FDPEnergiepolitik

Für eine marktwirtschaftliche Wende in der Windkraft

Christian LindnerChristian Lindner fordert einen strategischen Umgang mit den erneuerbaren Energien

FDP-Chef Christian Lindner plädiert für eine marktwirtschaftliche Wende in der Energiepolitik. Es gelte, den Windkraft-Ausbau in Deutschland auf ein vernünftiges Maß zu begrenzen, verdeutlichte er im Gespräch mit der dpa. "Es macht keinen Sinn, einen Energieträger mit hohem Tempo und Subventionen auszubauen, wenn der produzierte Strom nicht genutzt werden kann", gab er zu bedenken. Das ökonomisch und physikalisch Machbare müsse auch berücksichtigt werden. 

In Schleswig-Holstein seien viele Windkraftwerke die meiste Zeit nicht am Netz, weil es keine Leitungen zum Stromtransport und keine Speicher gebe, so Lindner weiter. "Gezahlt wird die Rendite für die Betreiber von der Rentnerin und vom Bafög-Empfänger über die Stromrechnung aber trotzdem", kritisierte er. Deshalb hätten CDU und FDP in der neuen Koalition in Nordrhein-Westfalen vereinbart, die Stromerzeugung aus Windkraft einzuschränken.

Grüne vertreten einseitig die Windkraftlobby

"Ich bin ein überzeugter Anhänger von moderner Energietechnologie und auch von regenerativen Energien", betonte der FDP-Chef. Wenn die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung nicht gefährdet werden solle, müssten jedoch "grüne Lebenslügen" aufgelöst werden. Den Grünen warf er vor, einseitig die Interessen der Windkraftindustrie zu vertreten, obwohl Tierschützer heftig gegen den Ausbau der Windkraft in geschützten Waldgebieten protestierten. Aus seiner Sicht ist die Ökopartei inzwischen in der eigenen Ideologie verstrickt. Ökologisches Verantwortungsbewusstsein sei nicht nur Klimaschutz, hob er hervor. "Flora und Fauna zu schützen vor dem Eingriff des Menschen, das ist genauso eine Frage ökologischer Verantwortung", stellte Lindner klar.

Kommentare (7)

Name unwichtig
05.07.2017 - 17:17
Ein guter Ansatz. Es macht auch absolut keinen Sinn, die ganze Landschaft zu verschandeln, statt die Windkraft dort zu gewinnen, wo es mehr Sinn macht: Offshore. Es kann nicht sein, dass die Bewohner im Außenbereich ein Windrad nach dem anderen vor die Nase gesetzt bekommen, ohne sich wehren zu können. Es sollten also auch im Außenbereich mindestens 1500 Meter Abstand zu Wohngebäuden in jedem Fall gewahrt bleiben. Dann lieber auf jedem Hausdach eine Solaranlage; das ist nicht so schädlich für das Landschaftsbild und die Anwohner. Immerhin sind auch die Auswirkungen des Infraschalls auf die Gesundheit noch nicht geklärt. Wie man jedoch weiß, ist Infraschall noch in mehreren Kilometern um die WEA's meßbar und in Studien zu den Auswirkungen von Infraschall auf Menschen wurden nervöse Angstzustände festgestellt. Der Mensch hört den tiefen Schall zwar nicht, kann ihn aber offensichtlich über die Bauchgegend wahrnehmen und fühlt sich bei tiefen, nicht-hörbaren Tönen zunehmend unwohl.
Christian Wrobel
05.07.2017 - 15:19
Wer Begriffe wie "Verantwortung" und "Vernunft" bemüht, der sollte auch entsprechend handeln?! Das ist bei Hr. Lindner aber leider nicht der Fall! Das es Zeiten gibt, zu denen Windkraftanlagen nicht einspeisen können, ist weder neu noch ist es eine Besonderheit der Windenergie. Auch konventionelle Kraftwerke können zeitweise ihren Strom nicht einspeisen ... und auch sie bekommen die fehlende Einspeisung ersetzt. Beides könnte man vermeiden, wenn man endlich anfangen würde, überflüssige konventionelle Kraftwerke stillzulegen. Eine Energiewende besteht nicht nur darin, in eine neue Energie einzusteigen, sondern man muss auch aus der alten aussteigen?! Die FDP spielt sich dabei vermehrt als Unterstützer der "alten" Energien auf. Dabei existiert gerade in NRW lt. Bundesnetzagentur gar kein Netzengpass?! Und natürlich sind die z.B. durch die Braunkohle verursachten Schäden für Flora und Fauna ungleich größer als durch die Windenergie! Aber das spielt bei der "gelben Lebenslüge" keine Rolle.
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