FDPRentenpolitik

GroKo verabschiedet sich vom Generationenvertrag

Johannes Vogel kritisiert das Rentenpaket der Großen KoalitionJohannes Vogel kritisiert das Rentenpaket der Großen Koalition
12.10.2018 - 15:15

Das neue Rentenpaket der Großen Koalition ist für jüngere Generationen nicht zu tragen, rügt der liberale Rentenexperte Johannes Vogel. "Wir haben einmal einen überparteilichen Konsens in diesem Land vereinbart, dass die Rente für alle Generationen, für Großeltern, Kinder und Enkel, fair sein soll", hebt er hervor. "Von dieser Politik verabschiedet sich die Große Koalition heute und das halte ich für unverantwortlich."

So würden die schwarz-roten Rentenpläne "Milliarden und Abermilliarden kosten, von dem 90 Prozent aber gar nicht zielgerichtet gegen Altersarmut helfen", kritisiert Vogel. Stattdessen werde die Stabilisierungspolitik der 2000er-Jahre rückabgewickelt. Die Kosten würden dafür in der Zukunft explodieren, mahnt er. "Die Deutsche Rentenversicherung sagt, dass diese Ansprüche schon im Jahr 2030 69 Milliarden Euro im Jahr kosten werden", erklärt Vogel. 2035 wären es 80 Milliarden Euro im Jahr. "Das sind Milliarden, die der jungen Generation aufgebürdet werden."

Deshalb rufen die Freien Demokraten die Große Koalition zu einer Umkehr in der Rentenpolitik auf. "Wir wollen, dass wir zielgerichtet gegen Altersarmut vorgehen, damit langjährig Beschäftigte im Alter nicht zum Sozialamt müssen", erläutert Vogel. "Wir müssen kapitalgedeckte Vorsorge besser machen und wir müssen die Rente auch modernisieren mit einem flexiblen Renteneintritt." Es müsse sichergestellt werden, dass alle Generationen sich die Herausforderungen durch den demografischen Wandel fair teilen würden, fordert er. "In einem Satz: Wir wollen, dass die Rente enkelfit gemacht wird und das wir in der Rentenpolitik wieder in Jahrzehnten denken und nicht in Legislaturperioden. Die Große Koalition tut leider das Gegenteil."

Kommentare (1)

Michael Szygula
14.10.2018 - 15:50
Zweifelhaft ob der Generationenvertrag zu halten ist! Alle verantwortlichen müssen über eine Legislaturperiode hinaus denken und das erfordert neu zu denken! Die Agenda 2010 wurde durchgehalten und für eine Rentenagenda 2030 ist keine Ermutigung da? Auch die Eu und Bu Rente für nach 1961 geborene würde gekappt. Was, wenn alle nach 1978 geborenen nur begrenzt Beiträge für eine Grundrente abführen müssen und dafür kapitalgedeckt und mit der steuerlichen Anerkennung dürfen? Die Menschen wissen mehrheitlich das es nicht reichen wird, aber die Verantwortlichen lavieren und reden die Rente noch immer sicher! Das färbt ab, denn jeder weiß das Ideenlosigkeit auch Verantwortung nach sich zieht und am Ende der Staat, die Steuerzahler es richten müssen.
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