FDPAnschlag in Halle

Kein Platz für Hass in unserer Gesellschaft

KerzenUnsere Gedanken sind jetzt bei den Opfern und Angehörigen und allen jüdischen Mitbürgern.

Am jüdischen Versöhnungstag Jom Kippur sind in Halle bei einem Terroranschlag auf eine Synagoge und einen Döner-Imbiss zwei Menschen getötet, zwei weitere schwer verletzt worden. Die Freien Demokraten sind erschüttert von diesem antisemitisch und rassistisch motivierten Angriff. Ihre Gedanken sind jetzt bei den Opfern und Angehörigen. FDP-Chef Christian Lindner zeigte sich bestürzt. "In Wahrheit galt der Angriff uns allen, denn die Friedfertigkeit und Offenheit unserer Gesellschaft wird so zerstört", schrieb er auf Twitter. Zu möglichen Konsequenzen aus dem Anschlag erklärte FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg: "Neben der Frage nach besseren Sicherheitskonzepten müssen wir uns dabei stärker denn je der Aufgabe widmen, menschenverachtende Ideologie, Hetze, Propaganda und Indoktrination in unserer Gesellschaft und auch im Internet zu bekämpfen. Wir müssen an die Wurzeln des Hasses."

Auch für Marcus Faber als Vertreter der FDP im Präsidium der Deutsch-Israelischen Gesellschaft ist dieses Verbrechen schwer zu ertragen: "Der Anschlag mit Maschinenpistolen und Handgranaten ist ein schweres Attentat auf unsere offene und freie Gesellschaft." Für Alexander Graf Lambsdorff ist dieser niederträchtige Anschlag auf die Synagoge von Halle am Versöhnungstag Yom Kippur einfach fürchterlich: "Gut, dass die Sicherheitsvorrichtungen wohl gehalten haben. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und den Beamten der Polizei." Der Antisemitismus zeige seine "hässliche Fratze", twitterte FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

Faber sieht grundsätzlich die Entwicklung des Antisemitismus in Deutschland mit großer Sorge. Dem müsse man gemeinsam entschieden entgegentreten. Zunehmend stellt Faber im Austausch mit anderen Abgeordneten der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe des Deutsche Bundestages fest: "Leider ist Offenheit und Toleranz keine Selbstverständlichkeit mehr. Es ist nun wichtig, dass wir gemeinsam als Bürger einer toleranten Gesellschaft gegen diesen Hass zusammenstehen."

Kommentare (5)

Bärbel Ullrich
11.10.2019 - 10:41
Antisemitismus und Rassenhass hat in Deutschland nichts verloren. Haben die Nachkriegsgenerationen nichts aus der deutschen Geschichte gelernt? Es sind unschuldige Menschen getötet worden, die zufällig vorbeikamen! Miteinander reden, auch in den Schulen, ist viel besser als wegsehen oder nur Plakate hochhalten und so weitermachen, wie bisher!
Frank Rauen
11.10.2019 - 09:30
Wieder die üblichen Krododilstränen!? Routiniert werden von politischer Seite die Trauerrituale abgespult und flächendeckend eine mediale Berichterstattung inszeniert, die die bunten Bilder von Blumenmeeren und Twittererschütterung in Endlosschleife wiedergibt! Ist das zynisch, ggf. sarkastisch? Eher verzweifelt, wenn der Beitrag von Mathias Döpfner in der heutigen WELT dem gegenübergestellt wird. Wirklich aufrüttelnd, wie er deutsches Staatsversagen (zum wiederholten Male) analysiert. Legen wir endlich das vordergründige Gejammer, nicht nur im Fall rechter oder linker Gewalt, ab und legen an unseren Rechtsstaat wieder mehr als nur formale Maßstäbe an, die zu mehr GERECHTIGKEIT incl. Schutz der Bürger in unserem Land führen. Vielleicht müssen wir daraufhin so manche rechtsstaatliche Spielregel auf den Prüfstand stellen. Als Liberale sollten wir aktiv daran mitwirken. Es ist noch lange nicht vorbei!
WK
10.10.2019 - 19:02
Niederträchtig,Gedanken bei den Opfern, Rechtsstaat stärken, Angriff auf uns alle, Antisemitismus bekämpfen, etc. All diese Kommentare sind nachvollziehbar, bleiben aber Worthülsen, wenn nicht ehrlich nach der Ursache des wachsenden Hasses in der Bevölkerung gefragt wird. Der im Milleu der armen Bevölkerung aus Unzufriedenheit geborene Hass bezieht sich nicht nur auf Antisemitismus, sondern ebenso auf die Großverdiener, die Aktionäre, die ihr Geld arbeiten lassen , er richtet sich gegen die Unternehmer, weil sie sich schlecht bezahlt fühlen. Hauptursache ist die Schere im Lohngefälle, die sich ständig weiter öffnet, wenn keine Gegenmaßnahmen getroffen werden, weil ein Tabu betroffen ist. Prozentuale Lohnsteigerungen sind eine einfache, scheinbar gerechte Lösung der Vergütung der Arbeitsleistung. Aber sie öffnen die Schere weiter und weiter, bis die Situation eskaliert. Die Wirtschaft ist auf Talfahrt, die Preise werden steigen, nur der Fiskus verdient an E-Mobilität.
Walter Zimdahl
10.10.2019 - 18:58
Wir müssen durch die Schulen touren, wie der Hitlerjunge Sally Perel es seit Jahren tut. Nur Plakate zeigen auf der Straße ist bei weitem nicht genug. Wir müssen AKTIV werden. Und ein klares Konzept haben.
Roland Kramer
10.10.2019 - 18:13
Über Selbstmorde nicht nicht berichtet, um potentielle Nachfolgetäter nicht auf schreckliche Ideen zu bringen. Warum wird derart exzessiv über Verbrechen wie die von Halle, Pittsburgh und Christchurch berichtet? Auch die Tat von Halle und die Berichterstattung darüber wird ihren Weg in die kranken Hirne von Nachfolgetätern finden. Dabei sollten die unschuldigen Opfer Warnung genug sein. So werden Journalisten und die notorischen Verlierer, die sonst zu einem Schattendasein verdammt sind, unfreiwillig zu Partnern. Beide suchen das Gleiche Aufmerksamkeit. Mit tödlichen Folgen.
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