FDPRentenversicherungsbericht

Schwarz-rote Versprechen sind nicht zu halten

Konstantin KuhleJuLi-Chef Konstantin Kuhle fordert die Große Koalition auf, das Rentensystem nachhaltig und generationengerecht zu gestalten.
18.11.2014 - 15:00

Trotz abflauender Konjunktur und wirtschaftlicher Unsicherheit verspricht die Bundesregierung ab 2016 die stärkste Rentenerhöhung seit 1991. Die Jungen Liberalen halten die Eckdaten des neuen Rentenversicherungsberichtes allerdings für unrealistisch. JuLi-Chef Konstantin Kuhle warf der Regierung fehlenden Respekt vor den Rentnern vor. Schwarz-Rot halte die Rentner offenbar für unendlich manipulierbar, dass sie ihnen "mit plumper, politisch motivierter Augenwischerei völlig unrealistische Rentenerhöhungen" verspreche, so Kuhle.

Nach Mütterrente, Lebensleistungsrente und Rente mit 63 folge mit der theoretischen Rentenerhöhung von über vier Prozent bereits das vierte Rentenversprechen von Union und SPD, erläuterte Kuhle. Die schwarz-roten Machttaktiker hätten eindeutig eine einzige Wählergruppe im Blick: Die immer stimmgewaltiger werdenden Rentner. "Das ist nicht nur generationenungerecht und zukunftsvergessen, sondern auch beleidigend gegenüber der älteren Generation", stellte der JuLi-Chef klar. Denn Rentner ließen sich nicht kaufen. "Gerade ältere Menschen wissen, dass es eines Abbaus der Staatsverschuldung und einer Erhöhung der Bildungsinvestitionen bedarf."

Darüber hinaus fehle es bei den schwarz-roten Rentenplänen auch am Respekt vor der jungen Generation, die von der Großen Koalition mit einer minimalen BAföG-Erhöhung abgespeist werde, während Union und SPD fast monatlich mit neuen Rentenideen um die Ecke kämen. Damit schwäche Schwarz-Rot in Zeiten zunehmender ökonomischer Unsicherheit die heimische Wirtschaft. "All das ist weder gut für die junge Generation, noch für die Rentner", unterstrich Kuhle.

Für Generationengerechtigkeit und Selbstbestimmung

Die Liberalen hingegen wollten Deutschland endlich enkelfit machen. Dazu gehöre ein flexibleres Rentensystem, um allen einen passgenauen Renteneintritt zu ermöglichen, erklärte Kuhle. "Das heißt für uns Respekt vor Individualität und Selbstbestimmung." Um die Bildung der Jüngeren zu fördern, brauche es ein elternunabhängiges BAföG, eine bessere Finanzierung der Universitäten und Förderung für Auslandsaufenthalte. "So wollen wir aufstiegs- und leistungswilligen jungen Menschen die Rahmenbedingungen bieten und den Respekt zollen, den sie verdienen. Wir möchten, dass Politik wieder langfristig und generationengerecht gedacht wird", führte der JuLi-Chef aus.

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