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Kinderbetreuung statt Betreuungsgeld

Familie am StrandFamilien werden besser durch gute Kinderbetreuungsangebote gefördert als durch das Betreuungsgeld
27.08.2014 - 17:00

Die ehe- und familienbezogenen Leistungen sind evaluiert worden – mit durchwachsenem Ergebnis. Elterngeld und finanzielle Unterstützung für Kinderbetreuung haben sich bewährt. Ehegattensplitting und Mitversicherung kommen nicht so gut weg. FDP-Familienexpertin Katja Suding fordert Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) auf, mutig Reformen umzusetzen – beispielsweise das Betreuungsgeld abzuschaffen.

FDP-Präsidiumsmitglied Suding konstatierte: „Die Gesamtevaluation war nötig und überfällig.“ Sie stellte allerdings klar, dass es mit der Verkündung der Studienergebnisse nicht getan sei. Die Ministerin müsse aus ihrem neuen Wissen nun die entsprechenden Konsequenzen ziehen. „Sie ist gefordert, das System der ehe- und familienbezogenen Maßnahmen und Leistungen vor allem im Interesse der Kinder in unserem Land zu verbessern“, betonte Suding.

Die Forscher analysierten nicht nur die Zahlen, Daten und Fakten der Familienpolitik, sondern untersuchten auch die Akzeptanz der Leistungen in der Bevölkerung und nahm damit die Bedürfnisse der Empfänger in den Blick. Diese sogenannte Akzeptanzanalyse macht deutlich, „dass das System in Teilen unübersichtlich, unbekannt und mäßig effektiv ist“, fasst die Liberale die Ergebnisse zusammen.

„Frau Schwesig sollte den Mut aufbringen, wenig effiziente Maßnahmen auslaufen zu lassen und freiwerdende Mittel in die Kinderbetreuung zu investieren“, forderte Suding. Ein guter Anfang für Streichungen: Das Betreuungsgeld. Der Grund liegt für die Liberale, die sich schon früher gegen das Betreuungsgeld ausgesprochen hatte, auf der Hand: „Denn die Studie belegt eines sehr deutlich: eine qualitative und bezahlbare Kinderbetreuung unterstützt wie keine andere Maßnahme die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und verbessert die wirtschaftliche Stabilität von Familien und Alleinerziehenden.“

Kommentare (2)

Dr. Horst Werner
22.07.2015 - 09:35
Gute Argumentation auf der Grundlage der Untersuchung. Aber an anderer Stelle sprach Katja Suding zu Recht davon, dass es um Wahlfreiheit gehe. Diesen Grundsatz haben wir hochgehalten. Und auch in der Entscheidung des BVerfG sehe ich nichts gegen die Verfassungsmäßigkeit der Wahlfreiheit zwischen Kinderbetreung per Objekthilfe in Kindergärten oder die Subjekthilfe durch Betreuungsgeld. Das enttäuscht viele, ist aber so. Es ist halt Länderzuständigkeit. Und das wusste jeder, der das Grundgesetz zu lesen vrsteht. Was also ist in Deutschland geschehen, dass oft leichtfertig Objektsubventionen hochgejubelt werden und die Frage der Wahlfreiheit meist einseitig bewertet wird? Wir sind für die Subjektsubvention "Wohngeld" statt der Objekthilfe "Sozialwohnung" eingetreten. Auch bei unserem Bürgergeld haben wir auf Subjekthilfe gesetzt, mit Erfolg von "Haus und Grund" bis zur Steuerreform in der Koalitionsvereinbarung. Nun sollen wir dem Betreungsstaat mehr als den Eltern vertrauen?! HW
Renate Lutz-Züfle
20.11.2014 - 07:12
Kinderbetreuung und Betreuungsgeld nicht statt! Nicht in Richtung Fremdbetreuung auch wer nicht will, außer er entscheidet sich gegen ein eigenes Kind. Warum ein eigenes Kind, um dieses dann in ganztägige Fremdbetreuung abzugeben, vom 1. Jahr bis, nein! Viele Familien hatten in den vergangenen Jahren die Betreuung selbst geregelt. doch dieses selbst regeln zu können, wurde von Jahr zu Jahr, so hier in West-D, wurde mehr und mehr erschwert, sogar demontiert. Betreuungsgeld und Kinderbetreuung, so ist die wirklich liberale Reihenfolge! ... diese Reihenfolge ist eigentlich billiger, doch es geht bei der ganzen Geschichte um etwas ganz anderes, als vorgegeben wird.... nur dies wird nicht geschnallt und die wo andere Ziele verfolgen, die reiben sich die Hände. Liberal im Hasenstall, oder Liberal in Freiheit? Freiheit wird mehr und mehr zum Wunschtraum, doch die Hoffnung stirbt zuletzt. mfg rlz.
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