FDP, FraktionenSubventionspläne zum Wohnungsmarkt

Freibetrag bei Grunderwerbsteuer deutlich besser als Baukindergeld

Haus aus GeldscheinenDie Freien Demokraten sehen die Vorhaben von Union und SPD in der Wohnungsbaupolitik kritisch
06.02.2018 - 17:15

Mit dem sogenannte Baukindergeld wollen Union und SPD junge Familien beim Erwerb von Wohneigentum unterstützen. Die Freien Demokraten haben erhebliche Zweifel an dieser einseitigen Subventionierung: "Union und SPD verteilen großzügig Steuergeld, ohne dass die größte Hürde bei der Eigentumsbildung abgebaut wird", kritisiert FDP-Wohnungsbaupolitiker Daniel Föst. Damit sich Familien den Traum vom Eigenheim erfüllen können, plädieren die Freien Demokraten unter anderem für einen Freibetrag auf die Grunderwerbsteuer.

Denn: Die Tilgung eines Baudarlehens sei häufig nicht das größte Problem, sondern vor allem die hohen Erwerbsnebenkosten, die unmittelbar anfallen. "Wesentlich besser wäre es, Familien den Erwerb von Eigentum zu erleichtern, indem die erste selbstgenutzte Immobilie bis zu einem Wert von 500.000 Euro von der Grunderwerbsteuer befreit wird", wirbt Föst für die Initiative der Freien Demokraten. Das gelte umso mehr, sollten Union und SPD die Praxis sogenannter Share Deals beenden und so für Mehreinnahmen bei der Grunderwerbsteuer sorgen. Föst ist überzeugt: "Der Freibetrag würde vor allem die Mitte der Gesellschaft dabei unterstützen, in die eigenen vier Wände zu ziehen und für das Alter vorzusorgen.“

Marco Buschmann, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion, bekräftigt die Haltung zum Baukindergeld: "Statt die Abkassiererei junger Familien bei der Grunderwerbsteuer zu beenden, wird eine neue bürokratische Transferleistung geschaffen", bemängelt er. Vielen bleibe damit der Weg zu den eigenen vier Wänden und zu einer soliden Altersvorsorge versperrt. "Das steigert die gesamte Unwucht der Großen Koalition bei der Generationengerechtigkeit noch mehr. Alle, die sich noch etwas aufbauen wollen, werden zur Kasse gebeten, um eine maßlose Umverteilungspolitik zu finanzieren", rügt Buschmann. (ph)

Kommentare (1)

Jens Köhler
08.02.2018 - 17:44
Die Ungerechtigkeit bei den Straßenausbau-Beiträgen wird auch nicht beseitigt. Das fällt zwar in den Bereich der Gesetzgebung der Länder, aber eine Richtungsvorgabe aus Berlin zur Verbesserung der Finanzausstattung von Kommunen wäre hilfreich. Diese Straßenausbau-Beiträge treffen alle Anlieger von Straßen hart, sei es die junge Familie die sich mit viel Eigenleistung ein Häuschen gebaut hat, oder den Gewerbetreibenden im eigenen Haus. Und insbesondere in ländlichen Regionen sind die Kommunalabgabengesetze der Länder ein Beitrag zur Ausbremsung der Entwicklung ländlicher Regionen. Es wird jede Menge Kaufkraft abgesaugt, Grundstücke werden mit Schulden beladen, junge Leute wollen so ein Erbe dann nicht antreten.

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