FDP, FraktionenDigitalisierung

Digitalisierung setzt beim Steuerrecht an

DigitalisierungDer Mittelstand muss auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben
01.03.2018 - 15:15

Digitale Wirtschaftsgüter müssen derzeit über fünf Jahre steuerlich abgeschrieben werden. Als viel zu lange bezeichnet FDP-Chef Christian Lindner die Regelung, weshalb die Fraktion der Freien Demokraten einen Antrag zur Änderung der Frist auf drei Jahre in den Deutschen Bundestag eingebracht hat. "Das ist realistisch und stärkt Investitionen in diesem Bereich, besonders im Mittelstand", so Lindner. "Wir brauchen dringend eine Antwort auf die Frage, wie wir kleine und mittlere Unternehmen dazu befähigen, in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein", erläuterte der FDP-Bundestagsabgeordnete Markus Herbrand, in seiner Jungfernrede im Deutschen Bundestag.

Konkret fordern die Freien Demokraten, dass neben der Verkürzung der Fristen, Sofortabschreibungen bis 2000 Euro eingeführt sowie der Bürokratieabbau und eine strukturelle Steuerreform vorangetrieben werden. "Wir müssen Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen, damit die Digitalisierungsmaßnahmen von kleinen und mitteleren Betrieben bewältigt werden können", fordert Herbrand. Ein Teil davon sei eine Reform des Steuerrechts.

Es sei die Pflicht der Politik, passende Antworten auf die Fragen der Digitalisierung zu geben, so der Bundestagsabgeordnete. Ein Heimatministerium könne dies jedoch nicht. "Stützen wir die kleinen und mittleren Unternehmen, in dem wir ihnen den Weg in die Digitalisierung erleichtern", so Herbrand. (bh)

Kommentare (1)

Andreas Schulte
06.03.2018 - 18:50
Der Ansatz ist gut, jedoch nur ein bedingter Lösungsansatz. Vielmehr muss die Abschreibung so möglich sein, dass diese direkt mit Anschaffung, sofern sie aus den Liquiden Mitteln eines Unternehmens sofort voll gezahlt wird, abzugsfähig ist. Dazu sollte dann eine 3-Jährige Sperre für erneute Anschaffung gelten. Hintergrund ist die versteckte Doppelbelastung für Betriebe. Die Anschaffung entzieht immerhin direkt 100% der Kosten. Abschreiben darf ich nur 33,3% der Anschaffung pro Jahr. Ergo ist mein rechnerischer Gewinn höher worauf höhere Steuern gezahlt werden müssen. Zusätzlich ist ein Liquiditätsabgang da, den ich nicht direkt geltend machen darf. Das Unternehmen zahlt über 3 Jahre betrachtet mehr Steuern als bei einer direkten Abschreibung. So würde die Verhältnismäßigkeit zwischen Liquidität und Steuern deutlich verbessert. Damit entfallen die AfA-Anlagen und insgesamt sinkt der Buchhalterische Aufwand. Auch hier müssen wir "Neu" denken.
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