FDPAKK als Verteidigungsministerin

Die Bundeswehr ist kein Nebenjob

Bundeswehrsoldat, Bundeswehr, Verteidigung, VerteidigungsministeriumDie neue Verteidigungsministerin übernimmt ein Amt mit Hypothek

Mit großer Überraschung nahm die Öffentlichkeit am Dienstagabend den Namen der Nachfolgerin von Ursula von der Leyen zur Kenntnis. Annegret Kramp-Karrenbauer wird neue Verteidigungsministerin. Die Freien Demokraten sehen diese Personalentscheidung kritisch. "Die Bundeswehr ist kein Nebenjob", gab FDP-Chef Christian Lindner zu bedenken. Bei den großen Herausforderungen, vor denen die Bundeswehr steht, sei gerade dieser Posten für Parteipolitik besonders ungeeignet, ließ auch FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg wissen. "Die Bundeswehr ist zu wichtig, um den Chefsessel für parteipolitische Profilierung zu benutzen", schrieb sie auf Twitter.

Von der Leyen, die in Zukunft die EU-Kommission führen wird, hinterlässt ihrer Nachfolgerin ein skandalgebeuteltes Ministerium. Der Untersuchungsausschuss zu horrenden Beraterverträgen und Zweifel an der Einsatzbereitschaft der Truppe prägten in der jüngeren Vergangenheit das Bild. Durch die Ernennung zur Verteidigungsministerin solle "die CDU-Vorsitzende eine größere Bühne bekommen, weil es mit dem Parteiamt noch nicht so richtig läuft", so Teuteberg. Sie betonte, dass die Truppe aktuell so viele Probleme habe, dass sich eine Ministerin ihr voll und ganz widmen müsse. "Alles andere wird den Soldatinnen und Soldaten nicht gerecht."

Für FDP-Außenpolitikexperte Alexander Graf Lambsdorff ist die Entscheidung für Kramp-Karrenbauer “eine Zumutung für die Truppe und für unsere Nato-Partner“. Die neue Verteidigungsministerin habe “keinerlei außen-, sicherheits- oder verteidigungspolitische Erfahrungen“. Lambsdorff konstatierte: “Respekt vor der Bundeswehr und Glaubwürdigkeit sehen anders aus.“

FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann wirft der CDU vor, sich nicht im Geringsten für die Belange der Bundeswehr interessieren. “Sonst würden sie die gebeutelte Bundeswehr nicht für Personalspielchen missbrauchen“, stellte sie klar.

Kommentare (10)

Sebastian Gössel
24.07.2019 - 08:55
Sicherlich ist es im Sommerloch ein Thema, dass mit großer Freude aufgegriffen und ausgeschlachtet wird - aber wir sollten ihr die üblichen 100 Tage Zeit geben und sie erst dann zerpflücken. Wie und warum sie an dieses Amt gekommen ist, ist zwar leicht zu durchschauen, aber trotzdem: An ihren Taten sollt ihr sie messen. Vielleicht werden wir ja durch ihr Können und ihren Einsatz positiv überrascht. Oder eben nicht. Und dann haben wir genug Material, um die Kommentare durch Tatsachen zu belegen.
Frank Rauen
22.07.2019 - 15:54
In den Medien erschien das Bild des "Triumvirat" Merkel - von der Leyen - Kramp-Karrenbauer, wie sie sich lächelnd nebeneinander sitzend unterhalten. Ein Symbol! Politik ist nun einmal in hohem Maße von taktischem Verhalten geprägt. Warum konnte ein Herr Merz wohl kein CDU-Vorsitzender werden? Nicht wer der oder die Verteidigungsminister/in ist, entscheidet, sondern ob in der Regierung der Wille besteht, die Bundeswehr wieder zu einem gleichwertigen Partner in der NATO werden zu lassen. Mt einer Technik, die den modernsten und effektivsten waffentechnischen sowie logistischen Ansprüchen genügt und von einer gut ausgebildeten und motivierten Truppe gehandhabt werden kann. Das wird diese Regierung sicher nicht realisieren. Ganz sicher! Vielleicht sollte es sich die FDP-Führungsriege um Herrn Lindner zukünftig gut überlegen, eine Regierungsbeteiligung auszuschlagen, wie in 2017 geschehen. Und wenn, dann sollte die Entscheidung vom potentiellen Koalitionspartner ausgehen.
Louis Saad, Dr.
19.07.2019 - 15:27
Deutschland braucht aber führende Köpfe mit Charisma und Anerkennung bei den Wählern... Schrieb W. H., , Sehr geehrter Herr W.H. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir 2 bis 3 solche Köpfe nennen könnten! ich sehe sie weit und breit nicht. Frau S.G. wenn die FDP noch paar Freunde wie Sie hat, dann braucht sie keine Feinde mehr. Ihre Schimpfkanonade und Beleidigungen von Frau AKK sind das letzte was die Gesellschaft braucht. Aber der Schaden hält sich in Grenzen, da sehr wenige Menschen in den Genuss kommen, ihr,milde gesagt, unqualifizierter Kommentar zu lesen und das tröstet mich. Liebe Leute , papier ist geduldig und die FDP lässt jede und jeder auf diese Seiten zu Wort kommen, aber Sie haben selbst Verantwortung , fragen Sie sich ob Sie mit Ihren verletzenden Kommentaren der Sache der FDP dienen? sicher nicht! Bitte, Bitte , erst Hirn einschalten, dann Finger auf die Tasten loslassen und nicht umgekehrt.
Louis Saad, Dr.
19.07.2019 - 08:23
politische Gegner sind keine Feinde . AKK ist eine integre Persönlichkeit mit über 20 Jahren politische Erfahrung in den höchsten Ämtern, absolut ohne Skandale sowohl privat als auch beruflich, sie lebt was sie predigt, solche Politiker muss man suchen! auch die Bundeswehrangehörige brauchen Vorbilder, so gesehen war ihre Wahl als Verteidigungsministerin nicht die schlechteste Lösung . Merkel hat wieder gezeigt, sie hat die Hosen an. Chapeau Herr Lindner, Sie waren der einzige, der ausgewogen und sachlich kommentiert hat. von Lambsdorff bin ich schwer enttäuscht, . Er hat schon bessere & glaubwürdigere Kommentare abgegeben. Was und wie Frau Strack-Zimmermann gesagt hat, war anmaßend, beleidigend und verachtend & bringt mit Sicherheit der FDP keine einzige Stimme mehr. Wie wäre es wenn man mit dem politischen Gegner etwas respektvoller umging . Herabwürdigung und Beschimpfung des pol.-Gegner bringen der FDP nicht weiter.
Harald
18.07.2019 - 14:39
Mit der Bundeswehr kann man es ja machen, AKK ist ja nicht die erste Ministerin ohne Kenntnisse und Erfahrung. Man denke zum Beispiel an Franz Josef Jung!
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