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In der Verteidigungspolitik ist der Brexit schon real

EuropafahneFrankreich und Spanien springen in die britische Bresche

Bislang ist weder klar, zu welchen Bedingungen das Vereinigte Königreich die Europäische Union verlassen wird, noch, ob es am Ende überhaupt zum Brexit kommt. Während das britische Unterhaus jedoch weiter um eine mehrheitsfähige Strategie ringt, werden in der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik längst Tatsachen geschaffen. In Erwartung des Austritts aus der Europäischen Union haben aber sowohl der Einfluss Londons in der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP). als auch der britische Beitrag zur militärischen Lastenteilung in Europa dramatisch zu schwinden begonnen, analysiert Stiftungsexperte Sebastian Vagt.

Die britische Regierung wurde im Bereich der gemeinsamen Außenpolitik durch andere Mitgliedstaaten häufig als "Bremser" wahrgenommen, nicht zuletzt weil London durch die europäischen Initiativen weder seine eigene Souveränität eingeschränkt noch die NATO infrage gestellt sehen wollte. Gemeinsam mit Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien übernimmt das Vereinigte Königreich bisher herausgehobene Führungsaufgaben in der europäischen Verteidigungspolitik.

Das ändert sich nun: Seit letztem Jahr ist bekannt, dass das operative Hauptquartier der Mission Atalanta aus Northwood ins spanische Rota verlegt werden wird. Das Kommando über eine andere große EU-Mission, EUFOR Althea in Bosnien-Herzegowina, geht von einem britischen an einen französischen Befehlshaber über. Darüber hinaus wird London entgegen anders lautender Ankündigungen nicht wie ursprünglich geplant ab Juli 2019 die Führung einer EU battlegroup übernehmen. Auch hier werden die Franzosen in die britische Bresche springen.

Lesen Sie hier, was der erwartete Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union in der Verteidigungspolitik bedeutet.

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