FDPTracing-App

Deutsche Corona-App startet in Liechtenstein

Frau hält ein Smartphone Erst Mitte Juni soll Deutschland eine Corona-App bekommen. Deutsche Entwickler haben bereits eine App entwickelt, die nun in Liechtenstein veröffentlicht wird.
20.05.2020

Eine Tracing-App soll bei der Nachverfolgung und Durchbrechung von Infektionsketten helfen, doch auf dem deutschen Markt ist sie immer noch nicht. Die ständigen Verzögerungen führen nun auch bei deutschen Programmierern zu Frustration. Dabei wäre gerade jetzt eine Tracing-App wichtig, um bei den Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen mögliche Infektionsketten nachverfolgen zu können. "Es gibt in Deutschland seit Wochen einen fast fertigen Programmiercode für eine Warn-App", sagt FDP-Digitalpolitiker Manuel Höferlin gegenüber dem ZDF. Doch aufgrund des fehlenden Tempos Deutschlands soll nun die App stattdessen in Liechtenstein veröffentlicht werden.

Schon vor sechs Wochen hätten deutsche Start-Ups mit der Arbeit an einer App begonnen. Den Zuschlag für die App in Deutschland erhielten jedoch die Deutsche Telekom und SAP, gegen die grundsätzlich nichts einzuwenden sei, die aber „wenig Erfahrung bei der Entwicklung von Apps für End-User“ haben, so Höferlin. Im Kanzleramt sei das Projekt schlecht koordiniert worden – für Höferlin ein weiteres Indiz, dass Deutschland ein Digitalministerium brauche.

Auch CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn wird dafür kritisiert, das Projekt verzögert zu haben. Erst sollten Handynutzer über Funkzellen geortet werden, jetzt soll das doch via Bluetooth geschehen. Eine Folge dafür, dass die deutsche Corona-App erst Mitte Juni erscheinen soll, das genaue Datum für den Start in Deutschland sei dabei aber immer noch nicht sicher.

Deutsche Tracing-App in Liechtenstein

Das dauerte einigen Entwicklern zu lange, weshalb sie sich selbst an eine App gesetzt haben, hinter der laut ZDF millionenschwere Tech-Unternehmen stecken. Diese soll nun in Liechtenstein veröffentlicht werden. Dabei handele es sich um eine dezentrale Lösung, die datenschutzkonformes Tracing verspricht. Per Fingerabdruck können sich Nutzerinnen und Nutzer ausweisen und damit ihre Daten schützen. Dabei kann angegeben werden, ob sie positiv auf COVID-19 getestet wurden, und ob ein positives Ergebnis anonymisiert an andere Nutzerinnen und Nutzer weitergegeben werden darf. Wer die App nutzt, erhält dann eine Push-Nachricht, wenn sich eine Person mit positivem Test in näherer Umgebung aufhält.

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