FDPFachkräftemangel

Chancen der Integration endlich nutzen

Deutschland braucht einen neuen Anlauf für die gesteuerte Einwanderung von FachkräftenDeutschland braucht einen neuen Anlauf für die gesteuerte Einwanderung von Fachkräften
15.08.2018 - 17:05

Der Fachkräftemangel verschärft sich. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) schätzt den dadurch entstehenden volkswirtschaftlichen Schaden auf 30 Milliarden Euro. Eine Lösung für dieses Problem bietet die Migration. „Gut Integrierte müssen die Chance auf einen ‚Spurwechsel‘ haben“, fordert deshalb FDP-Generalsekretärin Nicola Beer. Dies bedeute, dass Flüchtlinge, die gut in den Arbeitsmarkt integriert sind und ihren Lebensunterhalt selbst verdienen, die Möglichkeit haben sollten, sich als dauerhafte Einwanderer zu bewerben. Auch FDP-Präsidiumsmitglied Michael Theurer betont: „Deutschland braucht einen Neustart in der Migrationspolitik.“

„Sonst schicken wir weiter die Engagierten nach Hause, die mit uns in Deutschland etwas aufbauen wollen“, betont Beer. Die Bedingungen für ein Bleiberecht sollen dabei durch ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild festgelegt werden. Deshalb brauche es dringend ein Einwanderungsgesetz. Die Fraktion der Freien Demokraten wird nach der Sommerpause einen entsprechenden Gesetzentwurf einbringen in den Deutschen Bundestag. Der Vergleich Deutschlands mit anderen Einwanderungsländern zeigt, dass hierzulande bisher sehr wenig Einwanderung in die Erwerbstätigkeit stattfindet. "In Deutschland müssen die Hürden gesenkt werden. Vor allem aber brauchen wir ein Punktesystem, so dass jeder seine Chancen auf eine Einwanderung nach Deutschland transparent abschätzen und gezielt daraufhin arbeiten kann", so Theurer.

Um in Deutschland eine Blue Card zu erhalten, braucht man ein Arbeitsplatzangebot mit einem Verdienst von mindestens 52.000 Euro jährlich – bei Mangelberufen sind es immer noch 40.560 Euro. In vielen Branchen ist das unrealistisch, gerade bei Ausbildungsberufen. Stattdessen müsste der Betrag flexibel auf einen branchenüblichen Lohn gesenkt, die Einreise mit Jobseeker-Visum erleichtert und die Anerkennung von beruflichen Abschlüssen beschleunigt und vereinfacht werden.

"Es ist verwunderlich, dass die Chancen der Integration über den Arbeitsmarkt nicht gesehen und endlich konsequent genutzt werden", bedauert Theurer. Er plädiert für ein Umdenken bei der Migration. Es müsse die Möglichkeit zu einem Spurwechsel für diejenigen geben, die als Schutzsuchende kamen, aber keinen dauerhaften Schutz in Deutschland bekommen. "Wer sich integriert, deutsch spricht und für sich selbst sorgen kann, sollte über einen Einwanderungsantrag einen legalen Aufenthalt in Deutschland ermöglicht bekommen", fordert Theurer.

Kommentare (7)

Dr- Klaus Wetter
19.09.2018 - 22:27
Für die Zuwanderer sollten wir auf flankierende Maßnahmen dergestalt achten, daß - diese Menschenam Wohnort nicht in einem "Lager" untergebracht werden, - für jeden Zuwanderer mindestens eine "Patenfamilie" gefunden wird, - !! Gut aber so lässt sich das nicht realisieren!! zu schön um wahr zu sein!! Ich bevorzuge das Kanada Modell !!
PK
17.08.2018 - 10:08
Man kann Ihre Ausführungen nur voll unterstützen. Wir brauchen endlich ganz klare Regelungen, wer einwandern darf und wer nicht; eine Einwanderung in unser Sozialsystem darf es nicht geben und ist gesetzlich auszuschließen, indem juristisch eindeutige Forderungen an mögliche Einwanderer gestellt werden.. Asylsuchende können nur im Lande bleiebn, wenn sie ien Forderungen des Einwanderungsgesetzes erfüllen. Asyl ist ein vorübergehendes Angebot zum Schutz vor Verfolgung im Heimatland. NacEnde des Krieges ist die Rückführung eine Automatik. Es wäre gut, wenn im politischen Raum hier klar differenziert wird. Für Wirtschaftsflüchtlinge ist nur dann Platz, wenn sie die Forderungen des Einwanderungsgesetzes erfüllen; Anträge sind im Heimatland zu stellen und nicht in Deutschland, d.h. sofortiger Rücktransfer ist zwingend notwendig. Ein weiter so heißt, unser Sozailsystem zu zerstören. Wollen wir das???
Dr. L. J.
16.08.2018 - 10:26
Was der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein angeregt hat "Spurwechsel in der Asylpolitik" ist Gold richtig und es ist zu begrüßen, dass die FDP dieses Anliegen unterstützt. Aber die Pseudodemokraten, die laut schreien: es ist mit den Gesetzen nicht vereinbar, vergessen, dass Gesetze in bestimmten Zeiten unter bestimmten Voraussetzungen von Menschen für Menschen gemacht worden sind. Als Patrioten und Diener des Volkes müssten Politiker die Interessen des Volkes im Auge haben. D.H. ändern sich die Umstände unter denen die Gesetze gemacht worden sind, so ist es vernünftig und Folge Richtig die Gesetze zu ändern. Warum sollte man Junge Fachkräfte, die sich in jeder Hinsicht bewährt haben und von Ihren Arbeitgebern hoch geschätzt sind in Ihre ursprünglichen Heimat zurück schicken um auf der anderen Seite neue Fachkräfte zu werben von denen man weniger weiß un die müssen sich erst mal bewähren, das ist unlogisch, volkswirtschaftlich schädlich und, und..
Maria Rita Popp
16.08.2018 - 10:10
Ich bin dafür, dass diese Zuwanderer die Arbeitsplätze bzw. Ausbildungsplätze haben, bleiben dürfen. Deutschland braucht dringen Atbeiter/innen im Handwerk (alle Branchen) und in der Pflege bzw. in den medizinischen Berufen. Ich bin für einen neues Einwanderungsgesetz .
Peter Kaiser
16.08.2018 - 09:28
Fachkräfte anlocken! Das klingt sehr schön, aber wo gibt es Fachkräfte, die bei uns auch eingesetzt werden können? Wir werden uns auch in Zukunft unsere Fachkräfte selber "backen" müssen. Da unsere Ausbildungsstellen nicht mehr überall besetzt werden können, müssen wir zwangsläufig auch auf Migranten zurückgreifen, die bereits im Lande sind. Wir sollten auch keine Fachkräfte aus Entwicklungsländern "anlocken", weil deren Wirtschaft dadurch dauerhaft geschädigt wird. Wir betreiben Wirtschaftshilfe, um den Entwicklungsländern zu helfen, auf eigenen Füßen zu stehen und nicht um ihre Fachkräfte "anzulocken". Auch wenn Migranten vielleicht anfangs noch finanziell vom Jobcenter unterstützt werden müssen, auf Dauer sind sie ein Gewinn für unsere Wirtschaft und unser Land. Deshalb sollte für Migranten in Ausbildung in Deutschland der subsidiäre Schutz in ein Aufenthaltsrecht umgewandelt werden, dessen Dauer von Jahr zu Jahr vergrößert wird, damit Arbeitgeber Sicherheit haben.
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