FDPSPD-Drama

Deutschland braucht einen neuen Aufbruch

Christian LindnerDie Bundesregierung und Deutschland brauchen einen neuen Aufbruch, meint Christian Lindner

Die Berliner Turbulenzen bringen nicht nur Union und SPD in eine schwierige Lage. Die große Koalition beschäftigt sich nur mit dem mutlosen Abarbeiten kleinteiliger Sozialpolitik und Umverteilung. Das monierte BDI-Präsident Dieter Kempf beim Tag der Industrie. FDP-Chef Christian Lindner konnte ihm ebendort nur beipflichten. Er mahnte: "Die SPD lähmt die gesamte Regierung. Deutschland verliert Zeit. Die Union hat es in der Hand, ob und wann es einen neuen politischen Aufbruch gibt." Wie der aussehen könnte skizzierte Lindner im Anschluss in seiner Rede beim Wirtschaftsrat der CDU.

"Wenn wir jetzt nun auf unser Land schauen, in diesem Juni 2019 sind wir am Ende eines langen Konjunkturzyklusses", holte er aus. "Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschlechtern sich. In Europa werden neue Weichen gestellt. Wir haben tiefgreifende technologische Veränderungen. Wir haben Protest auf der Straße, jeden Freitag. Das einzige was wir momentan nicht haben, ist eine handlungsfähige Bundesregierung", hielt Lindner fest. Die Sozialdemokratie sei gegenwärtig instabil und das übertrage sich auf die Regierung, die deshalb gelähmt sei.

Lindner befüchtet, dass dieser Zustand sich auch nicht bessern wird: "Wird es nicht eher so sein, wie schon in den letzten Jahren seit 2013? Dass die SPD sich ihr Leiden in der Regierung bezahlen lässt durch Abermilliarden an immer neuen Umverteilungen?" Er malt ein weitres Schreckensszenario an die Wand: "Es sind jetzt die Kevin Kühnerts dieser Welt, die die größte Volkswirtschaft in Europa in Geiselhaft nehmen." Das lässt ihn zu der Überzeugung kommen: "Inzwischen ist jede andere Konstellation, die Klarheit schafft, inklusive der Option Neuwahlen, für unser Land besser."

Soli abschaffen, Bildung fördern, Klimaschutz ernst nehmen

Lindner bietet der Union eine Zusammenarbeit an. Die Freien Demokraten würden Soli-Aus, Bürokratieabbau oder vernünftigem Klimaschutz im Bundestag sofort zustimmen. "Wenn die Leute mehr Klimaschutz wollen, dann bieten wir ihnen doch mehr Klimaschutz. Bitte nicht im Weg des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Dessen Bilanz nach mehr als einem Jahrzehnt Planwirtschaft ist: Klimaziele nicht erreicht, höchste CO2-Vermeidungskosten weltweit, höchste Strompreise für Bafög-Empfänger, Rentner und betriebliche Verbraucher. Einem "marktwirtschaftlichen sektorübergreifenden System mit Technologieoffenheit, das wir auf dem günstigsten, besten, schnellsten Weg Klimaschutz betreiben", würden die Freien Demokraten zustimmen

Das gilt auch für die wichtigste Zukunftsaufgabe, die vor uns liegt: "Wenn die CDU im Deutschen Bundestag den Antrag stellt, die Bildungsinvestitionen zu erhöhen und eine Exzellenzinitiative für die berufliche Bildung zu beschließen, damit wir auch im Bereich der nicht akademischen Berufe des Dualen Systems wieder wettbewerbsfähig werden, dann werden die Freien Demokraten im Deutschen Bundestag zustimmen", so der FDP-Chef.

Lindner mahnt: "Wir haben keine Zeit zu verlieren. Ich glaube, die Union hat die Chance, ein Momentum zu gewinnen für eine neue Konstellation in Deutschland, die die drängenden Probleme tatsächlich angeht." Die FDP sei "jetzt und in der Zukunft" bereit, wesentliche Vorhaben im Bundestag zu unterstützen. 

Kommentare (2)

Trueteam
06.06.2019 - 15:41
Ich finde, es ist einfach Zeit, dass die FDP wieder in die Regierung kommt, damit endlich der Stillstand aufhört. Daher ist es, auch aus meiner SIcht notwendig, dass die FDP in Zukunft keine Koalitionen mehr vor der Wahl ausschließt ( mit Ausnahme Koalition mit der Linkspartei oder NPD ). Ob es dann reicht, muss man in den Koalitionsverhandlungen sehen
Dr.Jaser Tadros
06.06.2019 - 13:07
Also unter dem Motto " gemeinsam sind wir stark und mit einer Stimme in allen Angelegenheiten sprechen", kann die FDP eine reale liberale Politik durchsetzen. Wir muessen auch weiter an der Entwicklung und Erarbeitung von neuen liberalen Arbeitsstrategien , die die FDP vollkommen von den anderen Volksparteien unterscheiden und mehr Glaubwuerdigkeit und Vertrauen bei den Bundesbuergern sowohl auf Bundes - als auch auf Landesebenen gewinnen . Andererseits muessen wir von den Fehlern der anderen Parteien lernen und was sie fuer falsche Politiken bisher gegenueber der Gesellschaft betrieben haben , z.B. warum so viele junge Leute unter 30-Jahren bei den letzten Landtagswahlen in einigen Bundeslaendern die Buendnis 90 der Gruenen waehlten/dieses Raetsel muss man herausfinden u. es ist auch weiterhin in den naechsten Landtagswahlen dies zu erwarten ? Dies muessen wir gemeinsam kuenftig daran arbeiten , so dass die FDP kuenftig die zweite oder dritte staerkste Kraft in Deutschland wird .

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