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Das Tempolimit ist Symbolpolitik

Stau auf der AutobahnDas Tempolimit ist Symbolpolitik

Kaum ein Thema ist bei Autofahrern in Deutschland so umstritten wie Tempolimits. Eine Regierungskommission, die an Vorschlägen für mehr Klimaschutz arbeitet, hat die Idee jetzt wieder ins Spiel gebracht - und die DUH springt auf den Zug auf. Sie fordert 120 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf Landstraßen für den Klimaschutz. "Grüne fordern seit 40 Jahren mit immer neuen Vorwänden Fahrverbote und Tempolimits. Dabei bringen sie nichts. Pure Symbolpolitik", stellt FDP-Präsidiumsmitglied Michael Theurer fest. Das FDP-Präsidiumsmitglied Frank Sitta pflichtet ihm bei: "Die Vorschläge sind eine verkehrs- und klimapolitische Zumutung."

Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagfraktion, Oliver Luksic, warf den Grünen vor, einen Kampf gegen das Auto zu führen. "Auto fahren soll massiv verteuert und eingeschränkt werden", sage Luksic. "Diese grüne Politik ist extrem unsozial und wird zudem wirtschaftlichen großen Schaden in der deutschen Schlüsselindustrie anrichten." Michael Theurer unterstreicht: "Diese Angriffe auf die individuelle Mobilität und dieser Kreuzzug gegen unsere Schlüsselindustrie Automobilwirtschaft müssen endlich aufhören."

Die Freien Demokraten wollen den Klimaschutz mit weniger invasiven Maßnahmen erreichen. Der Fokus liegt dabei auf dem Emissionzertifikatehandel - in diesen sollen auch andere Sektoren als bisher integriert werden. Insbesondere Verkehr und Wärme wären davon betroffen. Dadurch kann CO2 dort eingespart werden, wo die Einsparung am günstigsten ist. Durch den Handelsmechanismus gibt es dynamische Innovationsanreize. Frank Sitta: "Wir brauchen Technologieoffenheit für Innovationen aller Art, statt eine Fixierung auf einzelne Antriebsarten und feste Quoten!"

Kommentare (10)

Klaus Peitzmeier
23.01.2019 - 19:22
Vielleicht sollte man ein Tempolimit von 130 nicht mehr so pauschal ablehnen. Die Bürger, insbesondere die Bürgerinnen tendieren m.E. immer mehr zum Tempolimit. Uneingeschränktes Drauftreten zu fordern hat etwas Primitives, etwas Dandyhaftes. Das Volksempfinden tendiert vermehrt dazu, ungebremste Geschwindigkeit nicht als Freiheit, sondern als Rücksichtslosigkeit zu deuten. Ich fahre sehr oft auf Österreichs Autobahnen und empfinde das dortige Tempolimit eher als Befreiung vom Stress, denn als Eingriff in die Freiheit. Zweifelsfrei ist der Spritverbrauch niedriger und der Verkehr flüssiger (allerdings gibt es dort auch erheblich weniger Baustellen). Ich finde, ein Tempolimit hat ganz viel mit gesundem Menschenverstand und wenig mit Einschränkung der Freiheit zu tun.
Dr. Michael Kanno
23.01.2019 - 19:06
Die Zahl der Verkehrstoten in den USA beträgt 36.000 pro Jahr. Die USA haben ca. 320.000.000 Millionen Einwohner. Deutschland hat ca. 80.000.000 Einwohner und ca. 3700 Verlehrstote zu beklagen. So gesehen müssten die USA nach deutschen Verhältnissen Verkehrstote haben wie Deutschland, also 14800. Haben aber de facto 36.000, d.h. 2,5 mal soviele tödliche Opfer wie Deutschland. Das zeigt anschaulich, dass die hiesige Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen von 130 km/h optimal ist und die geschwindigkeit nicht der alleinige Risikofaktor ist. Alles andere sind unbewiesene Behauptungen von grün-linken Ideologen, die im Grunde der Autoindustrie schaden wollen und ein anderes(welches?) Gesellschaftssystem herbeizwingen wollen. In Groß-Britannien(bald Klein-Britannien?) gilt Tempo 112 km/h. Das Schicksal der dortigen Autoindustrie ist hinlänglich bekannt.
Christoph Heine
23.01.2019 - 19:05
Die CO2-Konzentration steigt ungebremst seit Jahrzehnten - und im Klimaschutz wird immer nur darüber geredet, wie man den Anstieg verlangsamen könnte. Dabei sollten wir uns doch Gedanken machen, wie man die Konzentration wieder senken kann, oder? Alles, was dazu hilft, und noch dazu ab morgen früh (!) wirksam werden kann, sollten wir gemeinsam umsetzen. Noch dazu sind wir in Deutschland mit einem Tempolimit nicht die Vorreiter, sondern die absoluten Nachzügler. Von einem "Kreuzzug" gegen die Autoindustrie kann nicht die Rede sein, die muss sich ohnehin auf massive Veränderungen einstellen. Ob mit oder ohne Tempolimit. Neue Technologien sind auch gut, aber die Umsetzung von der Entwicklung bis zum flächendeckenden Einsatz dauert Jahre bis Jahrzehnte. Und was ist daran unsozial, wenn Autofahren teurer wird? Auto fahren ohnehin eher die Privilegierten in Deutschland. Die FDP sollte ihre Position zum Tempolimit überdenken.
Henning Wüstefeldt
23.01.2019 - 18:43
Ich halte ein Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen durchaus für vernünftig und auch für geboten, nicht vorrangig für den Klimaschutz, sondern aus Sicherheitsgründen und für entspannteres Fahren, siehe z.B. Frankreich, als auf unseren Autobahnen mit einer grossen Zahl von arroganten Rasern mit ihren überdimensionierten SUVs. Ich bin auch (noch) FDP-Mitglied und halte es für anmaßend, wenn Vertreter der Bundesparteispitze Meldungen und Kommentare verbreiten, wie -Tempolimits seien pure Symbolpolitik - oder - verkehrs- und klimapolitische Zumutung - so als wäre das die abgestimmte Auffassung der Partei, d.h. ihrer Mitglieder. H. Wüstefeldt
Ebertin, Baldur R.
23.01.2019 - 18:39
Die Mehrzahl der Autofahrer scheint mir sowieso um die 130 km/std. zu fahren. Wer schneller fahren will, soll das in aller Freiheit und Selbstverantwortung tun. Ich bin für die Freiheit der Fahrt. Dr. Ebertin

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