StiftungKorea-Konflikt

Dass Trump nach Seoul kommt, ist Provokation genug

SeoulSeit 30 Jahren ist die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in der südkoreanischen Hauptstadt präsent
07.11.2017 - 14:00

Am Dienstag macht US-Präsident Donald Trump auf seiner Asienreise Station in Südkorea. Zum üblichen Besuchsprogramm ausländischer Staatsgäste gehört auch die DMZ - die demilitarisierte Zone, die Nord- und Südkorea am 38. Breitengrad trennt. Dass Trump einen Blick über Mauern und Stacheldraht ins abgeschottete Nordkorea werfen wird, ist nicht mehr geplant. Lars-André Richter, Büroleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Seoul, würde aber nicht nur das für eine Provokation halten: "Alleine schon, dass er nach Seoul kommt und hier wahrscheinlich auch eben die Militärbasis besuchen wird und sich mit Militärs treffen wird, alleine das ist ja schon Provokation genug."

Richter ist sicher: "Er wird mit Sicherheit auch irgendetwas sagen, egal ob vorbereitet oder nicht zum gegenwärtigen Konflikt und zu Nordkorea. Also insofern die Präsenz alleine und der Besuch hier dürften Provokation genug sein, unabhängig vom Besuchsprogramm."

Seit 30 Jahren ist die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in der südkoreanischen Hauptstadt präsent - mit einem Büro auf dem Campus der Hanyang Universität. Zur Feier dieses Jubiläums fand in Seoul eine Tagung zu den Herausfoderungen der Globalisierung und Digitalisierung statt - mit Blick auf Korea und Deutschland. Der stellv. Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Professor Karl-Heinz Paqué, nahm daran teil. Eine besondere Freude für ihn, da er seit einigen Jahren auch aktives Mitglied im koreanisch-deutschen Konsultationsgremium der beiden Regierungen zu Fragen der Wiedervereinigung ist. Paqué sieht auffallende Parallelen zwischen den beiden Ländern.

Die Wunde der anhaltenden Teilung der koreanischen Halbinsel war auch ein prominentes Thema der Redebeiträge beim Festakt. Angesichts der jüngsten, vom Norden ausgehenden Spannungen auf der Halbinsel scheint alles Nachdenken über eine Wiedervereinigung der beiden Koreas nahezu absurd, zumindest auf den ersten Blick. Paqué ermutigte - auch dabei ganz liberaler Optimist - seine Zuhörer in seiner Rede, den Glauben an das Unvorstellbare nicht zu verlieren.

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