Deutschlandstipendium

Studentin in der Bibliothek© Foto: Shutterstock

Eine neue Stipendienkultur in Deutschland: Mit dem Nationalen Stipendienprogramm – kurz Deutschlandstipendium – hat die FDP ein Kernanliegen ihrer Politik umgesetzt. Besonders begabte oder engagierte Studierende erhalten unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern die Möglichkeit, mit 300 Euro monatlich gefördert zu werden. Für die finanzielle Unterstützung sind nicht alleine gute Noten ausschlaggebend, auch gesellschaftliches Engagement oder besondere Lebensumstände zählen.

Das Deutschlandstipendium fördert so den Aufstieg durch Bildung und ermöglicht mehr jungen Menschen eine akademische Ausbildung. Mittelfristig soll mindestens jeder zehnte Studierende in Deutschland mit einem Stipendium gefördert werden. Damit wird eine neue Stipendienkultur in Deutschland etabliert und die Begabungsförderung gestärkt.

Gleichzeitig wird die Wirtschaft mit eingebunden bei der Förderung unserer Nachwuchstalente. Die Hochschulen leisten ihren Beitrag, indem sie und private Förderer werben. Für jeden Euro, den die Hochschule bei privaten Stiftern erfolgreich eingeworben hat, gibt der Staat einen Euro dazu. Bund und Gesellschaft teilen sich also die Verantwortung. So setzen wir uns an die Spitze der Begabtenförderung.

Einige FDP-Abgeordnete hatten sich entschieden, mit gutem Beispiel voranzugehen und sind selber aktiv geworden. Patrick Meinhardt, damaliger bildungspolitischer Sprecher der FDP und Berichterstatter für das Deutschland-Stipendium, war es wichtig, einen Theologie-Studenten seiner Heimatuniversität Heidelberg zu fördern. Der Student kommt aus einer Familie, für die das Studium nicht selbstverständlich ist. "Das spiegelt auch meine eigene Lebensbiographie wider", so Meinhardt.

FRAGEN UND ANTWORTEN ZUM DEUTSCHLANDSTIPENDIUM

Warum ist das Deutschlandstipendium sozial gerecht?

Weil es den Aufstieg durch Bildung fördert. Indem wir die drei Säulen der Studienfinanzierung – BAföG, Stipendien und Bildungsdarlehen – weiter verbessern, ermöglichen wir mehr jungen Menschen ein Studium. Wir erleichtern Studieninteressierten, die aus finanziellen Gründen zögern ein Studium aufzunehmen, die Entscheidung für eine Hochschulausbildung.

Weil bei der Auswahl der Stipendiaten nicht allein die Noten ausschlaggebend sind. Neben Begabung und Leistung sollen auch gesellschaftliches Engagement, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, oder besondere Umstände berücksichtigt werden, die sich beispielsweise aus der familiären Herkunft ergeben.

Weil die Stipendien aus diesem Programm nicht auf das BAföG angerechnet werden. Begabte Studierende, die aus einfachen finanziellen Verhältnissen stammen, erhalten auf diese Weise zusätzlich zum BAföG eine Leistungsprämie, die nicht zurückgezahlt werden muss. Stipendien ermutigen junge Menschen aus allen sozialen Schichten bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit.

Weil das Deutschlandstipendium an allen Hochschulen in Deutschland gleichermaßen umgesetzt wird – auch an den Fachhochschulen, an denen traditionell ein größerer Prozentsatz von Studierenden aus einem nicht-akademischen Elternhaus stammt als an den Universitäten. 

Warum setzen wir auf beides: Ausbau des BAföG und des Stipendienwesens?

Weil die Förderung von Spitzenleistung und von Kompetenz in der Breite zusammen gehören: Jede Spitze braucht ein breites Fundament. Für beides, Breite und Spitze, sind Leistungsanreize nötig. Indem wir heute zukünftige Leistungsträger fördern, stärken wir die internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Innovationskraft unseres Landes.

Weil wir mehr junge Menschen zur Aufnahme und zum erfolgreichen Abschluss eines Studiums ermutigen und sie zu Spitzenleistungen motivieren wollen. Deutschland benötigt eine größere Zahl von hochqualifizierten Fachkräften und Nachwuchswissenschaftlern.

Weil die 300 Millionen Euro, die der Bund in der Endausbaustufe des Nationalen Stipendienprogramms in Stipendien investieren wird, für 160.000 Studierende ein monatliches 300-Euro Stipendium bedeuten, und zwar auch dann, wenn sie bereits mit dem BAföG-Höchstsatz gefördert werden. Wenn wir nur Breitenförderung nach dem Gießkannenprinzip betreiben und auf gezielte Anreize zu Spitzenleistungen - gerade auch unter jungen Menschen aus finanziell schlechter gestellten Familien - verzichten, werden wir in der globalisierten Welt das Nachsehen haben. Und wir würden darauf verzichten, begabten jungen Menschen bei der Entfaltung ihrer Potentiale zu helfen.

Warum ist das Deutschlandstipendium für die Hochschulen ein Gewinn und warum ist es insbesondere auch für Hochschulen in strukturschwachen Gebieten interessant?

Weil das Programm die Vernetzung der Hochschulen mit ihrem gesellschaftlichen Umfeld stärkt und in der Öffentlichkeit das Bewusstsein dafür weckt, dass Bildung und Ausbildung nicht allein staatliche Aufgaben sind.

Weil die Hochschulen durch Auslobung von Stipendien leistungsstarke Studierende für sich gewinnen können.

Weil die Stipendienvergabe der Profilbildung der Hochschulen dient.

Für Hochschulen in strukturschwachen Gebieten ist das Programm interessant, weil der private Stipendienanteil nicht allein aus der Wirtschaft stammen muss. Private Mittelgeber sind auch Stiftungen, Vereine, Kammern oder Alumni aus ganz Deutschland.

Weil auch und gerade strukturschwache Standorte profitieren. Dies belegen Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen: So waren die Hochschulen Duisburg-Essen und Bochum bei der Mittelakquise besonders erfolgreich. Bei den Fachhochschulen war beispielsweise die Fachhochschule Gelsenkirchen nicht weniger erfolgreich als die Fachhochschule Köln. 

Warum sollten sich die Hochschulen von den Kosten für die Einwerbung der Mittel nicht abschrecken lassen?

Weil sich der Bund mit einer Pauschale an den Verwaltungskosten beteiligt.

Weil sich Synergieeffekte ergeben werden. Wer einmal gespendet hat, muss beim zweiten Mal nicht mehr überzeugt werden. 

Warum ist die Etablierung einer Stipendienkultur in Deutschland wichtig?

Weil die Stipendienkultur und das private Engagement für die Unterstützung Studierender in Deutschland bislang schwach ausgeprägt sind: Rund ein Prozent aller Studierenden erhält ein Stipendium der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützten 12 Begabtenförderungswerke oder ein Aufstiegsstipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung; gut ein weiteres Prozent wird durch private Stipendien gefördert. Ziel ist es, den Anteil der Stipendiatinnen und Stipendiaten unter den Studierenden bundesweit mittelfristig auf zehn Prozent zu erhöhen.

Weil Bildung und Nachwuchsförderung gesamtgesellschaftliche Aufgaben sind.

Weil die Alumni der Hochschulen so die Chance erhalten, ihrer ehemaligen Ausbildungsstätte im Sinne eines akademischen Generationenvertrags „etwas zurückzugeben“ und Verantwortung für Studierende der nächsten Generation zu übernehmen.

Weil der Anteil privater Quellen an den Bildungsausgaben im Tertiärbereich in Deutschland mit 15 Prozent (2006) weit unterhalb des OECD-Durchschnitts (27,4 Prozent) und weit hinter wichtigen Wettbewerbern wie Japan (67,8 Prozent), USA (66 Prozent) und Korea (76,9 Prozent) liegt.

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