FDPSommertour

Innovativer Klimaschutz zum Anfassen

Michael Theurer, Lukas Köhler, Daniela Kluckert und Christian Lindner Gemeinsam mit seinen Parteikollegen Michael Theurer, Lukas Köhler und Daniela Kluckert begab Christian Lindner sich in den Osten der Republik.

Buchstäblich auf Tuchfühlung mit innovativem Klimaschutz ging der FDP-Bundesvorsitzende in dieser Woche. Gemeinsam mit seinen Parteikollegen Michael Theurer, Lukas Köhler, Daniela Kluckert und Torsten Herbst begab Christian Lindner sich in den Osten der Republik zu Start-ups, die an allerneusten Ideen zu innovativem Klimaschutz forschen – teils auch schon Produkte herstellen. Bei drei außergewöhnlichen Unternehmen verschaffte sich die Gruppe, begleitet von gut einem Dutzend Journalisten, ein Bild von technologieoffenen Ansätzen. "Es gibt auch andere Wege als Verbote und Verzicht“, erklärte Lindner die Position der Freien Demokraten in der Klimapolitik. In Brandenburg und Sachsen bekamen die Tourteilnehmer Beispiele zu sehen, die sich wie Zukunftsmusik anhören, aber im Hier und Jetzt spielen.

Bei der Firma Motion Tag in Potsdam erfuhren sie von einer Software, die flüssigen Verkehr ermöglicht und damit Stau, Umwege und schlussendlich unnötigen CO2-Ausstoß vermeidet. Über das Ziel einer Nahtlos-Fahrkarte, die den Reisenden über verschiedene Transportmittel von Tretrollern über Carsharing bis zum ÖPNV hinweg ein maßgeschneidertes Ticket zu einem passgenauen Preis anbieten soll, wurde berichtet. Fragen zu Implikationen für den Datenschutz ließen Politiker und Journalisten nicht aus, die Start-up Vertreter aber auch nicht unbeantwortet.

In Bestensee in Brandenburg drehte sich alles um den grünen Teppich des Waldes: das Moos. Aber bei der Firma „Green City Solutions“ muss das Moos von der Horizontalen in die Vertikale. Dann können verschiedene Moosarten in Kombination als sogenannte City Trees den Feinstaubgehalt in Innenstädten deutlich verbessern. Diese grünen Lungen sammeln auf natürlichste Weise kleinste Schmutzpartikel aus der Luft und filtern sie so. Der FDP-Chef ließ es sich nicht nehmen, das satte, feuchte grüne Geflecht zu streicheln.

Zwischen den Besuchen tauschten sich Pressevertreter und Politiker auf Busfahrten über die grundsätzlichen Positionen der Freien Demokraten zum Klimaschutz aus. Ziel der FDP ist die Einführung eines weltweiten Zertifikatehandels, kombiniert mit echter Technologieoffenheit. So wird von Anfang an ein CO2-Limit gesetzt und so sichergestellt, dass die Pariser Klimaziele in jedem Falle nicht verfehlt werden. Das will die FDP mit echter Technologieoffenheit kombinieren.

Zuletzt ging es zum wohl fortgeschrittensten der drei Start-ups, zu Sunfire nach Dresden. Die Firma stellt synthetische Kraftstoffe her, die es ermöglichen, herkömmliche Verbrennungsmotoren klimaneutral zu betreiben. Klar wurde, dass die Politik hier noch viel mehr tun muss, um faire Rahmenbedingungen für die innovativen Klimaschützer zu schaffen. "Gerade bei den synthetischen Kraftstoffen gibt es überhaupt nicht die Möglichkeit, sie in Fahrzeugen breit einzusetzen, weil sie nicht angerechnet werden auf die Grenzwerte bei Pkw“, nannte Lindner einen eklatanten Nachteil.

Überhaupt stünden neugegründete Unternehmen oft vor massiven bürokratischen Belastungen wie Zulassungsverfahren. Dazu kämen Hindernisse durch Steuern, Sozialabgaben und nicht zuletzt durch fehlendes Investitionskapital, so der FDP-Chef. Wenn Deutschland wirklich Gründerrepublik sein wolle, müssten die Rahmenbedingungen verändert werden.

Die ersten Echos auf die Reise lasen sich am Morgen darauf so, als hätte die Tour manchem die Ernsthaftigkeit der FDP beim Klimaschutz näherbringen können. Bei den Start-ups zeige Lindner, "dass er seine Hausaufgaben gemacht hat“, urteilte die Welt. "Mit präzisen Nachfragen offenbart er eine erstaunliche Kenntnis der Materie.“ Und in der Westdeutschen Zeitung hieß es: "Man muss dem Liberalen freilich lassen, dass er seinen Ansatz konsequenter als manch anderer verfolgt. Er will mit grüner Technologie den ,Horizont für neues Denken‘ öffnen.“

Kommentare (7)

Juergen Hertel
16.08.2019 - 00:55
Ich kann nur ALLEN Politikern jedweder Couleur, insbesondere aber meinen Freunden in der FDP, empfehlen, sich von dem Begriff Klimaschutz zu distanzieren und sich daran zu erinnern, daß wir durch politische Willensbildung nicht die Naturgesetze aushebeln können. Das Klima auf der Erde wird zuallererst durch das Verhalten unserer größten Energiequelle, unserer Sonne, bestimmt. Deren variables Verhalten bestimmt ursächlich den Energieeintrag auf unsere Erde und damit die derzeit beobachtete Erhöhung der globalen Temperatur (umgekehrte Richtung belegt durch Einszeiten ). Erst in der Folge mit 500 bis 800 Jahren Verzögerung geben die Ozeane als riesiger CO2-Speicher dann CO2 als Gas in die Atmospähre ab. Dieser Effekt ist um ein Vielfaches größer als der sog "vom Menschen verursachte" CO2-Eintrag. ? Warum werden Naturgesetze systematisch von der Politik ignoriert ? Greta sollte lieber in die Schule gehen als Schüler zu verführen: das Primat der Politik endet bei den Naturgesetzen !
Inka Brunke
15.08.2019 - 19:11
Sehr gut, dass Herr Lindner nun zeigt, was er mit dem zigfach missgedeuteten Ausspruch meinte, das Klimaschutz Expertensache sei. Es geht tatsächlich kein Weg daran vorbei, innovative Wege auszuloten, um den CO2-Ausstoß zu verringern und die Folgen unserer umweltbelastenden Lebensweise zu verringern. Dass das kein Feigenblatt sein muss, um sich vor der unbequemen Umstellung von Verhaltensweisen zu drücken, gehört ebenfalls zur Wahrheit. Statt aber mit kurzsichtigem Aktionismus kostspielige und dennoch begrenzt nützliche Maßnahmen zu ergreifen, lohnt die Betrachtung neuer Lösungsansätze. Diese neuen Geschäftsideen beinhalten gleichzeitig die Möglichkeit, neue Märkte zu bilden und die eine günstige Ausgangssituation für die Pionierunternehmen zu schaffen. Ein guter Weg!
Klaus Ehrlinger
15.08.2019 - 12:34
Jedes e-Auto erzeugt mehr CO2 - Emission als ein Diesel. Solange die Stromerzeugung nicht zu 100% durch erneuerbare Energie erfolgt, muss jede durch das e-Auto zusätzlich verbrauchte kWh durch Fossile Brennstoffe erzeugt werden. Der Wirkungsgrad vom Kraftwerk bis zur Steckdose liegt heute bei ca 35%. Der Wirkungsgrad der Li-Batterie liegt bei 81 / 52% (Sommer/Winter) Der Gesamtwirkungsgrad Steckdose bis Straße bei 56 / 22% (DEKRA) Bezogen auf den Einsatz fossiler Brennstoffe sind dies 7- 20%. Ein Dieselmotor erreicht heute auf dem Prüfstand 42%, in der Praxis bis zur Straße etwa die Hälfte. Das e-Auto muss 6 Monate/Jahr Batterie-beheizt werden, während die Abwärme des Carnot-Prozesses (ca 45%) in den Kühlturm oder den Rhein geht. Wenn man die zusätzlichen Rohstoffverbräche und Umweltschäden beim Herstellungsprozess berücksichtigt, ist die gesamte Hysterie nur nutzlose Polemik der Grünen und Ablenkung der Politik. Wir brauchen realistiche Lösungen.
marco müller
15.08.2019 - 10:44
kurz und bündig: 100% Zustimmung zur Vorgehensweise der Technologieoffenheit, Unterstützung innovativer Technologien und der Ausweitung des Zertifikatehandels.
Johannes Lagemann
15.08.2019 - 08:45
die weltweite Einführung und Erweiterung des Zertifikatehandels erscheint mir der richtige Weg für die Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu sein. Hier liegt die FDP auf einer Linie mit den meisten aus der CDU und vor allem mit Angela Merkel. Wir sollten sie unterstützen!
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