FDPFachkräftemangel

Fachkräftemangel wirksam bekämpfen

Eine aktuelle Bertelsmann-Studie offenbart: 260.000 qualifizierte Zuwanderer benötige Deutschland jedes Jahr, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Das europäische Ausland könne diesen Bedarf jedoch bei weitem nicht decken. Deshalb brauche es ein modernes Einwanderungsgesetz, fordert FDP-Generalsekretärin Nicola Beer. So würde der Zuzug qualifizierter Fachkräfte auch aus Drittstaaten erleichtert werden, die die deutsche Wirtschaft dringend benötigt. Die Freien Demokraten haben bereits ein Konzept ausgearbeitet.

"Seit Jahrzehnten machen uns erfolgreiche Einwanderungsländer wie Kanada und Neuseeland vor, was dafür nötig ist", kritisiert der arbeitsmarkpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Johannes Vogel. Deutschland brauche dringend ein einfaches und transparentes Punktesystem und klare Kriterien für qualifizierte Einwanderung. Kriterien wie Berufsqualifikation, Sprachkenntnisse und Bildungsgrad würden dabei sowohl für Zuwanderer als auch für Arbeitgeber Klarheit schaffen. Wenn die geforderten Kriterien erfüllt seien und die deutsche Wirtschaft Bedarf anmelde, sei dies die wirksamste Methode, den Fachkräftemangel einzudämmen. Deutschland müsse jetzt aktiv werden, so Vogel. Es sei "allerhöchste Zeit, in den weltweiten Wettbewerb um Talente einzusteigen".

Unser Konzept für ein Einwanderungsgesetz

Wir Freie Demokraten wollen ein geordnetes Einwanderungsgesetz schaffen. Dabei wollen wir zwischen individuell politisch Verfolgten, Kriegsflüchtlingen und dauerhaften Einwanderern unterscheiden. Das Grundrecht auf Asyl für individuell politisch Verfolgte ist für uns unantastbar. Für Kriegsflüchtlinge wollen wir einen eigenen Status schaffen, einen vorübergehenden humanitären Schutz, der auf die Dauer des Krieges begrenzt ist. Kriegsflüchtlinge sollen dabei nach dem Ende des Krieges in der Regel in ihr Heimatland zurückkehren. Einwanderer, die dauerhaft in Deutschland bleiben, wollen wir uns wie jedes andere Einwanderungsland selbst aussuchen. Deutschland ist auf die Einwanderung von qualifizierten und fleißigen Menschen angewiesen, wenn wir unseren Wohlstand auch zukünftig erhalten wollen. Dazu wollen wir die Blue-Card reformieren, sodass Arbeitskräfte zu uns kommen können, die ihren Lebensunterhalt dauerhaft bestreiten können, weil sie mit einem in Deutschland ansässigen Arbeitgeber einen Arbeitsvertrag abgeschlossen haben.

Kommentare (4)

Frank Rauen
17.02.2019 - 22:10
Ein wenig theoretisch ist diese Diskussion schon. Fachkräfte sind beileibe nicht nur akademisch Gebildete! Bei unserer Abiturientenschwemme werden wir kaum unter einem Akademikermangel leiden. Sogar wenn wir die gewünschten Fachkräfte identifizieren könnten, wie gewährleisten wir einen realistischen diesbezüglichen Check und wie schaffen wir eine wirkliche Integration dieser Menschen in unsere Gesellschaft, weit über deutsche Sprachkenntnisse hinausgehend? Woher sollen die kommen, wenn nicht aus der "Nachbarschaft". Deutschland hat beileibe nicht die Anziehungskraft wie beispielsweise die USA. Wie sattsam bekannt, sind wir in den vergangenen Jahren insbesondere attraktiv für Menschen ohne nennenswerte Qualifikation (Stichwort: "Einwanderung in die Sozialsysteme", vor allem für Südosteuropäer). Gerade unsere Nachbarländer brauchen letztlich Ihre Fachkräfte zukünftig selbst! Etwas weniger Überheblichkeit, dafür mehr Investitionen in Bildung und Digitalisierung wäre sinnvoller.
Hoetger
14.02.2019 - 08:52
Selbst ein Mitarbeiter der Agentur für Arbeit hat mir gegenüber bestätigt, dass man in Deutschland wahrlich nicht von einem Fachkräftemangel sprechen kann. Es ist, wie bereits mein Vorredner geschrieben hat: Die Wirtschaft will BILLIGE Arbeitskräfte, der "Mangel" ist, wenn überhaupt vorhanden, selbstgemacht.
Dr. med. Marco van Gansewinkel
13.02.2019 - 19:00
Einwanderungsgesetz, welches vor Einwanderung Wohnsitz, Arbeitsplatz und B2 Sprachkenntnisse voraussetzt ist zu empfehlen. Der Bertelsmann Stiftung darf man nicht vertrauen. Die Zahlen zum GAP sind schon lange bekannt aus Replacement Migration 2002; STUDY ON THE FEASIBI LITY OF ESTABLISHING A MECHA NISM FOR THE RELOCATION OF BENEFI INTERNATIONAL CIARIES OF PROTECTION JLX/2009/ERFX/PR/100 5 der EU.
Dieter
13.02.2019 - 16:49
Zitat aus dem obigen Artikel:" 260.000 qualifizierte Zuwanderer benötige Deutschland jedes Jahr...." Zitat Ende Was ist eigentlich ein "qualifizierte Zuwanderer"? Einer der sein Studium erfolgreich absolvierte und über wenig Berufserfahrung verfügt oder eine Person mit zig Jahren an Berufserfahrung glänzen kann jedoch ohne papierliche Qualifikationen? Dieses selbstgeschaffe Problem der Industrie ist nicht mehr zu ertragen. Es gibt genug "Fachkräfte" hier im Lande, die allerdings nicht das Alter mehr haben um "Kosten überzeugend" dem Unternehmen zu dienen bzw die papierliche Anforderungen erfüllen. Somit kann man ohne Ende jammern und die Alten (ab 45 jahren) in Vergessenheit geraten lassen.

Diesen Artikel:

Ähnliche Artikel:

Social Media Button