FDPEU-Schüleraustausch

Europa soll Schule machen

Junge MenschenDie Freien Demokraten wollen allen Schülern die Möglichkeit für einen Schüleraustausch innerhalb Europas bieten

Was unter Gymnasiasten und Studenten schon weit verbreitet ist, wollen die Freien Demokraten jetzt für alle Schülerinnen und Schüler ermöglichen: Einen mindestens halbjährigen Schüleraustausch im EU-Ausland. Dies fordert die FDP in ihrem aktuellen Europawahlprogrammentwurf. "Wir wollen damit die breite Masse der Schülerinnen und Schüler erreichen", erklärte FDP-Generalsekretärin Nicola Beer. Die Kosten für den Austausch, der auch Haupt-, Real- und Berufsschülern zugutekommen soll, müssten aus EU-Mitteln bereitgestellt werden. Auch Auslandsaufenthalte von Auszubildenden sollen mehr Anerkennung erfahren, fordern die Freien Demokraten.

"Sich mal in einem komplett anderen Umfeld zu bewegen, die Kultur vor Ort kennenzulernen, eine Sprachdusche zu nehmen. Das trägt zur Bewusstseinsbildung bei", begründete Beer den Vorstoß der Freien Demokraten. Doch auch die Anerkennung absolvierter Lerninhalte im Ausland müsse nach Ansicht der FDP-Generalsekretärin verbessert werden. Momentan gäbe es zwar die Anerkennung von Abschlüssen, aber es herrschten "große Unsicherheiten, wenn es um die Anerkennung der Lernleistung von Kindern und Jugendlichen in anderen EU-Ländern geht, wenn sie während der Schulzeit oder sogar mitten im Schuljahr wechseln."

Die Freien Demokraten fordern deshalb bessere Vergleichswerte, die die Anerkennung von Lerninhalten zwischen den EU-Ländern erleichtern – auch für Auszubildende. "Wenn jemand drei Monate seiner beruflichen Ausbildung in Frankreich absolviert hat, soll er das hier nicht nachholen müssen, sondern das sollte ihm für seine Ausbildungszeit anerkannt werden", forderte Beer.

Eine zentraler Punkt des Programmentwurfs des FDP-Bundesvorstands klärt die Frage der Finanzierung. Jeder solle unabhängig von seinen finanziellen Verhältnissen die Chance auf einen Schulbesuch im EU-Ausland haben. Die finanzielle Unterstützung für den Austausch soll dafür aus dem EU-Haushalt kommen. "Wir wollen insgesamt mehr Geld für Programme wie Erasmus+ und das auch auf Schüler ausweiten", sagte dazu Beer. Allgemein fordern die Freien Demokraten, dass das Geld im EU-Haushalt mehr in Richtung Bildung und Innovation umgeschichtet wird. Gekürzt werden sollen dafür der EU-Agrarhaushalt und die Subventionen für Landwirte.

Kommentare (2)

Matthias
19.12.2018 - 20:05
Die Idee ist reizvoll - zumindest die hessische Landesregierung steuert jedoch in eine andere Richtung. So hat der hessische Kultusminister in seiner Verordnung vom 17.07.2018 (VOBO) Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I ein Betriebspraktikum im Ausland verwährt (§ 26). Im Erlass zur Beruflichen Orientierung aus dem Jahr 2015 waren Einzelpraktika von Schülerinnen und Schülern (auch der Sek I) im Ausland noch möglich. Schade!
Ferris Kleier
19.12.2018 - 16:52
Find ich super, haben mal einen Austausch nach Lyon, Frankreich gemacht, nicht wegen des Spaßes sondern um auch mal im Unterricht unserer Austauschpartner mitzumachen. Wir wussten zwar vorher schon, dass es dort strenger und eintöniger zugeht als hier, aber die Franzosen haben nach einer Woche deutscher Schule gesagt, dass sie es gar nicht kennen, dass Lehrer mit Schülern ZUSAMMENarbeiten.
Social Media Button