FDPBayerische Landtagswahl

Handwerk 4.0 statt Schaufensterdekoration

Martin HagenMartin Hagen fordert kräftigere Investitionen in die Digitalisierung von Handwerk und Mittelstand

Während die CSU Symbolpolitik betreibt, bleiben wichtige Modernisierungsaufgaben auf der Strecke. "Statt Bayern fit für die Zukunft zu machen, kommt Söder den Wählern mit Kreuzmissbrauch und Kavallerie", rügt der bayerische FDP-Spitzenkandidat zur Landtagswahl, Martin Hagen. "Das ist plumpe Folklorepolitik." Handwerk und Mittelstand im Freistaat hätten andere Sorgen, verdeutlicht er. Die Initiativen der Bundes- und Staatsregierungen in diesem Bereich kritisiert Hagen als reine Kulisse. Für ihn ist klar: Es braucht ein Umdenken und eine bessere Prioritätensetzung.

Die Forderung von Landkreistagspräsident Christian Bernreiter nach digitalen Kompetenzzentren in allen Regionen sei ein Weckruf an die Staatsregierung, betont Hagen. Die Freien Demokraten halten deutlich kräftigere Investitionen aus Bund und Land in die digitale Entwicklung für dringend notwendig. Im sogenannten "Schaufenster Süd" der Förderinitiative "Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse" des Bundeswirtschaftsministeriums sind zum Beispiel nur 2,5 Mitarbeiter für den gesamten Süden Deutschlands zuständig – und dies befristet bis Ende 2018.

Aus Hagens Sicht ein unhaltbarer Zustand. "Die bayerischen Handwerksbetriebe beschäftigen 920.000 Mitarbeiter, darunter 70.000 Azubis, und erzielen zusammen 110 Milliarden Euro Umsatz", erklärt er. "Wie sollen sich 2,5 Kräfte seriös um diese Betriebe kümmern? Angesichts solcher Dimensionen helfen weder 13 BayernLabs noch der mickrige Digitalbonus."

Digitale Zukunft für Handwerk und Mittelstand gestalten

Der FDP-Innovationsexperte und Bundestagsabgeordnete Thomas Sattelberger schließt sich dieser Kritik an. "Peter Altmaier und Markus Söder müssen aufhören, Steuergeld für wirkungslose Schaufensterpuppen zu verplempern", verlangt er. Der Freistaat müsse endlich tüchtig Geld in die Hand, um die digitale Zukunft für Handwerk und Mittelstand zu gestalten. Sattelbergers Urteil: "Söder klotzt mit Worten und kleckert beim Geld."

Sogar mit Glasfaserausbau kämen die Betriebe nicht voran, wenn ihnen digitale Geschäftsmodelle, smarte Dienstleistungen und smarte Produkte fehlen, mahnt Sattelberger. Deshalb will die FDP in Bayern unter dem Motto "Bavarian Valleys" digitale Freiheitszonen schaffen. Dazu gehörten Anreize für innovationsfreudige Handwerker, Mittelständler, Gründer sowie händeringend benötigte Fachkräfte. "Vor allem das Handwerk in unseren mittelständisch geprägten Regionen benötigt dringend digitale Kraftzentren", sagt Sattelberger. "Sonst blicken die Angehörigen von mehr als 200.000 bayerischen Handwerksbetrieben mit Sorge in die Zukunft."

CSU darf nicht länger in den Rückspiegel schauen

Mit einer solchen Initiative entstünden Entwicklungsimpulse, die vor allem strukturschwachen Gebieten im Freistaat helfen würden, um ihre Zukunft selbst zu gestalten, erläutert FDP-Landtagsabgeordneter Alexander Muthmann. Die CSU habe es bislang völlig versäumt, den ländlichen Raum fit für die Digitalisierung zu machen, kritisiert er. "Stattdessen schaut sie verliebt in den Rückspiegel und sonnt sich im Industrieglanz vergangener Jahrzehnte." (ch)

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