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Mobilität ist ein Grundbedürfnis

AutoVerkehrsminister Volker Wissing will eine Ladesäuleninfrastruktur aufbauen, die in Europa Maßstäbe setzen soll.
26.06.2022

Deutschland und die EU verfolgen ambitionierte Klimaziele. Verkehrsminister Volker Wissing möchte dafür vor allem auf neue Technologien setzen.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing betont im Interview mit dem „Deutschlandfunk“, dass Klimaschutz von den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger aus gedacht werden müsse. „Ich habe als Verkehrsminister den Auftrag und die Aufgabe, die Gesellschaft mobil zu halten und gleichzeitig, und das ist mir sehr ernst, Klimaschutz zu betreiben.“ Er kündigte an, eine Ladesäuleninfrastruktur für E-Autos aufzubauen, „wie wir sie noch nie gekannt haben und wie sie wahrscheinlich in keinem anderen europäischen Land gegenwärtig ähnlich ambitioniert aufgebaut wird“. Der Masterplan Ladeinfrastruktur, den der Verkehrsminister erarbeitet hat, sieht unter anderem vor, dass die Rahmenbedingungen für das Errichten von Ladesäulen verbessert und vereinfacht werden. Er betonte: „Wir wollen private Investitionen mobilisieren und neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Für einen lückenlosen Ausbau müssen alle an einem Strang ziehen.“

Ziel sei es, Menschen den Umstieg auf Elektromobilität einfach zu machen und dabei die Gesellschaft mobil zu halten, unterstrich Wissing. Dies werde flankiert von der ÖPNV-Offensive durch das 9-Euro-Ticket sowie einer Verordnung, die autonomes Fahren möglich machen soll.

Autobahnbrücken und Schienennetz sanieren

Die Infrastruktursituation, die er bei Amtsantritt vorgefunden habe, sei sehr schwierig gewesen, erklärte Wissing. In Deutschland gebe es 4000 marode Autobahnbrücken, hierfür habe er bereits ein Sanierungskonzept vorgelegt. Ähnlich schwierig sei die Situation auch bei der Bahn. Einerseits brauche es neue Strecken, weil es ambitionierte Ziele zum Ausbau gebe. Andererseits sei das Bahnnetz nicht in der Lage die nötige hohe Leistung zu erbringen. Es gebe „schlicht und einfach keinen Raum mehr für irgendwelche Baustellen, ohne dass es zu massiver Beeinträchtigung des fließenden Verkehrs kommt“. Der Verkehrsminister kündigte an, noch im Juni ein Konzept für den Umbau zu einem Hochleistungsnetz vorzulegen.

Hochleistungsnetz garantiert reibungslosen Betrieb

Es sei in den vergangenen Jahren versäumt worden, das Schienennetz auf einem angemessenen Modernitätsstandard zu halten, kritisierte Wissing. Seine Aufgabe sei deswegen, jetzt dafür zu sorgen, dass „das Netz so ausgebaut wird und auch technisch auf ein Niveau gebracht wird, dass es den dichten und engen Verkehr und die regulären Baumaßnehmen, die man immer braucht, weil die Hochspannungsleitung erneuert werden muss oder das Gleisbett korrigiert und erneuert werden muss, dass es eben beides so verträgt, dass es nicht zu massivsten Verspätungen, Zugausfällen und einer Beeinträchtigung des Güterverkehrs kommt.“

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