FDP, FraktionenBildungspolitik

Reform des Bildungsföderalismus ist überfällig

Die Freien Demokraten kämpfen für beste BildungDie Freien Demokraten kämpfen für beste Bildung
05.09.2018 - 14:30

Der FDP-Chef Christian Lindner hat sich gemeinsam mit den Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Katrin Göring-Eckhardt und Anton Hofreiter, mit einem Brief an die Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt. Darin fordern sie eine echte Reform des Bildungsföderalismus. Eine gute Bildung sei die Grundvoraussetzung für Chancengleichheit und Leistungsfähigkeit der Menschen in Deutschland. Sie sei zentrales Aufstiegs- und Wohlstandsversprechen, das die Menschen befähigt, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, betonen die Fraktionschefs. "Für uns Freie Demokraten ist weltbeste Bildung für jeden ein großes Anliegen. Deshalb müssen wir jetzt in die Qualität unserer Bildung investieren, nicht nur in Beton", betont FDP-Generalsekretärin Nicola Beer. Das sei eine gesamtgesellschaftliche Notwendigkeit.

Daher brauchen Schulen eine entsprechende, vor allem technische Ausstattung, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Die Investitionen in Infrastruktur müssten "einhergehen mit und ergänzt werden durch Investitionen in die Köpfe von Lernenden und Lehrenden", fordern Freie Demokraten und Grüne. Darüber hinaus müssten in Deutschland bundesweite Bildungsstandards endlich auch umgesetzt und ein flächendeckendes Ganztagsschulangebot geschaffen werden.

Eine Lockerung des Kooperationsverbots wurde Ende April 2018 von der Großen Koalition beschlossen. Um diese Grundgesetzänderung im Bundestag und -rat durchzubringen, braucht die Regierung die Zustimmung der Freien Demokraten und Grünen. Doch die beschlossenen Lockerungen reichen nicht. Liberale und Grüne fordern weitreichendere Maßnahmen. "Wir brauchen bundesweit einheitliche, ambitionierte Bildungsstandards – nicht nur für das Abitur, sondern für alle Abschlüsse", betont die FDP-Vize Katja Suding.

Kommentare (7)

Bettina van Alen
11.09.2018 - 15:14
Welche Zukunft des deutschen Bildungssystems ist anstrebenswert? Wie groß sind die Kluften im Nord-Süd gefälle? Ein bundeseinheitliches Bildungssystem ist ein fairer Gedanke, der das Gewissen beruhigt. Schaut man hinter die Türen Bremer Klassenzimmer, entsteht der Wunsch nach Klasse V"a" und V"b", je nach sprachlicher Entwicklung, Regelverständnis, Akzeptanz von Grenzsetzung, Migrationsdauer und -hintergrund, häuslicher Erziehung und Unterstützung u.v.m. Ein Kind ginge ab dem 5. Lebensjahr in die Klasse V"a", braucht es noch Anpassungszeit, verlängert sich sein Aufenthalt in der Vorschule in V"b". Alles ist möglich, das Geld fehlt nicht. Es fehlt an Personal. Viele kluge Köpfe haben sich mit der Bildung in den Schulen beschäftigt, niemand ahnte angeblich, dass eines Tages das Personal fehlt. Es wäre wünschenswert, dass gute Ideen kluger Köpfe aller Parteien zusammengertagen und der Entwicklung in diesem Land angepasst würden. Eine einheitliche Basis für Klasse 1 lässt Bildung zu.
Ludeloff Klaus
08.09.2018 - 22:05
Schwer vorstellbar,dass liberale und grüne Bildungsinhalte miteinander vereinbar sein könnten. Ein Blick in die jeweils von den Grünen mitregierten Länder offenbart doch, dass die dortigen Konzepte gerade das Gegenteil von ideologiefreier Bildung im freien Wettbewerb produzieren , mit den bekannten Folgen für die Qualität. Welchen Sinn hat daher die Kooperation mit den Grünen.? Soll damit den Grünen noch besseren Zugriff auf Haushaltsmittel zur Verbreitung ihrer fragwürdigen Schulpolitik ermöglicht werden? Um Aufklärung wird gebeten.
Ralf Becker
06.09.2018 - 12:58
Bei der Bildungsfinanzierung gibt es eben auch das Problem, dass Problemlösungen zurzeit fast gar nicht möglich sind, weil das weltweite Finanzsystem kurz vor dem Kollaps steht. Es muss über ein komplett neues Finanzsystem nachgedacht werden und nicht nur über die Bildung.
Thomas Brinkmann
06.09.2018 - 08:10
Die Gestaltung des Bildungssystems bliebe ja Ländersache. M.E. geht es darum, allen Ländern die Mittel an die Hand geben zu können/dürfen, die sie für die Ausübung ihrer Gestaltungshoheit benötigen. Denn diese wird in manchen Ländern durch Haushaltszwänge behindert. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund der gebotenen Weiterentwicklung des Bildungssystems in Deutschland. Die Ausstattung der Länder mit den notwendigen Mitteln wäre die Voraussetzung, um für die Schüler und Studenten bundesweit Chancengleichheit herstellen zu können.
Mischa Möller
05.09.2018 - 23:51
Liberal gewünscht ist ein Wettbewerb der Schulen bundesweit bzw. international und nicht in den engen Grenzen der zuständigen Landesministerien. Dazu muss Vergleichbarkeit der Abschlüsse mittels zentral definierter Kriterien hergestellt werden.
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