe: rot und grün oder grün und rot. Aber es ist immer der gleiche Mist." Dass ausgerechnet SPD und Grüne der schwarz-gelben Bundesregierung jetzt gute Ratschläge erteilen wollten, sei originell: Unter Rot-Grün sei Griechenland gegen jede wirtschaftliche Vernunft in die Euro-Zone aufgenommen worden und seien die Maastricht-Kriterien aufgeweicht worden. Die SPD-Spitze bezeichnet Rösler als "die drei scheinheiligen Könige" und die "Lehman-Brothers der Sozialdemokratie".

Das ist der liberale Frühling 2012



In der voll besetzen Stadthalle Dingolfing sorgten die liberalen Redner für ordentlich Stimmung. Hier eine Auswahl der besten Zitate:

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Landesvorsitzende der FDP Bayern:

Die FDP hat in Bayern den Absolutismus beendet. Mit der FDP ist Bayern endlich zu einem modernen Bildungsstandort geworden und wirtschaftlich besser als alle anderen Bundesländer.

Welchen Stellenwert die programmatische Arbeit bei den Grünen hat, kann man daran sehen, dass sich das aktuellste Programm im Archivordner der Homepage befindet.

Miriam Gruß, Generalsekretärin der FDP Bayern:

Am Wochenende wurde auch deutlich, dass sich die FDP nicht alles gefallen lässt. Das ist das Signal des Frühlings 2012. Lassen Sie uns diesen zum liberalen Frühling machen.

Innerparteiliche Demokratie ist in der Union eher ein KANN, kein MUSS. Andere befragen ihre Mitglieder, Merkel nur ihr Spiegelbild.

Wenn die Piraten richtig schlimm protestieren wollen, wissen Sie, was die dann machen? Die gehen OFFLINE. Licht aus. Kein Facebook, kein Twitter, kein iPhone, kein gar nichts! Das ist für einen jungen Piraten Schmerz pur. Ohne Google wissen die ja gar nicht, wer sie sind.

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