Freiwilligendienste und Bürgerschaftliches Engagement

Alte Dame kriegt die Hand einer jungen Frau gereicht.© Foto: Shutterstock

Die Aussetzung der Wehrpflicht bedeutet auch einen Verzicht auf den Zivildienst. Mit dem Freiwilligendienstekonzept hat die christlich-liberale Koalition sichergestellt, dass der Verzicht auf den Zivildienst nicht einem Verzicht auf soziales Engagement gleichkommt.

Umfangreiche Förderung der Freiwilligendienste

Die Jugendfreiwilligendienste, das Freiwillige Soziale und das Freiwillige Ökologische Jahr (FSJ und FÖJ) treten seit Jahren den besten Beweis dafür an, dass junge Menschen freiwillig bereit sind, sich zu engagieren. Auf einen Platz in den Jugendfreiwilligendiensten entfielen in den vergangenen Jahren fast dreimal so viele Bewerber. Die christlich-liberale Koalition hat den größten Aufwuchs dieser Freiwilligendienste aller Zeiten beschlossen und setzt damit die Forderungen der FDP in vollem Umfang um. Statt mit bisher 72 Euro fördert der Bund die pädagogische Begleitung im FSJ zukünftig mit 200 Euro. Um diese Freiwilligendienste noch größeren Zielgruppen zu eröffnen und die Teilhabe benachteiligter Jugendlicher zu erhöhen, wird die Begleitung von Jugendlichen mit besonderem pädagogischen Förderbedarf zusätzlich mit weiteren 50 Euro gefördert. Zudem werden zukünftig 35.000 Freiwilligendienstplätze gefördert. Eine noch höhere Förderung wäre aus rechtlichen Gründen nicht möglich gewesen, denn für die Jugendfreiwilligendienste sind die Bundesländer zuständig. Der Bund kann nur die pädagogische Begleitung in diesen Diensten fördern.

Neuer Bundesfreiwilligendienst für alle

Daneben schaffte die christlich-liberale Koalition einen neuen Bundesfreiwilligendienst. Anders als im FSJ und FÖJ ermöglicht er 35.000 jungen, aber auch älteren Menschen sich in der Regel für 12 Monate freiwillig zu engagieren. Angesichts des demographischen Wandels war es der FDP wichtig, diesen Dienst auch für ältere Teilnehmer zu öffnen. Die möglichen Einsatzbereiche orientieren sich eng an den bisherigen Jugendfreiwilligendiensten. Mit dem Bereich Integration kommt im Bundesfreiwilligendienst noch ein neuer Einsatzbereich hinzu. Die Zuständigkeit des Bundes für diesen Freiwilligendienst ermöglicht es, diesen Dienst mit 550 Euro zu fördern. Insgesamt investiert der Bund zukünftig 294 Millionen Euro in die Freiwilligendienste. Die höhere Förderung des Bundesfreiwilligendienstes entspricht zwar dem Interesse, einen größtmöglichen Aufwuchs der Freiwilligendienste zu ermöglichen, die FDP hat sich aber dafür eingesetzt, dass die stärkere Förderung des Bundesfreiwilligendienstes nicht zu einer Verdrängung oder Konkurrenzsituation zum FSJ und FÖJ führen darf. Das nun verabschiedete Bundesfreiwilligendienstgesetz sorgt deswegen dafür, dass Engagierte in beiden Diensten die gleichen Rahmenbedingungen beim Taschengeld, den Urlaubs- und Arbeitszeiten vorfinden. Die häufig vorgebrachte Kritik, die christlich-liberale Koalition hätte mit dem Bundesfreiwilligendienst Doppelstrukturen geschaffen, greift deswegen zu kurz. Außerdem existierten mit dem Zivildienst und den Jugendfreiwilligendiensten bereits zwei Systeme nebeneinander. Bisher waren in vielen Fällen Zivildienstleistende und Freiwillige in der gleichen Einrichtung und mit den gleichen Aufgaben beschäftigt. Viel entscheidender ist, dass nun endlich die Ungleichbehandlungen und Ungerechtigkeiten von zwei Systemen beseitigt werden konnten und die Freiwilligen gleiche Rahmenbedingungen vorfinden.

Ungeklärt ist bisher noch der Kindergeldanspruch beim Bundesfreiwilligendienst. Die FDP ist zuversichtlich, dass es in dieser Frage zu einer Gleichbehandlung von Bundesfreiwilligen- und Jugendfreiwilligendiensten kommen wird und somit künftig alle Freiwilligendienste einen Kindergeldanspruch auslösen.

Bürgerschaftliches Engagement steigern

Ein zentrales Anliegen der Koalition ist es, die Anerkennungskultur für Freiwilligendienste und Bürgerschaftliches Engagement zu steigern. Dieser Gedanke findet sich u.a. in der Konzeption des Deutschland-Stipendiums wieder. Hier erhalten junge Menschen, die sich freiwillig engagiert haben, einen Vorteil bei der Vergabe. Außerdem achten Ausbildungsbetriebe vermehrt auf das soziale Engagement junger Menschen, weil z.B. in einem Freiwilligendienst Sozial- und Teamkompetenzen erworben werden. Aber auch Länder und Kommunen sind aufgefordert, in ihrem Zuständigkeitsbereichen weitere Instrumente der Anerkennung zu etablieren. Die FDP setzt sich deswegen für einen deutschlandweiten Ausweis für Freiwillige ein, um einen leichteren Zugang zu vergünstigten Angeboten vor Ort zu ermöglichen.

Wandel von Pflichtdiensten hin zu freiwilligem Engagement

Mit dem Wandel weg von Pflichtdiensten und hin zu freiwilligem Engagement hat die christlich-liberale Koalition einen historischen Wechsel in der Engagementpolitik eingeleitet. Der größte Aufwuchs in den Freiwilligendiensten aller Zeiten ist dabei ein Erfolg liberaler Politik und ein deutliches Zeichen im Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit.

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