FDPNordkorea

Atomares Tauwetter oder vorgetäuschte Entspannung?

Alexander Graf LambsdorffAlexander Graf Lambsdorff sieht die Ankündigungen des Kim-Regimes skeptisch
24.04.2018 - 14:30

Nach Jahren der atomaren Muskelspiele kündigt Kim Jong-un das Aussetzen des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms an. Kurz vor einem Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten hat diese Ankündigung jedoch einen faden Beigeschmack, stellt FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff fest. "Ich bin mir nicht sicher, ob das eine dauerhafte Maßnahme oder eine rein taktische Ankündigung ist", sagt er.

Auch hinsichtlich eines geplanten Treffens zwischen Kim Jong-un und Donald Trump müsse man skeptisch bleiben gegenüber den Äußerungen. Für Kim bedeutet ein solches Treffen mit dem US-Präsidenten einen enormen Prestige-Gewinn, welcher durch solche Ankündigungen noch verstärkt werden soll. Die Frage ist nur: Was zählen Kims Versprechen? "Denn letztendlich ist Nordkorea immer noch ein Land mit Konzentrationslagern und schwersten Menschrechtsverletzungen", erklärt Lambsdorff.

Für die Kommunikation zwischen Nord- und Südkorea könnten die Versprechen Kims ein erster Schritt der Annäherung sein, der jedoch genauestens beobachtet werden muss. "Man steht hier ganz, ganz, ganz am Anfang eines möglichen Dialogprozesses", sagt Lambsdorff. Für Kim sind die zukünftigen Treffen laut ihm vor allem eines: "Ein großer diplomatische Durchbruch."

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