FDPFlüchtlingspolitik

EU-Afrika-Gipfel war längst überfällig

Alexander Graf LambsdorffAlexander Graf Lambsdorff fordert eine bessere Zusammenarbeit der EU mit Afrika in der Asylkrise
10.11.2015 - 10:30

In der maltesischen Hauptstadt Valletta tagen die EU-Regierungschefs mit ihren Kollegen aus 23 afrikanischen Staaten. Mit Blick auf die Flüchtlingskrise forderte der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff, neue Anstrengungen in der Zusammenarbeit der EU mit dem Nachbarkontinent. Im Gespräch mit der "Berliner Zeitung" sprach er sich für "eine deutlich verbesserte Zusammenarbeit mit den Herkunfts- und Transitländern" aus.

Aus Sicht des Freidemokraten ist das Ausmaß der bisherigen Kooperation den Herausforderungen der Krise nicht gewachsen. "Dieser Gipfel war längst überfällig. Jahrelang wurden Länder im Süden Europas mit den Flüchtlingsströmen allein gelassen. Die aktuelle Krise offenbart nun die Versäumnisse der Vergangenheit", stellte Lambsdorff klar.

Nun wollen die Regierungschefs beim Gipfel in Valletta einen Aktionsplan beschließen, der den künftigen Umgang mit den Wanderungsströmen regeln sollte. Hauptziele: Eine wirksame Rückkehrpolitik und die Bekämpfung von Fluchtursachen vor Ort. Dazu stellt die EU-Kommission 1,8 Milliarden Euro in Aussicht. Die Auszahlung der Mittel soll von einer gestärkten Kooperation der afrikanischen Staaten bei der Rückführung von Asylbewerbern abhängig gemacht werden.

Europa muss zusammenhalten

Lambsdorff hatte angesichts der gegenwärtigen Dimension der Flüchtlingskrise vor einer möglichen Desintegration der europäischen Gemeinschaft gewarnt. "Natürlich kann die EU zerbrechen. Große Reiche und Bündnisse sind in der Vergangenheit immer wieder gescheitert, wenn ihre Mitglieder es an Einsatz für die gemeinsame Sache fehlen ließen", sagte er gegenüber der "Funke Mediengruppe". Die Freien Demokraten sind entschlossen, dass es nicht dazu kommen sollte, und haben konkrete Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen in der Asylpolitik vorgeschlagen.

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