FDP70 Jahre Kultusministerkonferenz

KMK sollte ein Motor für die Erneuerung des Bildungswesens sein

Nicola BeerNicola Beer erwartet eine Qualitätsoffensive in der Bildung
15.01.2018 - 15:37

Seit 70 Jahren koordiniert die Kultusministerkonferenz die Bildungs- und Kulturpolitik der 16 Bundesländer. Der neue Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Helmut Holter, hat sich mit Blick auf die Feierlichkeiten zum 70-jährigen Jubiläum einige Ziele gesteckt. Nach Ansicht von FDP-Generalsekretärin Nicola Beer hat die Kultusministerkonferenz einen klaren Auftrag: "Das deutsche Bildungssystem endlich zu entstauben und fit für die Zukunft zu machen." Deutschland brauche dringend eine Qualitätsoffensive in der Bildung.

"Dazu gehört erstens, eine Reform des Bildungsföderalismus, die die Schulen vor Ort stärkt", zählt Beer auf. Nach Ansicht der Freien Demokraten kann durch bundesweit geltende Bildungsstandards die Qualität des Bildungssystems verbessert und gesichert werden. "Das ist wichtig, denn Deutschland steht im internationalen Wettbewerb um die klügsten Köpfe und die besten Talente", sagt die Generalsekretärin. Zweitens müsse es der Anspruch der größten Volkswirtschaft Europas sein, im Bereich der Bildungsinvestitionen und Bildungsergebnissen ganz weit vorne zu liegen. Die Ausgaben müssten so erhöht werden, dass Deutschland zu den führenden fünf Ländern der OECD-Staaten gehört, ist eien weiterer Punkt auf der Wunschliste der FDP. "Das ist die beste Zukunftsinvestition", ist sich Beer sicher.

Und drittens brauche Deutschland eine Exzellenzinitiative für die berufliche Bildung sowie eine konsequente Umsetzung des Digitalpaktes. "Durch eine solche dringend erforderliche Investitionsspritze sichern wir die Innovationsfähigkeit und auch die Qualität von beruflicher Ausbildung und Weiterbildung. Die KMK sollte ein Motor für die Erneuerung unseres Bildungswesens sein.“ (ph)

Kommentare (1)

Dr. Leithäuser
17.01.2018 - 20:22
Die Qualität der Bildung wird verbessert, wenn qualifizierte Lehrer unterrichten. Die Bologna-Reform und die Umstellung auf die Kompetenz-orientierten Lehrpläne waren in dieser Hinsicht kontraproduktiv. Fast 20 verlorene Jahre seit den ersten Schulvergleichsstudien sind vergangen und die Bundesländer sowie die jeweiligen Bildungspolitiker verlieren sich immer noch in Strukturdebatten. Mehr Fachlichkeit beim Lehrpersonal erreicht man durch Anwendung des Konkurrenzprinzips. Also müssen unbedingt die erfolgreicheren Schulen in privater Trägerschaft gefördert werden. Auch die Abschaffung des Beamtenstatus bei Lehrern gehört in diesen Zusammenhang sowie die Kürzung von Pflichtstunden und der Wandel von der Schulpflicht hin zu einem Schulrecht. Die Verwaltung im Schulbereich ist häufig dysfunktional - egal ob es sich um kommunale oder Länderaufgaben handelt, die Entscheider wählen nicht die kostengünstige, pragmatische Lösung sondern fördern Seilschaften und Pfründe.
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