FDPEuropawahl

AfD ist national-konservative Protestpartei

EuropawahlFDP grenzt sich scharf ab

AfD-Chef Bernd Lucke hatte jüngst dem Münchner Merkur explizit gesagt, er sei "kein Liberaler". Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner sieht den Richtungsstreit in der AfD bereits für entschieden an. "Herr Lucke spricht aus, was jeder schon weiß: Die AfD ist nicht liberal, sondern eine national-konservative Protestpartei“, so Christian Lindner.

Die Äußerung Luckes gilt als einer der Höhepunkte einer internen Richtungsdebatte zwischen einem erzkonservativen AfD-Flügel und eher liberalen Kräften. Unter anderem die als liberal geltende AfD-Mitgründerin Dagmar Metzger aus München hatte sich vergangene Woche aus der Parteispitze zurückgezogen.

Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner hält fest: "Den Ton in der AfD geben nicht mehr die wenigen Bürgerlichen an, sondern die Hetzer gegen Schwule, Ausländer und Europa", sagte der Liberale dem Münchner Merkur.  Der AfD-Vorsitzende Lucke habe unlängst „lieber eine Fernsehsendung verlassen“, als sich von fremdenfeindlichen Ressentiments einer AfD-Spitzenkandidatin zu distanzieren. Die AfD habe sich von den wirtschaftspolitischen Themen entfernt und spiele mit Ressentiments gegenüber schwulen Fußballern und Ausländern. „Das ist kein liberales Profil.“

Lindner warnte, Europa brauche "weder Romantik von Links noch Nationalismus von Rechts, sondern einen neuen Realismus, der Chancen und Fehler offen benennt". Die AfD hingegen bediene den Wunsch, wieder zurück in die alte Überschaubarkeit des Nationalstaats zu flüchten – sowohl ökonomisch als auch hinsichtlich der Frage der Zuwanderung. „Ich habe Verständnis für dieses romantische Gefühl, aber es ist eben nicht realistisch“ so Lindner.

Kommentare (8)

Sebastian
17.03.2014 - 02:19
Lucke ist kein großes Problem für die FDP - es ist Hans-Olaf Henkel. Er zieht liberal und/oder libertär denkende Bürger wie von selbst an.
Rico
16.03.2014 - 23:40
Merkt denn keiner das die AfD die US Republikaner kopieren?!? Schaut euch mal die Taktik genauer an.
Henning Wiederstedt
13.03.2014 - 17:51
Es ist schon bedauerlich, wenn sich jetzt auch Herr Lindner auf die billige Mediennummer einläßt, der AfD und insbesondere Herrn Lucke Das Logo "rechts, homophob und fremdenfeindlich" anzukleben. Diese Strömungen gibt es zweifellos - aber überall in Europa (was sie nicht besser macht!). Was die AfD wirklich kennzeichnet, ist zumindest ein versuchter Realismus gegenüber Stärken und Schwächen der EU - wo bleibt da die FDP? Über eine Legislaturperiode lang Außen- und Wirtschaftsminister - mal irgendwas gehört? Rösler und Griechenland, das war's dann auch schon, zurückgepfiffen von wem auch immer. Jetzt die Ukraine - 11 Milliarden für wen, die Oligarchen und ihre Politfreunde? Ich habe kein Verständnis für diese Art der "romantischen Werte-Gefühle". Bitte mal weg von den Worthülsen und sagen was Sache ist!
Ralph Wallrabenstein
12.03.2014 - 11:56
Wie kann man überhaupt auf die aberwitzige Idee kommen, bei der AfD handele es sich um eine liberale Partei? Nichts daran ist auch nur im Entferntesten liberal. Die AfD ist eine rechtspopulistische Strömung, die -bisher leider nicht völlig erfolglos- versucht, im liberalen Lager Stimmen abzufischen. Eine liberale Partei, die glaubwürdig, entschlossen und engagiert für ein freiheitliches Europa eintritt, braucht diesen armseligen Haufen in keiner Weise zu fürchten.
Pescheck
11.03.2014 - 19:56
Es ist (leider) zutreffend. Die AfD bietet nach div. Personalquerelen nun auch inhaltlich ein zumindest kritisch hinterfragenswertes Bild. Dies kann (aber muss nicht) durchaus positiv für die FDP sein. Dafür ist m.E. aber eine noch kritischere und offensivere Distanzierung vom derzeitigen Zustand der EU und des EURO notwendig. Es bleibt allerdings das Problem, dass die FDP-(Führung) die jetzigen Zustände, incl. der Folgen/Risiken für den Bundeshaushalt, mitzuverantworten hat, weil sie sich, trotz deutlichem Problembewusstsein, der sg. Koalitionsdisziplin unterworfen hat. Deshalb werden jetzige Distanzierungen immer angreifbar sein.
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