FDPUN-Klimakonferenz

Einheitlicher CO2-Preis ist Schlüssel für effizienten Klimaschutz

WaldEinheitlicher CO2-Preis ist Schlüssel für effizienten Klimaschutz
03.12.2019

An diesem Montag hat die UN-Klimakonferenz begonnen. 25 000 Teilnehmer werden erwartet. Klimaforscher mahnen, die Weltgemeinschaft müsse alles tun, um den Hebel im Kampf gegen die Erderhitzung umzulegen. Die Freien Demokraten hätten sich gewünscht, dass die Bundesregierung mit einem überzeugenderen Gesamtpaket in diese Verhandlungen geht. "Die Bundesregierung ist in der Pflicht, sich entschiedener als bisher für marktwirtschaftliche Instrumente einzusetzen", meint FDP-Klimaexperte Lukas Köhler."Wir brauchen einen konsequenten Emissionszertifikatehandel, der diesen Namen verdient", fordert FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg.

Statt einem echten Emissionszertifikatehandel gebe es ein Sammelsurium an "unkoordinierten, teuren, widersprüchlichen Einzelmaßnahmen", kritisiert Teuteberg das Klimapaket der Bundesregierung. "Hier wünschen wir uns einen Emissionshandel, der den Namen verdient und natürlich auch mehr Technologieoffenheit auf dem Weg beim Klimaschutz." Sie ist gespannt was in Madrid herauskommt.  Den Freien Demokraten sei wichtig, "dass Deutschland mit einem konsequenten Zertifikatehandel, mit Technologieoffenheit und Innovation Klimaschutz betreibt, den auch andere in der Welt als nachahmenswert empfinden, weil er mit Wachstum und freiheitlicher Lebensweise vereinbar ist."

Lukas Köhler bekräftigt: "Ein einheitlicher CO2-Preis durch einen globalen Emissionshandel ist der Schlüssel für effizienten Klimaschutz weltweit." Die Große Koalition wäre gut beraten, im Zuge dessen auch das eigene Klimapaket nachzubessern. Denn: "Die verkappte CO2-Steuer wird vor allem teuer." Der Emissionshandel sei hingegen der einzige Weg, die Klimaziele garantiert und kostengünstig zu erreichen. "Darauf sollte sich die Bundesregierung national und international konzentrieren."

FDP-Chef Christian Lindner betonte: Wir brauchen echte Offenheit für andere Technologien. Grüner Wasserstoff könnte das neue Öl werden. Wir sollten also ein CO2-Limit festlegen und dann dafür sorgen, dass innerhalb dieses Rahmens CO2 bepreist wird. Alle anderen Eingriffe bremsen, verteuern und gehen in die falsche Richtung." Lindner setzt lieber auf Klimarationalismus: "Zur Bekämpfung der Erderwärmung setzen wir auf neue Technologien. Wir sollten auch über unseren Tellerrand schauen, weil grüner Wasserstoff aus Südeuropa und die Aufforstung des Regenwaldes größeres Potenzial haben, als jede freie Fläche bei uns mit Windkraft zu belegen."

Kommentare (10)

Prof. Georg Winterer
07.12.2019 - 12:16
Was es braucht ist eine Positionierung der liberalen Kräfte in unserem Land und zwar mit einem überzeugenden Zukunftsentwurf für unsere Gesellschaft der die Leute begeistert und mitreißt (technologisch, ökonomisch, ökologisch, demokratisch). Das geht aber nur mit Mut - auch Mut dazu den Mainstream zu provozieren. Die große Mehrheit im Land will keinen Wohlstandsverlust, Mobilitätsverlust, Deindustrialisierung. Das ist aber das Lösungskonzept der Grünen. Der Gegenentwurf dazu ist ohne grüne Gentechnologie und moderne Kernkraft völlig unrealistisch - auch wenn das eine MInderheit der Liberalen laut Verivox Umfrage nicht wahrhaben will (Südeuropa zur Energieversorgung ist keine Lösung). Damit bekämen wir unser Land in 20 Jahren CO2-frei - ohne Wohlstandsverlust und trotz massiv steigendem Energiebedarf durch die Digitalisierung (Hypercaler Server Parks etc.). Gleichzeitig gäbe es dadurch einen massiven Innovationsschub im Land. Warum thematisieren wir das nicht in der Öffentlichkeit?
Prof. Georg Winterer
07.12.2019 - 11:51
Die FDP braucht einen ökonominsch-ökologischen Zukunftsentwurf die sich klar von den Lösungskonzepten der Grünen unterscheidet: effizient statt romantisch! Windkraft, Emmissionszertifikate, Verhaltensänderungen reichen nicht. Wer die Entwicklungen in Forschung und Technologie und die Szenarien des IPCC (Weltklimarates) kennt weiß: die Zukunft ist: Digitalisierung in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen mit massiv wachsendem Stromverbrauch, moderner grüne Gentechnologie (für flächensparende Erzeugung von Lebensmitteln, Biokraftstoffen, biologisch erzeugte Kunststoffen), moderne Kernkraft inkl. Brüter (nach allen Statistiken sauberer, sicherer, zuverlässiger als alle anderen Kraftwerkstypen) auch für Wasserstoff Synthese, Raumfahrtechnologie mit klar definierter Industrieperspektive: Satelliten, neue Werkstoffe (z.B. ultraleicht und stabil), Hightech Medizinprodukte (z.B. für Organzüchtung), mittel bis langfristig auch Energieversorgung aus dem erdnahmen Orbit, Rohstoffförderung).
Joachim Schlüter
06.12.2019 - 09:51
Sehr geehrte Frau Teutenberg, Sie haben ja Recht mit dem Emmissionszertifikatehandel. Nur leider daueert das Alles zu lange, die Zeit läuft uns davon. Das Einzige, was sich schnell umsetzen ließe, wäre (leider) der längere Weiterbetrieb der Atomkraftwerke.
Christian Johannsen
05.12.2019 - 19:17
Hallo Ralf Becker, leider werfen Sie die Instrumente "CO2-Steuer" und "CO2-Emissionshandel" in einen Topf. Ihre (berechtigte) Kritik trifft jedoch nur auf die CO2-Steuer zu. Die Wirkungsweise des Emissionshandels hingegen würde die freigesetzte CO2-Menge zuverlässig auf das gewünschte Maß reduzieren.
Ralf Becker
03.12.2019 - 10:41
Für mich ist die CO2-Bepreisung eine völlig falsche Stellschraube. Das zu hohe CO2 ist nur ein Symptom. Der wirkliche Grund für den Klimawandel ist die Naturzerstörung. Es werden weltweit jährlich mehrere Millionen Hektar Wald abgeholzt. Außerdem lässt es der Emissionshandel außer Betracht, dass vor allem die Ultrareichen die Klimasünder sind. Diese kann man jedoch mit einer CO2-Steuer nicht sonderlich beeindrucken. Außerdem würde die CO2-Bepreisung nur funktionieren, wenn wir tatsächlich eine Marktwirtschaft hätten. In Wirklichkeit haben wir aber einen völlig fehlerhaften Debitismus, der nur mit einer rasant ansteigenden Ungleichheit und mit für die meisten Personen immer mehr später nicht mehr abbaubaren Schulden funktioniert. Geld funktioniert deshalb nicht, weil es in Wirklichkeit eine Schuld ist, weil Geld auch nur so entstehen kann. Außerdem ist es problematisch, dass Banken Geld aus dem Nichts verleihen dürfen.

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