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FDP wählt Hüskens mit überwältigender Mehrheit zur Landeschefin

Lydia Hüskens auf dem Landesparteitag der FDP Sachsen-AnhaltAm Samstag wurde Lydia Hüskens beim Parteitag der FDP Sachsen-Anhalt mit überwältigender Mehrheit zur neuen Landesvorsitzenden gewählt.
20.09.2021

Die FDP Sachsen-Anhalt hat Lydia Hüskens auf ihrem Parteitag in Magdeburg zur neuen Landesvorsitzenden gewählt. Die Liberale erhielt ein fulminantes Ergebnis.

Mit insgesamt 97 Prozent der Stimmen haben die Freien Demokraten aus Sachsen-Anhalt auf ihrem Landesparteitag die bisher amtierende Co-Vorsitzende Lydia Hüskens zur neuen Vorsitzenden gewählt. Die 57-Jährige hat damit nun als einzige Politikerin in Sachsen-Anhalt sowohl Partei- als auch Fraktionsvorsitz inne. „Ich bin schlicht überwältigt“, sagt Hüskens nach ihrer Wahl am Samstag. „Das ist ein enormer Vertrauensvorschuss, ich bin der Partei wahnsinnig dankbar.“ Hüskens hatte die Liberalen bei der Landtagswahl am 6. Juni als Spitzenkandidatin nach zehn Jahren in der außerparlamentarischen Opposition zurück in den Landtag von Sachsen-Anhalt geführt. Bei der Wahl im Juni holten die Freien Demokraten 6,4 Prozent und landeten damit noch vor den Grünen.

Hüskens wurde eindrucksvoll ins Amt der Parteichefin gewählt. Für die Magdeburgerin votierten 100 Delegierte, es gab eine Nein-Stimme und zwei Enthaltungen. Damit gab ihr die Partei viel Rückenwind für die laufenden Koalitionsverhandlungen mit der CDU und der SPD. „Ich bin mir sicher, dass wir mit beiden Partnern gute Politik machen“, ist Hüskens überzeugt. „Wir sind auf dem Weg, Verantwortung für Sachsen-Anhalt zu übernehmen.“ Als Hüskens ersten Stellvertreter wählten die Delegierten Andreas Silbersack. Der Rechtsanwalt aus Halle ist bereits Hüskens Stellvertreter an der Spitze der Landtagsfraktion und gilt intern wie Hüskens als potentieller Kandidat für ein Amt in der neuen Landesregierung. Mit 81 Prozent wurde der Bundestagsabgeordnete Marcus Faber zum zweiten Stellvertreter gewählt.

In der Partei will die neue Vorsitzende nun die Euphorie aus der Landtagswahl nutzen, um auch in der Fläche zu wachsen. Es gebe noch weiße Flecken auf der kommunalpolitischen Landkarte Sachsen-Anhalts, die wolle sie „tief gelb“ färben, ist Hüskens hoch motiviert. Das wolle sie vor allem durch Präsenz erreichen. Besonders erfolgreich seien zuletzt die FDP-Kreisverbände gewesen, die mit ihren Veranstaltungen eine möglichst breite Öffentlichkeit angesprochen und auch Nicht-Mitgliedern das Mitmachen ermöglicht haben. In Ideen-Werkstätten und anderen interaktiven Formaten will Hüskens außerdem auch Menschen für die FDP begeistern, die die Liberalen bisher nicht erreicht haben.

Hüskens nach ersten Koalitionsverhandlungen optimistisch

Mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen äußert Hüskens zuversichtlich: „Ich bin im Augenblick deutlich optimistischer als am Wahlabend“, sagt sie über die mögliche Zusammenarbeit mit CDU und SPD. „Uns eint das Ziel, Politik für Sachsen-Anhalt zu machen und das Land voranzubringen.“ Unmittelbar nach der Wahl hatte sich Hüskens zunächst skeptisch über ein Bündnis mit CDU und SPD geäußert, da beide auch ohne die FDP schon auf eine knappe Mehrheit kämen.

In den Verhandlungsrunden sei ausgesprochen ernsthaft und zielorientiert gearbeitet worden, erklärt Hüskens. Sie merke in ihren Arbeitsgruppen, dass es den Teilnehmern nicht um kurzfristige Erfolge für ihre Parteien gehe. Hüskens verhandelt für die FDP unter anderem einzelne Fragen in den Bereichen Soziales und Wirtschaft sowie das Thema Finanzen, das als größter Brocken auf dem Weg zu einer schwarz-rot-gelben Koalition gilt. „Das sind noch offene Punkte, da haben wir noch einiges zu tun, aber auch da merkt man, dass alle drei Parteien an Lösungen interessiert sind und daran, aufeinander zuzugehen.“ Bis zum 8. August wollen sich die Parteien auf einen Vertragsentwurf einigen.

FDP will Sachsen-Anhalt „entfesseln“

Beim Landesparteitag wurden zudem mehrere inhaltliche Anträge beschlossen. So wurde mit übergroßer Mehrheit ein Leitantrag beschlossen, der vorsieht, die Bürgerinnen und Bürger zu entlasten und die Infrastruktur zu fördern, unter anderem durch eine Entschlackung der Planungs- und Bauvorschriften. Außerdem soll der Flughafen Leipzig-Halle nach dem ehemaligen Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher benannt werden. Der Liberale war in Halle aufgewachsen.

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