FDPLandtagswahl 2014

Gut gekämpft, Sachsen!

V.l.n.r: Christian Dürr, Nicola Beer, Christian Lindner, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Wolfgang Kubicki

Landtagswahl Sachsen: Statement des FDP-Spitzenkandidaten Holger Zastrow am 31.08.2014

Die FDP Sachsen und ihr Spitzenkandidat Holger Zastrow haben gekämpft wie die Löwen – leider ohne Erfolg. Die Liberalen konnten lediglich 3,8 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. FDP-Chef Christian Lindner bedankt sich bei den Wahlkämpfern, die „mit Enthusiasmus und Leidenschaft“ in der schwierigsten Phase der FDP für die liberale Sache eingetreten seien. FDP Sachsen-Chef Holger Zastrow erklärt: "Fleißiger hätten wir nicht sein können."

Die FDP Sachsen sei ihren eigenen Weg gegangen, mit einem eigenen Stil und einer eigenen Strategie, erklärt Lindner. „Und wir haben gehofft, dass dieser sächsische Weg belohnt wird.“ Die FDP Sachsen war mit dem Claim „Sachsen ist nicht Berlin“ und einer überragenden Regierungsbilanz in den Wahlkampf gezogen. Mit einem soliden Haushalt und einem ausgezeichneten Bildungssystem habe die FDP im Freistaat erfolgreich regiert. „Sachsen war nicht Berlin, allerdings könnte es jetzt wie Berlin werden“, warnt Lindner mit Blick auf die ersten Wahlprognosen.

Die FDP gemeinsam wieder aufrichten

V.l.n.r.: Christian Dürr, Nicola Beer, Christian Lindner, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Wolfgang KubickiV.l.n.r.: Christian Dürr, Nicola Beer, Christian Lindner, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Wolfgang Kubicki

Lindner wendet sich auch direkt an Zastrow und lädt ihn ein, sich stärker in der Bundespartei zu engagieren. Kein Landesverband könne die Fehler der Vergangenheit alleine wieder gutmachen. „Damit wir die FDP gemeinsam wieder aufrichten“, unterstreicht der Parteichef.

Die voraussichtlichen Ergebnisse einiger Wettbewerber betrachtet er mit Sorge, so Lindner. Er ist unverändert überzeugt, dass großer Bedarf besteht für eine Partei, die Vertrauen in die Menschen hat, für eine moderne Wirtschats- und Gesellschaftspolitik steht und die EU positiv sieht.

Fleißiger ging es nicht

FDP Sachsen-Chef und Spitzenkandidat zur Landtagswahl, Holger Zastrow, erklärt kurz nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen in Dresden: „Wir haben gekämpft wie die Löwen.“ Die Wahlkämpfer hätten alle Register gezogen und unermüdlich für die FDP geworben. „Wir haben einen Wahlkampf gemacht, der nicht zu überbieten war.“ Zastrow gesteht ein: „Es hat nicht gereicht.“

Vertrauen zurückgewinnen

Auch FDP-Generalsekretärin Nicola Beer bedankt sich bei den Wahlkämpfern: "Unser Dank gilt Holger Zastrow und den vielen ehrenamtlichen Wahlkämpfern aus Sachsen und allen anderen Landesverbänden." Im Interview mit dem "MDR" stellt sie klar: "Die FDP Sachsen hat wacker gekämpft." Umso enttäuschender sei es deswegen, "dass es nicht gereicht hat". Dies zeige, dass das in vier Jahren verspielte Vertrauen erst langsam wieder zurückgewonnen werden müsste. "Doch so wie wir alle gemeinsam kämpfen, so arbeiten wir gemeinsam weiter am Ziel des Wiederaufbaus der FDP", betont sie.

Mit Blick auf die Wahlen in Thüringen und Brandenburg, die am 14. September stattfinden, erklärt Beer, dass die Liberalen bis zur letzten Sekunde um jede Stimme kämpfen werden. "Wir geben nicht auf." Aktuell sei die Idee von Freiheit und Verantwortung notwendiger denn je, konstatiert Beer. Sie kündigt an, dass die Neuaufstellung "in aller Ruhe und genau nach Plan" mit der Unterstützung zahlreicher motivierter Mitglieder erfolgen werde.

Das Ziel ist die Bundestagswahl 2017

FDP-Europaparlamentarier Alexander Graf Lambsdorff skizziert im Interview mit dem "WDR5" die Konsequenzen aus dem Wahlergebnis für die Liberalen: "Ich glaube, die FDP muss jetzt souverän bleiben, muss an ihrem Wiederaufbau arbeiten. Unsere Zielmarke – das haben wir immer gesagt – ist die Bundestagswahl 2017." Leider sei das Ergebnis in Sachsen nicht so ausgefallen, wie erhofft. Lambsdorff zeigte sich allerdings erfreut, "wie engagiert und motiviert an der Basis gearbeitet wird". Viele Menschen seien in kommunalen Mandaten für die Partei tätig, auch sei die FDP nach wie vor in acht Landtagen und im Europäischen Parlament vertreten. "Also, es ist noch genug Substanz da, um diese Arbeit zu leisten", sagt Lambsdorff mit Blick auf die Bundestagswahl 2017.

Kommentare (5)

Georg K. Helg
03.09.2014 - 10:59
Was wir jetzt nicht mehr brauchen können sind Profilierungsversuche auf Kosten der Parteiführung in Berlin. Alle Konzentration muss den beiden großen Landtagswahlen in BW und NRW gelten und bis dahin ist eins vor allem wichtig: Absolute Geschlossenheit hinter unserer Führung!
Biesel Matthias
02.09.2014 - 17:40
Es ist "zum Heulen"! Die Demnotage der FDP ist zum Großteil unseren von uns mit "Zwangsgeldern" finanzierten öffentlich rechtlichen Volksbeglückern zu verdanken! Ein Oliver Welke hatte hierbei keinen unerheblichen Anteil. In geradezu widerlicher Art zieht er noch jetzt die FDP (wie auch Bischof von Elst) durch den Dreck,bei dem ich jegliche Form von Humor vermisse. Es ist einfach ekelhaft! Auch meine Partei (CDU) bezieht hierzu keinerlei Stellung - das macht mich traurig! Ohne die FDP wird es bald keinen staatsfinanzierenden Mittelstnad mehr geben! Also: Ärmel aufkrempeln, zupacken , mitmachen - aufstehn! (Helmut Schmidt 1974!)
R. Lutz
01.09.2014 - 11:18
Kubicki: Das gelingt, sobald die Menschen merken, dass sie die Geschenke selbst bezahlen müssen. Der Lack der großen Koalition wird abblättern. (..) Ich sage voraus: Spätestens bei der Hamburg-Wahl? Rlz: die Wähler, die Liberal sind, wissen dass sie die Geschenke selber bezahlen müssen, bei allen Parteien. Wirtschaftliche Vernunft allein hilft ihr nicht, sie dürfen und durften nicht, den anderen Parteien nicht mithelfen, Liberale Überlebensstrukturen abzureißen. In ihrem Programm reißen sie immer noch mit ab, weil sie sich selber nicht klar sind, wie groß ein Ausmaß von Liberal wirklich ist. In ihren eigenen Reihen mögen sie liberal sein, was sie als ihre eigenen Reihen ansehen. Doch in der Gesellschaft selbst, helfen sie bei einer liberalen Demontage mit, immer noch. Es geht ihnen immer noch um den Rückerhalt von wirtschaftlicher Macht, nur, weniger um eine wirklich Liberale Gesellschaftsstruktur. Die Gesellschaftsstruktur an sich, haben sie früher der CDU überlassen. Kopf hoch
Thommy
01.09.2014 - 00:04
Kopf hoch, Ihr kommt wieder! Deutschland braucht neben Christdemokraten, Sozialdemokraten und Grünen auch eine liberale Partei! Diese Partei hat mit grossen Persönlichkeiten dieses Land mitgeprägt und darf auch mit Stolz auf Ihre Geschichte zurückblicken. Darum glaube ich auch ganz fest daran, dass die FDP Ihren Platz in den Parlamenten zurückerobern wird!
Reinhard FRANZ
31.08.2014 - 19:36
Durchhalten und nicht verzagen
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