FraktionenMünchner Sicherheitskonferenz

Ohne Amerika ist Europa gar nicht handlungsfähig

USA-Europa-BeziehungenInternationale Aufgaben zusammen denken und finanzieren

"Eine neue Zeit des Machtkampfes entsteht zwischen den USA, China und Russland, sie geht einher mit einem gewissen Machtvakuum in dem, was als liberale internationale Ordnung gilt." Dieser Satz aus dem "Munich Security Report (MSR)" spiegelt die Themen und die Tonlage vor für die Beratungen über den Zustand der Welt wider. Der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff fordert im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz trotzdem, die deutsche Beziehung zur Trump-Regierung "nicht konfrontativ, sondern kooperativ" zu denken. Denn: "Auch die stärksten europäischen Länder sind ohne den transatlantischen Partner nicht handlungsfähig."

Er schlägt vor: "Wir müssen unsere internationalen Aufgaben zusammen denken und finanzieren: Diplomatie, Entwicklung und Verteidigung." Denn: Wenn Diplomaten erfolgreich sind, müssten Soldaten gar nicht erst eingesetzt werden. Mit Blick auf die USA glaubt er, dass in außenpolitisch turbulenten Zeiten weder die Amerikaner noch die europäischen Nato-Partner Interesse an einer Krise des nordatlantischen Verteidigungsbündnisses haben. Die FDP sage auch klar Ja zur Nato: "Wenn es sie nicht gäbe, würden unsere Verteidigungsausgaben ja ganz automatisch in die Höhe schnellen."

Lambsdorff warnt vor generellen Antiamerikanismus

Vor diesem Hintergrund kritisiert er Trumps "America First"-Politik: "Aus Sicht der Freien Demokraten ist diese Politik falsch, weil sie die westliche Allianz schwächt." Er mache es allen Partnern der USA schwerer, belastbare Aussagen aus der Administration zu bekommen. Lambsdorff, der nach dem Studium in Bonn und Washington Diplomat wurde und im Auswärtigen Amt arbeitete, warnt davor - bei aller berechtigten Kritik am Verhalten des US-Präsidenten -  in generellen Antiamerikanismus zu verfallen: "Wir haben Verbindungen in Kultur, Wirtschaft, Forschung, Medizin, Bildung und im Handel – dies wird und darf sich auch durch die Präsidentschaft Donald Trumps nicht ändern."

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